Review: Hail, Caesar!

Wenige Tage nachdem Hail, Caesar! die Berlinale eröffnete, kommt der neue Film der Coen-Brüder am 18. Februar in die Kinos. Jede Sekunde, die bisher davon zu sehen war, verspricht einen herrlich witzigen Nostalgie-Trip allererster Güte, aber wie sieht das über die vollen 106 Minuten aus? Und kann Alden Ehrenreich mit dem Starensemble mithalten?

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Eddie Mannix (Josh Brolin) ist der Mann für besondere Probleme beim Filmstudio Capitol Pictures. Gibt es ein Problem, Mannix löst es. Könnte es ein Problem geben, Mannix verhindert es. Egal, ob es um den Segen von kirchlichen Oberhäuptern für das anstehende Bibel-Epos Hail, Caesar! geht, Aqua-Star DeeAnna Moran (Scarlet Johansson) vor einer PR-Katastrophe bewahrt werden muss oder als Regisseur Laurence Laurentz (Ralph Fiennes) in Rage ist, als man ihm den Westernhelden Hobie Doyle (Ehrenreich) für sein neuestes elegantes Drama aufs Auge drückt. Sein Arbeitstag fängt vor Sonnenaufgang an und ist selbst nach Sonnenuntergang noch lange nicht fertig. Als auch noch Baird Whitlock (George Clooney), Capitols größter Star und Star von Hail, Caesar! am helllichtem Tag entführt wird, verspricht es ein besonders langer Arbeitstag für Mannix zu werden.

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Hail, Caesar! ist wie eine Schatzkiste, die mit 50er Jahre Schmuckstücken überquillt. Wer ein Faible für das Goldene Zeitalter Hollywoods hat, dem wird das Herz aufgehen beim Anblick eines steppenden Channing Tatum im Matrosenkostüm, bei der großen Wasserballet-Nummer à la Esther Williams, oder bei dem Bibel-Epos mit George Clooney in Sandalen, das Erinnerungen an den Richard Burton Monumentalfilmklassiker Das Gewand von 1953 wachruft. Diese Momente sind perfekt umgesetzt. Vom genialen Kostümdesign bis zu den ideal besetzten Schauspielern stimmt alles. Dazu sprüht das Drehbuch nur so vor witzigen Ideen. Auch die Idee, dass all diese verschiedenen Impressionen des ganz normalen Wahnsinns eines Filmstudiogeländes, durch die Geschichte von Eddie Mannix zusammengehalten werden, funktioniert wunderbar. Hätte man es dabei belassen, wäre sicherlich die Höchstnote für Hail, Caesar! fällig gewesen. Allerdings nur im Originalton, denn hier zeigt sich wieder einmal, dass ein Film in der Synchronisation erheblich verlieren kann.

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Ethan und Joel Coen hatten eine Menge guter Ideen für den Film. Eine der weniger guten war es, die Entführung von Whitlock als zweiten großen Handlungsstrang auszuwalzen. Als Mannix Whitlock in einer Szene ein paar saftige Backpfeifen verpasst, dann ist es, als ob Mannix dies auch für den Zuschauer tut. Nicht weil Clooney es verdient hätte, denn sein Baird Whitlock ist unfassbar dämlich und jede Filmsekunde wert, aber weil von allen Ideen in diesem Film, es die am uninteressantesten ausgearbeitete ist. Anfangs noch witzig, verläuft es sich in dröges, repetitives Geschwafel, bis es dann wieder in einer herrlich bizarren Szene abgeschlossen wird. So viele Minuten Film, die in jeder der anderen Geschichten besser aufgehoben wären. Wie gern hätte man noch mehr von Laurence Laurentz gesehen, den Fiennes so unnachahmlich leidend spielt und dessen Szenen bereits fast komplett in den Trailern und Featurettes gezeigt wurden. Mehr gibt es dafür von Hobie Doyle zu sehen und Ehrenreich ist sicherlich die Entdeckung des Films.

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Fazit

Eine schönere Homage an das Goldene Zeitalter Hollywoods kann man sich kaum vorstellen. Perfektes Produktions- und Kostümdesign und spektakuläre Aqua- und Tanznummern lassen die 50er auferstehen. Wäre die Gewichtung der Geschichten so optimal wie die Besetzung, wäre der Film perfekt. So aber hat er seine Längen. Trotzdem: wer die Filme jener Zeit kennt und liebt, für den ist Hail, Caesar! ein absolutes Muss! Falls möglich, im Originalton.

8
Nostalgisch

Pros

  • Perfektes Zeitkolorit
  • Die Tanznummer von Tatum
  • Das Star-Ensemble
  • Die Filme im Film
  • Der Humor

Kontras

  • Entführungs-Story viel zu lang
  • Zu wenig Film-in-Film
  • Synchro

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
9