Review: Jane Got a Gun

Auf den allerletzten Drücker kommt Jane Got a Gun am 31. Dezember 2015 in die deutschen Kinos. Aber soll man den Western, der irgendwie gar nicht fertig werden wollte und bei dem sich Regisseure und Schauspieler die Klinke in die Hand gaben, mit ins neue Jahr nehmen oder ihn ungesehen als so 2015 abhaken?

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Sieben Jahre nachdem sie mit ihrem Mann Ham (Noah Emmerich) aus den Fängen der ruchlosen „Bishop Boys“ Bande floh und eine Familie fernab der Zivilisation gründete, holt die Vergangenheit Jane (Natalie Portman) wieder ein. Die gefürchtete Bande rund um ihren brutalen Anführer John Bishop (Ewan McGregor) hat das Paar aufgespürt und sinnt auf Vergeltung, denn Ham war einst selbst einer von ihnen. Doch Jane ist fest entschlossen, ihr neues Leben und ihre Tochter mit allen Mitteln zu verteidigen. Als Ham schwerverletzt um sein Leben ringt, bleibt Jane nur eine Wahl: Sie ruft ihren einstigen Verlobten Dan Frost (Joel Edgerton) zu Hilfe. Zusammen wappnen sie sich auf der Ranch für den großen Showdown.

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Western sind Geschmacksache. Wem noch kein Western gefallen hat, der braucht sich diesen nicht geben. Selbiges gilt, wenn man Django Unchained für einen optimalen Western hält oder überhaupt nur die modernen Neuinterpretationen des Genres schätzt. Wer aber mit Western groß wurde und die komplette Bandbreite von amerikanischen B-Western aus den 40ern und 50ern über Spaghetti-Western bis zu Spiel mir das Lied vom Tod gesehen hat – und zwar gern – der macht mit Jane Got a Gun nicht viel falsch. Der Film von Regisseur Gavin O’Connor (Warrior) bringt zwar nichts Neues zum Genre, eine weibliche Westernheldin gab es schließlich schon 1954 mit Joan Crawford im Kultstreifen Johnny Guitar – Wenn Frauen hassen, aber auch wenn ihm Überraschungsmomente fehlen, ist es ein solider Western. Letzteres ist vor allem den beiden Hauptdarstellern zu verdanken, die beide genug Verstand beweisen, ihre Rollen weder mit Bedeutung zu überfrachten, noch sie ironisch anzulegen. Dazu kommen eine klassische Story, Schießereien, Helden und Bösewichte auf Pferden und natürlich die typische trockene, steinige Westernlandschaft.

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Auch mit seinen 98 Minuten Laufzeit und der FSK 12 entspricht Jane Got a Gun eher einem klassischen Western als einer modernen zwei Stunden Prärie- und Kugelorgie. Was dem Film aber eine definitive B-Note verpasst, ist der überzeichnete Look von Ewan McGregor, der optisch schon fast wie die Karikatur eines Bösewichts daherkommt. Das Ende des Films wird manchem zwar zu simpel sein, aber hier bleibt sich der Film nicht nur treu, sondern wartet in einem Moment mit einer unerwartet grandiosen Szene auf.

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Fazit

Jane Got a Gun ist ein klassischer Western, aber kein Klassiker. Ordentlich, aber nicht genial. Mit guten Darstellungen, besonders von Portman und Edgerton, und konsequent weder innovativ oder experimentell, ist er etwas für diejenigen, die immer jammern, dass es keine Western mehr wie früher gibt. Das Tempo des Films ist übrigens auch eher old-school, also nichts für Ungeduldige.

 

7
Besserer B-Western

Pros

  • Portman & Edgerton
  • Klassische Story
  • Ende mit Pfiff

Kontras

  • McGregor Variete Look
  • Klassische Story
  • Old-school Tempo

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8