Review: Batman v Superman – Dawn of Justice

Nach der Einschlafhilfe Man of Steel (2013) kehrt Superman am 24. März in Batman v Superman – Dawn of Justice wieder zurück in die Kinos. Erneut unter der Regie von Zack Snyder (300) und mit Ben Affleck, der mutig das Fledermauskostüm von Christian Bale übernimmt, und Jesse Eisenberg als Lex Luthor. Vorsichtshalber kündigte man auch direkt Wonder Womans Auftritt an, sollten es die Männer wieder versauen. Gehypt wurde mächtig im Vorfeld und nun: der Moment der Wahrheit. Zweieinhalb Stunden lang. Unser Review ist Sitzfleischfreundlicher.

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Die Ereignisse von Man of Steel, genauer gesagt die Zerstörungsorgie von Zod und Superman, haben Spuren hinterlassen. Man ist sich uneins darüber, welche Art von Helden die Welt eigentlich braucht. Welcher Preis für Superheldentaten ist gerechtfertigt? Auch Batman, Gotham Citys Streiter für Recht und Ordnung, ist kein Fan von Superman und legt sich mit Metropolis’ Superhelden an. Aber wie immer wenn zwei sich streiten, freut sich ein dritter: Lex Luthor, der seine ganz eigene Agenda verfolgt. Auch die Absichten der geheimnisvollen Diana Prince (Gal Gadot) sind nicht ganz klar.

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Zweieinhalb Stunden sind eine lange Zeit, in der eine Menge passieren kann und die genug Platz für einen ordentlichen Aufbau lässt. Letzteres hätte man Drehbuchautoren Chris Terrio und David S. Goyer vielleicht mal sagen sollen, denn als Gerüst für so einen Film ist es ungefähr so gut wie eine Wachsmalstiftzeichnung eines Hauses von einem Dreijährigen für einen Hausbau. Zweieinhalb Stunden kommen natürlich auch zusammen, wenn man sich so seinem Zeitlupen-Fetisch hingibt wie Zack Snyder es hier tut. Immerhin, eine Menge passiert auch. Dabei teilt sich der Film auf in eine Exposition, einen Teil in dem die beiden Superhelden getrennt agieren und dann dem ausführlichen Showdown. Für die Einleitung kramte man nochmal die olle Kamelle Batmans Origin Story raus, sowie den Superman-Zod Showdown, nur diesmal aus der Perspektive von Bruce Wayne. Optisch macht das Ganze ordentlich was her und stimmt einen trügerisch optimistisch dem restlichen Film gegenüber.

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Batman v Superman ist immer am besten, wenn die beiden Superhelden sich nicht gegenüberstehen. Was angesichts des Titels schon ein bisschen tragisch ist. Affleck, dessen Casting nicht unumstritten war, ist ein erstaunlich guter Batman / Bruce Wayne. Er wirkt, als hätte er einfach alle und alles satt, aber deswegen heult er noch lange nicht rum, nein, jetzt brandmarkt er Verbrecher wie Vieh und trainiert für den ultimativen Kampf mit Superman. Oder damit er sich überhaupt in dem neuen Batanzug bewegen kann, der ungefähr so bequem und bewegungsfreundlich aussieht wie eine eiserne Unterhose. Afflecks zurückhaltende Performance, bei der man die Wut und den Frust immer unterhalb der Oberfläche spüren kann, funktioniert gut mit dem Produktionsdesign. So hat selbst sein Domizil am See trotz der großen Glasfront etwas düsteres, Wayne Manor ist ein uneinladender alter Kasten und zur glamourösen Veranstaltung fährt er in einem schwarzen Aston Martin vor, der locker mit dem Batmobil in Sachen Coolness mithalten kann. Dagegen hat es der von Selbstzweifeln geplagte Superman nicht ganz so einfach – Henry Cavill schon gar nicht. Das Drehbuch verpasst ihm abwechselnd Heul-doch-Momente und solche von so albern überstilisierter Heldenerscheinung, dass er erstaunlich eindimensional bleibt. Selbst die Momente mit Lois Lane (Amy Adams) helfen wenig dank mieser Texte.

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Das Schlimmste an Man of Steel, da sind sich wohl alle einig, war die elendlange Zerstörungsorgie. Man könnte erwarten, dass Snyder aus der Kritik gelernt hat, aber nein, auch Batman v Superman endet in einem nicht enden wollenden Showdown, der alles ist, nur nicht das Tüpfelchen auf dem i. Alles was an Spannung aufgebaut wurde, verpufft hier ziemlich. Was nicht heißt, dass es keine guten Momente gibt, aber vonwegen der größte Gladiatorenkampf der Geschichte. Eine im Showdown mitmischende CGI-Kreatur, die aussieht wie der missgebildete Cousin eines Uruk-Hai aus der Herr der Ringe, macht es nicht besser. Aber zum Glück gibt es noch Wonder Woman. Deren Auftritt ist zwar nur kurz, aber eindrucksvoll. Von ihr hätte man gern mehr gesehen. Genauso von Jesse Eisenberg, dessen Version von Lex Luthor vermutlich die Gemüter spalten wird, aber sie ist wenigstens wirklich interessant. Musikalisch wird das Ganze übrigens kräftig von Hans Zimmer und Junkie XL untermalt, meistens sehr eindrucksvoll und effektiv, nur ab und an übertreibt er es ein bisschen.Batman_v_Superman_Szenenbilder-4

Fazit

Batman v Superman – Dawn of Justice ist theoretisch Pflichtprogramm für Freunde von Comic-Verfilmungen aufgrund der erstmaligen Kino Superheldenkonstellation von Batman und Superman und auch weil Wonder Woman und der Justice League Film darin eingeleitet werden. Dank Affleck, Gadot und Eisenberg hat der Film, der auch optisch schön aussieht, einiges zu bieten. Aber zu viele Slow Motion Aufnahmen, ein schwaches Drehbuch, ein suboptimaler Showdown und ein nicht enden wollendes Ende machen die Pflicht auch anstrengend. Batman v Superman hat durchaus seine Momente, wird dem Hype aber leider nicht gerecht. Vielleicht funktioniert er besser in Kombination mit den noch ausstehenden Filmen aus dem DC Universe.

 

6
Yawn of Justice

Pros

  • Eisenbergs Lex Luthor
  • Wonder Woman Einführung
  • Affleck - bis auf das Batkostüm
  • Musik (meistens)

Kontras

  • Aufbau/Struktur
  • Viel zu viele Zeitlupen
  • Das CGI Monster
  • Teile der Action

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
6