Review: Hyrule Warriors: Legends (3DS)

Am 25. März 2016 erschien Hyrule Warriors: Legends für die Nintendo 3DS Plattform. Wem dieser Titel bekannt vorkommt, dem sei gesagt, dass es sich bei Legends um eine Portierung des Wii U-Spiels aus dem Jahre 2014 handelt. Erneut entwickelt von Tecmo Koei unter der Aufsicht von Nintendo, bietet die Handheld Portierung sämtliche Inhalte der Konsolen-Fassung und noch mehr. Natürlich mussten zeitgleich deutliche Abstriche bei der Technik gemacht werden um das Spiel auf dem Handheld lauffähig zu machen. Kann sich das Ergebnis dennoch sehen lassen?

Meine Rezension konzentiert sich auf die neuen Aspekte des Spiels und die Unterschiede zum Originalspiel auf der Wii U. Wer damit noch nicht vertraut ist, sollte sich am Besten unsere Review des Originals noch einmal ansehen. Getestet wurde auf einem New 3DS XL.

3ds-hyrule-warriors-legends-logo

Moblin-Massaker für die Hosentasche

Wer das Original kennt, weiß das es sich bei Hyrule Warriors nicht um ein klassisches Zelda-Spiel handelt. Stattdessen handelt es sich bei der Reihe um Ableger von Tecmo Koeis Dynasty Warriors Spielen im Zelda Universum. Statt Dungeons zu durchforsten, schnetzelt ihr euch in Hyrule Warriors mit einem Helden eurer Wahl (nicht nur Link!) durch endlose Gegnerhorden und vernichtet mal eben ein paar Hundert Schergen des Bösen in wenigen Minuten. Das klingt erst einmal ziemlich stumpf, doch wertet die strategisch angehauchte Natur des Spielprinzips das Gemetzel mit Spieltiefe auf. So ist jede Mission in mehrere Untermissionen aufgeteilt, die beispielsweise daraus bestehen einen Stützpunkt einzunehmen oder den computergesteuerten Charakteren eurer eigenen Armee zur Hilfe zu eilen. Eine Mission endet meistens mit einem Bosskampf.

Dieser Aufbau trifft zumindest auf den Legenden-Modus zu, welcher in kurzen Zwischensequenzen die Geschichte der Antagonistin Cia erzählt, welche dem Bösen verfallen ist und Hyrule erobern will. In der 3DS-Version bietet euch das Spiel erstmalig die Möglichkeit Teleport-Statuen freizuschalten, die eine schnellere Fortbewegung auf dem Schlachtfeld erlauben und es dem Spieler so erleichtern, sämtliche Teile der Schlachtfelds unter Kontrolle zu halten.  Im Legenden-Modus schaltet ihr weiterhin einen Großteil der spielbaren Helden frei. Darunter befinden sich nicht nur Fan-Lieblinge wie Midna (Twilight Princess) und der Gorone Darunia, sondern auch neue Charaktere wie die schlagfertige Linkle, die Tecmo Koei speziell für Legends entwickelt hat. In Betracht der Tatsache, dass Legends sämtliche DLC-Inhalte des Originalspiels enthält und exklusive Story-Missionen das Spiel noch weiter ausbauen, dürfte der Legenden-Modus locker für 15 Stunden Beschäftigung bieten. Darüber hinaus lassen sich zusätzliche Waffen und Kostüme freischalten und Helden aufleveln, um ihre Fähigkeiten im Kampf zu erweitern.

Wer wirklich viel Zeit investieren will, kann sich dem Abenteuer-Modus annehmen. In diesem erkundet ihr eine 8bit-Oberwelt im Stil des Original “The Legend of Zelda” für das Nintendo Entertainment System. Dabei bewegt ihr euch von Abschnitt zu Abschnitt und bestreitet teils sehr schwierige Herausforderungen, um voranschreiten zu dürfen. Einige Helden lassen sich außerdem nur in diesem Modus freischalten. Darunter befinden sich auch einige der Antagonisten wie Ghirahim, die sich anschließend im freien Spiel als Held nutzen lassen. Der Abenteuer Modus beinhaltet dabei schon sämtliche DLC-Erweiterungen der Wii U Version und bietet dementsprechend extrem viel Inhalt. Kein Wunder, dass Spieler der Wii U Version oftmals mehrere hundert (!) Spielstunden in diesen Modus investiert haben.

