Review: London Has Fallen

Olympus Has Fallen (2013) war nur der Anfang verspricht das Plakat zu London Has Fallen, der am 10. März hier in die Kinos kommt. Verspricht oder droht?

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“Go back to Fuckheadistan!”

Nach dem unerwarteten Tod des britischen Premierministers fliegen die Staatsoberhäupter der westlichen Welt zur Beerdigung nach London. Natürlich nimmt auch US-Präsident Benjamin Asher (Aaron Eckhart) daran teil, obwohl die Veranstaltung ein Albtraum für sein Sicherheitsteam ist. Aber schließlich wird Asher von seinem Leibwächter Mike Banning (Gerard Butler) begleitet. Kaum an der Kirche angekommen, bricht mörderisches Chaos aus und schnell wird klar: hier hat es jemand auf den US-Präsidenten abgesehen. Dieser jemand ist Aamir Barkawi (Alon Moni Aboutboul), ein Waffenhändler, der eine sehr persönliche Rechnung mit Asher offen hat und dafür bereit ist, eine ganze Stadt als Kollateralschaden abzuhaken. Aber Banning nimmt seinen Job ernst. Sehr ernst.

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Man(n) erinnert sich vielleicht: 2013 rettete Gerard Butler im Alleingang den POTUS vor Bösewichtern. Kollateralschaden damals war das Weiße Haus. Kann man ja mal machen. Jetzt also ein zweiter Film um Banning und den Präsidenten. Allerdings wäre es wenig originell, die frisch renovierte Präsidentenhütte erneut in Schutt und Asche zu legen. Zudem beschränkt sich Bannings Talent darauf, alles abmurksen zu können, was seinen Schutzbefohlenen bedroht. Wie kann man also den Einsatz erhöhen? Richtig, man verlegt die Handlung in eine Großstadt. London bot sich dafür an, denn man kennt die Wahrzeichen, und mit seinem hohen Anteil an unwestlich aussehenden Bürgern ist London geradezu ein Eldorado für einen Film, bei dem jeder Nicht-Amerikaner automatisch ein Feind ist. Man will den Zuschauer schließlich nicht überfordern.

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Das klingt alles sehr nach Die Hard in London, aber diesen Vergleich sollte man wohl besser nicht in Hörweite von Bruce Willis von sich geben. Die folgende Ordnungsschelle hätte man sich nämlich redlich verdient. Mit überzogenem Machismogehabe Bannings wird die Präsi-Bodyguard Bromance für das männliche Zielpublikum, das seinem Hirn 99 Minute Sendepause gönnen will, akzeptabel gemacht. Die Special Effects sind grottig, aber hier liegt der Schwerpunkt ohnehin auf der Gewalt (FSK: ab 16). Banning schießt, prügelt und metzelt sich durch die Gegend nach dem Motto Kill’em all and let God sort’em out – kein Wunder, dass Morgan Freeman so unbegeistert dreinblickt. Das gibt Überstunden.

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Aber es ist ja nicht alles schlecht. Da gibt es zum einen ein paar wirklich coole Sprüche und die Szenen mit den drei europäischen Staatsoberhäuptern sind schon sehr unterhaltsam. Allein schon ihre Darstellung: der lüsterne Italiener, der Franzose mit dem Champagner im Eiskübel und die trutschige Bundeskanzlerin Agnes Bruckner erst … der Film mag ein Trump’sches Weltbild haben, aber in diesem Moment ist es einfach grandios komisch. Passend zu diesem Weltbild ist auch der Bösewicht ein übersimplifizierter, rachsüchtiger Ausländer im Anzug. Würde man diesen Film auch nur ansatzweise Ernst nehmen, würde man feststellen, dass Barkawi in Sachen Einfluss und Vorausdenken den Amerikanern weit überlegen sein muss, wenn man bedenkt, in welch kurzer Zeit seine Schergen die diversen Institutionen infiltriert haben. Aber so genau soll man ja gar nicht nachdenken und Absicht war das bestimmt auch keine.

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Fazit

Das Vierte goes Kino: B-Movie trifft auf Playstation 4. Nur für Freunde von politisch unkorrekten Sprüchen, miesem CGI, hohem Bodycount und kompletter Abwesenheit von Sinn und Verstand. Die Brutalität sinnlos, die Action zügig – wem das reicht, der wird hier einigermaßen gut bedient.

3.5
Metzelfest

Pros

  • Die Sprüche
  • Die europäischen Staatsoberhäupter
  • Action bescheuert aber zügig

Kontras

  • Story hirnrissig
  • Miese CGI-Effekte
  • Das übersimple Weltbild

Unser Fazit


Handlung
3
Präsentation
4