Review: Die Hüterin der Wahrheit – Dinas Bestimmung

Zur großen Überraschung  von niemandem, kann auch der Februar mit einer Jugendbuchverfilmung aufwarten. Am 18. Februar startet die dänische Produktion Die Hüterin der Wahrheit – Dinas Bestimmung, die auf dem erfolgreichen Fantasy-Jugendroman „Skammerens Datter“ der dänischen Autorin Lene Kaaberbøl basiert, im Kino. Ein Film zum vormerken oder zum verzichten, quasi als cineastisches Fastenzeit-Opfer?

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Dina (Rebecca Emilie Sattrup) hat die übernatürliche Fähigkeit ihrer Mutter Melussina (Maria Bonnevie) geerbt. Sieht sie einem Menschen in die Augen, erkennt sie sofort die Sünden und Schwächen, für die er sich schämt. Als der Thronfolger des Königreichs Dunark beschuldigt wird, den König ermordet zu haben, wird Dinas Mutter gerufen, denn Prinz Nicodemus (Jakob Oftebro) weigert sich zu gestehen. Aber als Melussina erklärt, dass er unschuldig ist, verlangt der zwielichtige Drakan (Peter Plauberg) eine zweite Meinung: die von Dina. Plötzlich findet sich das junge Mädchen inmitten eines erbitterten Machtkampfes wieder und um sich, ihre Mutter und auch das Königreich zu retten, muss sie gegen Drachen, den wahren Täter und seine Armee antreten.

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Es ist eine der teuersten dänischen Filmproduktionen aller Zeiten, das Jugendbuch war ein Erfolg, die Hauptdarstellerin Rebecca Emilie Sattrup setzte sich gegen 4.500 Mädchen durch und die Erwachsenenfiguren wurden mit skandinavischer Schauspiel-Elite besetzt, aber was auf dem Papier gut und teuer ist, sieht auf der Leinwand oft ganz anders aus. So auch im Fall der Hüterin der Wahrheit, bei dem man sich unweigerlich fragt, ob sich hier eine TV-Produktion auf die große Leinwand verirrt hat. Das liegt nicht an der Geschichte, die für junge Fantasy-Fans sicherlich spannend ist und die ja auch gern mal ins Kino wollen. Auch die junge Hauptdarstellerin hinterlässt einen rundum positiven Eindruck, die Landschaft ist schön und . . . das war es dann auch. Die Kulissen erinnern teilweise an die von Fahrattraktionen eines Vergnügungsparks, die Drachen sehen aus wie schlecht animierte Verwandte von Waranen, die Dialoge schwanken zwischen hölzern und albern, die Handlung ist bedauerlich vorhersehbar, die Schauspieler lassen sich zu over-acting hinreißen und es sind Szenen drin, die auch für ältere Kinder einfach nichts sind. Dazu kommt, dass sich die 96 Min. Laufzeit anfühlen wie eine halbe Ewigkeit.

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Fazit

Gewollt aber nicht gekonnt: Die Hüterin der Wahrheit – Dinas Bestimmung ist ein Film, der ins Ferien-Nachmittagsprogramm der Öffentlich-Rechtlichen gehört, aber nicht ins Kino. Er ist zwar spannend für Kinder, aber nicht konsequent für sie zugeschnitten (FSK steht noch aus), suboptimal für anspruchsvolle Teen Fantasy Fans und für ältere Zuschauer ist die Kombination aus miesen Dialogen, over-acting und unüberzeugenden Requisiten & Effekten sowieso eine Zumutung.

3.5
Schlecht

Pros

  • Für Kinder spannend
  • Gute Hauptdarstellerin
  • Grundidee interessant

Kontras

  • Unpassende Szenen für Kinder
  • Die Dialoge
  • Das over-acting
  • TV-Produktion Look
  • Die Effekte

Unser Fazit


Handlung
4
Präsentation
3