Neue Inhalte in Hyrule Warriors: Legends

Insgesamt 24 Helden sind in Legends freischaltbar. Davon stammen 19 aus dem Wii U Spiel und den Wii U DLCs, doch könnt ihr in Legends außerdem mit fünf brandneuen Charakteren in die Schlacht ziehen. Der wohl prominenteste Neuzugang ist Linkle. Dabei handelt es sich um einen weiblichen Charakter mit Doppel-Armbrüsten, die ein grünes Gewand trägt und sich selbst für den legendären Helden hält. Linkle ist zwar keine weibliche Form von Link, doch spielen die Entwickler von Tecmo Koei hier ganz klar auf diese Idee an. Linkle selbst spielt sich sehr interessant und konnte sich schnell in die Reihen meiner Lieblingskämpfer einordnen. Skull Kid – ein absoluter Fan-Favorit – ist in der 3DS Version auch endlich spielbar, was viele Spieler sehr glücklich stimmen dürfte.

Auch Wind Waker Fans haben Grund zur Freude, denn Legends beinhaltet nicht nur Toon Link, sondern auch Tetra und Daphnos Johanson, den König von Hyrule. Letzterer setzt seinen Gegnern sogar in seiner Boot-Form zu. Sehr cool! Besitzer beider Versionen des Spiels dürften sich freuen, dass dem 3DS Port ein Download-Code beiliegt, der es ermöglicht, alle neuen Charaktere kostenlos auf die Wii U Version zu übertragen. Zusätzlich hat Nintendo bereits einen weiteren DLC-Season Pass namens “Legends of Hyrule” für Wii U und 3DS angekündigt. Dieser bietet zusätzliche Inhalte und Kämpfer aus Wind Waker, A Link Between Worlds, Links Awakening, Spirit Tracks und Phantom Hourglass. Die Veröffentlichungen dieser DLC-Pakete werden über den Rest des Jahres verteilt.

Die 3DS Version beinhaltet weiterhin die exklusive “Meine Fee”-Funktion. Diese ermöglicht es Spielern eine eigene Fee zu halten und im Abenteuer-Modus einzusetzen. Diese unterstützen euch im Kampf und stärken euren Helden und dessen Angriffe. Feen können dabei mit Kostümen und Leckereien angepasst und gestärkt werden.

Technisch abgespeckt und problematisch

Skull Kid (3DS / 240p)

Skull Kid (3DS / 240p)

Problematisch wird es bei der technischen Umsetzung des Spiels. Während das Original auf der Wii U einen soliden – wenn auch keinen großartigen – Eindruck machte, sieht es bei der 3DS Version etwas anders aus. Um das Spiel auf der deutlich schwächeren Hardware lauffähig zu machen, wurde der Look des Spiels auf vereinfachte Cel-Shading Grafik angepasst und viele Effekte entfernt. Auch die Sichtweite auf dem Schlachtfeld ist deutlich geringer und Texturen sind oftmals sehr matschig und gering aufgelöst. Das hektische Gameplay trübt dies glücklicherweise nur geringfügig, sodass ich in meiner Testphase letztendlich genauso viel Spaß hatte wie “damals” auf der Wii U.

Skull Kid (Wii U / 720p)

Skull Kid (Wii U / 720p)

Bitter wird es erst wenn man Besitzer einer älteren 2DS, 3DS oder 3DS XL Konsole ist. Während das Spiel auf den New 3DS und New 3DS XL Modellen mit stabilen 30 Bildern pro Sekunde läuft, ist das Spielerlebnis auf der älteren Hardware deutlich holpriger. Hier bricht die Bildrate permanent ein und erreicht die angepeilten 30fps nur selten. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern stellt auch Nintendos Entscheidung in Frage, dass Spiel nicht (!) als Exklusivtitel für die New 3DS Modelle zu vertreiben. Auch die Steuerung ist auf den neuen 3DS Modellen dank dem zusätzlichen C-Stick deutlich komfortabler. Wer also noch mit einem älteren 3DS Modell zockt, sollte vor dem Kauf definitiv die kostenlose Demo aus dem eShop ausprobieren, um sich ein eigenes Bild von den technischen Problemen des Spieles zu machen.

Fazit

Hyrule Warriors: Legends ist eine solide Portierung des spaßigen Wii U Hack’n’Slay im Zelda Universum. Ein großer Umfang sorgt für reichlich Spielzeit und neue Charaktere wie Linkle bringen frischen Wind in die Heldenriege. Wer sich auch unterwegs in die Schlacht stürzen möchte, sollte jedoch darauf achten, dass er das Abenteuer auf einem New 3DS oder New 3DS XL bestreitet, denn ältere Konsolen können das Spiel kaum stemmen.


Hyrule Warriors: Legends - [3DS] (Nintendo 3DS) Publisher: Nintendo Erscheinungsdatum: 24. March 2016 EUR 29,60 bei Amazon.de (Partnerlink)


7
Gut

Pros

  • Genauso spaßig wie auf Wii U
  • Großer Spielumfang
  • Neue Charaktere überzeugen

Kontras

  • Schlechte Bildrate auf dem (alten) 3DS
  • 3D-Effekt öde / senkt FPS stark
  • kein Multiplayer

Unser Fazit


Gameplay
8
Präsentation
5
Story / Umfang
8