Review: The Last Witch Hunter

Seit sich Jeremy Renner 2013 in „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ eine Insulinspritze ins Bein jagte, schaudert es so manchen beim bloßen Gedanken an Hexenjäger und das nicht in wohliger Form. Nun kommt am 22. Oktober The Last Witch Hunter mit Vin Diesel als selbigem in die Kinos. Kann er mit Hilfe von Michael Caine und Elijah Wood den Ruf von Hexenjägern wieder herstellen?

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Man sieht es ihm nicht an, aber Kaulder (Diesel) ist ein 800-jähriger Hexenjäger im Dienst der Axt & Kreuz Bruderschaft. Mit seiner Unsterblichkeit hat ihn die Hexenkönigin (Julie Engelbrecht) verflucht, als er sie tötete, damit er seine geliebte Familie auch nach dem Tod nicht wiedersehen kann. Doch jetzt sieht es so aus, als würde sie wiederauferstehen und Kaulder braucht alle Hilfe, die er bekommen kann, um New York und die Welt vor der Hexenkönigin zu retten. Zum Glück gibt es die unerschrockene Chloe (Rose Leslie, Game of Thrones) und den 37. Dolan (Elijah Wood), den Ratgeber und Biographen an seiner Seite. Aber nicht alles ist, was es scheint, und so läuft alles auf eine epische Schlacht hinaus.

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Vin Diesel ist ein netter Typ und dafür bekannt, cool auf heißen Rädern durch die Gegend zu brettern, ohne dabei sein Publikum intellektuell zu überfordern. Dass Diesel seit langem davon träumt, einmal in einem Action-Fantasy-Film mitzuspielen, hängt mit seiner Vorliebe für Fantasy Filme wie Highlander – Es kann nur einen geben (1986) oder das Video-Spiel Dungeons & Dragons zusammen. Den Wunsch erfuhr auch Drehbuchautor Cory Goodman, der ihm daraufhin das Drehbuch zu The Last Witch Hunter gab – sehr zu Diesels Freude, der beschloss, nicht nur die Hauptrolle zu spielen, sondern auch als Produzent tätig zu werden. Doch netter Typ hin, mit Herzblut dabei her, das netteste, was man über diesen Film sagen kann, ist das Vin Diesels Kaulder keinen Diabetes hat.

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The Last Witch Hunter ist also kein Fantasy Spektakel, das ein breites Publikum ansprechen wird, aber ganz schlecht ist er dann auch wieder nicht. Nun ist das Drehbuch zwar wenig berauschend, aber das Tempo stimmt. Die Dialoge sind Mist, aber Elijah Wood bringt seine Zeilen sehr unterhaltsam rüber. Die Hexenkönigin geht einem auf den Geist in ihrer bemühten Hässlichkeit, aber dafür macht einem Rose Leslie Freude. Das Make-Up und Kostüm lassen Vin Diesel in Kaulders jungen Jahren aussehen, wie das Mitglied einer mittelalterlichen Death Metal Band mit angeklebtem Bart und Kaminvorleger um die Schultern, aber dafür ist das Produktionsdesign gerade in den Gegenwartsszenen atmosphärisch sehr gelungen. Diesel selbst ist mit Ernst und Charme dabei, natürlich auch mit Schwert und schnellem Auto, aber so recht verkaufen kann auch er den ganzen Unsinn nicht. Er ist, und das wird hier mehr als einmal deutlich, halt kein begnadeter Schauspieler. Irgendwie sind in den ganzen 107 Minuten die guten Absichten zu spüren, aber gewollt ist halt nicht gekonnt. Es passt, dass die Musik einem permanent mehr verspricht, als die Leinwand dann hergibt.

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Fazit

The Last Witch Hunter unterhält auf eine anspruchslose und unoriginelle Art. Sympath Diesel gibt mit minimalem Mimikaufwand den Helden, der nicht nur unter der Einsamkeit, sondern vor allem dem Drehbuch leidet. Nicht gut genug, um ihn der Allgemeinheit zu empfehlen, aber okay für Fanboys und Fangirls des Genres, denen es reicht, dass die Liste der üblichen Zutaten ästhetisch ansprechend und einigermaßen unterhaltsam abgehakt wird.

4.5
Geht so

Pros

  • Leslie & Wood
  • Produktionsdesign
  • Nette Effekte

Kontras

  • Drehbuch & Dialoge
  • Unoriginell
  • Überambitionierter Score

Unser Fazit


Handlung
4
Präsentation
5