Review: Mozart in the Jungle – Season 1 & 2 (OV)

Als die Amazon Originals Serie Mozart in the Jungle bei den diesjährigen Golden Globes gleich zwei der begehrten Auszeichnungen erhielt, als beste TV Comedy Serie und für den besten Darsteller in einer TV Comedy Serie, fragten sich viele überrascht: Mozart … wo?  Schließlich gilt die Serie um ein Symphonieorchester in New York City auch in seiner zweiten Season noch als Geheimtipp und dass, obwohl sie absolut süchtig macht. Grund genug für uns, sie hier einmal vorzustellen.

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Sex & Music in the City

Als Gloria Windsor (Bernadette Peters), die Leiterin der New York Symphony, den jungen und unkonventionellen Dirigenten Rodrigo De Souza (Gael Garcia Bernal) nach New York holt, um den alternden Stardirigenten Thomas Pembridge (Malcolm McDowell) zu ersetzen, ist nicht jeder von dieser Entscheidung begeistert. Zeigen sich die vornehmlich reichen und alten Gönnerinnen begeistert vom neuen Maestro, gibt es Gegenwind im Aufsichtsrat, und auch die Mitglieder des Orchesters müssen sich erst an den frischen Wind, der jetzt durch die alt ehrwürdige Institution weht, gewöhnen. Die junge Oboistin Hailey Rutledge (Lola Kirke), die davon träumt auch einmal im Orchester zu spielen, bis dahin aber Oboe Stunden gibt, um es sich überhaupt leisten zu können in New York zu wohnen, erhält unerwartet die Stelle als Rodrigos Assistentin. Intrigen, Premieren, Verhandlungen, eine Auslandstournee, Gespräche mit toten Komponisten und heimliche Romanzen nehmen ihren Lauf.

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Mozart in the Jungle basiert auf den gleichnamigen Memoiren, Mozart in the Jungle: Sex, Drugs & Classical Music, von Blair Tindall und wurde von Roman Coppola (Moonrise Kingdom), Jason Schwartzman (The Darjeeling Limited) und Paul Weitz (About a Boy) produziert. Jede der beiden Staffeln geht über 10 Episoden, die jeweils knapp eine halbe Stunde lang sind. Beide können bei Amazon Prime Video gestreamed werden. Für die erste Staffel gibt es die Audio Optionen Deutsch und Englisch, für die zweite ist aktuell nur die Originalfassung verfügbar, die deutsche Version wird es ab 12. Februar geben. Für Prime Kunden ist die Serie im Abo enthalten. Die Pilotfolge ist für alle gratis – und ausgerechnet die Pilotfolge ist, wie so oft, die schwächste der ganzen Serie.

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Der Vergleich mit Sex & the City ist natürlich unvermeidlich, aber Mozart in the Jungle ist ihre ganz eigene Serie. New York City gibt einen wunderbaren Hintergrund ab für die Handlung, die man durchaus als bunt durcheinandergewürfelt bezeichnen darf. Mag diese auch nicht genial sein, wird sie dafür vom Drehbuch mit leichter Hand und vielen witzigen, charmanten und skurrilen Momenten unterhaltsam präsentiert und jede Episode ist so schnell rum, dass man am liebsten die nächste gleich hinterher sehen möchte. Dazu kommt eine großartige Auswahl klassischer Musik, die auch sehr einsteigerfreundlich ist. Womit Mozart in the Jungle aber am meisten besticht, ist mit dem Ensemble. Gael Garcia Bernal, der personifizierte Charme auf zwei Beinen mit dem Bambi-Blick, ist so liebenswert, witzig und sexy, dass er allein es schon wert wäre, die Serie zu streamen. Großartig sind aber auch Bernadette Peters, Saffron Burrows, Malcolm McDowell, Debra Monk, Mark Blum, Dermot Mulroney und Lola Kirke, die als “Hailai”, wie Rodrigo sie unbeirrt nennt, eine wunderbare Chemie mit dem Maestro hat. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, Nora Arnezeder als Ana Maria ist z.B. etwas übertrieben, kommt dafür aber nicht so oft vor. Klassik Freunde werden außerdem Spaß daran haben, die Augen nach den Gaststars aufzuhalten, darunter Gustavo Dudamel, Alan Gilbert und Lang Lang.

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Fazit

Mit Mozart in the Jungle legt Amazon eine Serie hin, die gelegentlich etwas albern ist, aber einfach Spaß macht und sich bestens zum “binge-watching” eignet. Dank dem unwiderstehlichen Gael Garcia Bernal, dem grandiosen Ensemble, der Musik und dem locker-flockigen und doch auch ernsten Drehbuch, ist die Serie ideal für Freunde von New York basierten Komödien, die sich gern mal mit Intrigen und Romanzen (am Bildschirm) die Zeit vertreiben.

 

8
Große Klassik

Pros

  • Tolle Schauspieler
  • Charmant, witzig, kurzweilig
  • Grandiose Musikauswahl

Kontras

  • Pilotfolge relativ schwach
  • Handlung bisschen wirr

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
9