Review: Die 5. Welle

Man könnte meinen, dass die großen Filmstudios keine Gnade kennen, denn am 14. Januar kommt mit Die 5. Welle die nächste Jugendbuchverfilmung in die Kinos. Nach Vampiren, Spotttölpeln und Jungs, die durchs Labyrinth rennen, jetzt auch noch Teens vs Aliens. Na toll. Oder vielleicht doch toll?

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Cassie (Chloë Grace Moretz) ist ein ganz normaler Teenager und wie alle anderen Menschen ist sie nicht darauf vorbereitet, als das Unglaubliche passiert: ein gigantisches Alien-Schiff taucht plötzlich am Himmel auf. Mit einem gewaltigen elektromagnetischen Impuls beginnen die Angriffswellen der Aliens. Als Cassie von ihrem kleinen Bruder getrennt wird, versucht sie verzweifelt alles, um ihn wiederzufinden. Auf dem Weg trifft sie auf Evan (Alex Roe), der nicht nur gut aussieht, sondern sich auch noch sehr hilfsbereit zeigt. Aber kann Cassie ihm trauen?

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Wie Die Tribute von Panem bereits erfolgreich gezeigt hat, können Jugendbuchverfilmungen durchaus ansprechend für ein großes Publikum sein. Eine gute Story, ein gutes Drehbuch und gute Schauspieler – Die 5. Welle liefert hier auf voller Breite bis etwa zur Mitte des Films. Es ist wie ein Fall von zwei Filme für den Preis von einem, denn die erste Hälfte des 122 Minuten langen Films ist einfach richtig gut gemachtes Sci-Fi Kino und die zweite Hälfte ist, man kann es kaum netter sagen, Teen-Kitsch. Aber fangen wir vorne an: Chloë Grace Moretz überzeugt als normaler Teenager ohne besondere Talente, die sich plötzlich als superpraktisch zur Errettung der Welt vor Außerirdischen erweisen. Die Alienbedrohung ist super umgesetzt, auch von der Atmosphäre, den Effekten und dem Erzähltempo her, spannend und mit ein paar Überraschungsmomenten, die nur sehr erfahrene Freunde der diversen Alien-Verschwörung-Genres erahnen werden. Natürlich gibt es Logiklöcher zuhauf, aber angesichts der unterhaltsamen Inszenierung kann man schon mal ein Auge zudrücken. Was dann aber passiert, ist eine Schande, gegen die die Logiklöcher verblassen, denn auf einmal werden die Klischees ausgepackt. Statt dystopischer Aussichten gibts die auf den nackten Oberkörper von Evan, geben die Schauspieler Sätze von sich, die auch aus einem Nicolas Sparks stammen könnten, und die Kinder und Teenager der Welt müssen mal wieder alles im Alleingang retten – als heroische Soldaten, gegen die die Special Forces nichts sind. Natürlich. Das Cassie zwischen zwei Jungs steht, trägt auch nicht gerade zur Originalität bei. Die Schauspieler geben ihr Bestes, aber die Mängel des Drehbuchs lassen sich nicht überspielen.

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Fazit

Die 5. Welle ist zwar ein durchgehend unterhaltsamer und spannender Film, allerdings verschenkt er fast sein ganzes Potential, als das Drehbuch nach starkem düsteren Endzeit-Auftakt in Teen-Kitsch und Klischees versumpft. Für das Zielpublikum (14+; FSK: ab 12) sicherlich unterhaltsam, für Ältere mit Abstrichen. Nicht schlecht, aber da wäre mehr drin gewesen.

6.5
Teen SciFi

Pros

  • Spannende & interessante 1. Hälfte
  • Bedrohung gut umgesetzt
  • Gute Heldin / Moretz

Kontras

  • Drehbuch
  • Klischees, Kitsch & Logiklöcher
  • Die Kinder Supersoldaten Storyline

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
7