Review: Crimson Peak

Ein verfallenes Herrenhaus, prächtige Kostüme, Gespenster, Leidenschaft, Wahnsinn und die Ankündigung Tom Hiddleston werde sich statt Mia Wasikowska ausziehen, dazu das ganze geschrieben und verfilmt von Guillermo del Toro – kann einen etwas anderes erwarten als Gothic-Horror vom Feinsten, wenn am 15. Oktober Crimson Peak in die Kinos kommt?

Crimson Peak

Im Jahr 1901 sucht der adlige, aber verarmte Engländer Sir Thomas Sharpe (Tom Hiddleston) in Amerika nach einem Geldgeber für die von ihm entworfene Maschine, mit welcher der wertvolle, blutrote Ton auf seinem Grundstück abgebaut werden könnte. Als er ein Auge auf die einzige Tochter von Carter Cushing (Jim Beaver) wirft, blitzt er bei dem wohlhabenden Industriellen doppelt ab. Auch seine Schwester Lady Lucille (Jessica Chastain) ist nicht begeistert von seiner Wahl. Aber Edith (Mia Wasikowska), die, inspiriert von dem frühen Tod ihrer Mutter, einen Gespensterroman geschrieben hat, kann sich Sir Sharpes Charme nicht entziehen und willigt ein seine Frau zu werden. Nichtsahnend, welche Geheimnisse Allerdale Hall, ihr neues Zuhause, in sich birgt.

Crimson Peak_Szenenbilder_06

Mit Guillermo del Toro assoziiert man spontan Edelhorror à la Pans Labyrinth und auch Crimson Peak fällt in diese Kategorie. Hier geht es um eine Liebesgeschichte im Gothic Horror Gewand. Allerdings sind die gruseligen Momente in Crimson Peak eher so lala, dafür sind die brutalen so richtig heftig (FSK ab 16 Jahren). Vielleicht wäre der Film gruseliger, hätte del Toro noch mehr der Fantasie des Zuschauers überlassen, indem er das Zeigen des Geistes herausgezögert hätte – der Film ist immerhin 119min lang. Dann wäre man vermutlich auch nervlich zu angespannt, um sich zu fragen, ob die Special Effects nicht besser sein könnten. Was allerdings kaum besser geht ist die Ausstattung: Crimson Peak ist eine wahre Augenweide für Freunde von Gothic Horror und verfallener Pracht. Es muss schon mit unrechten Dingen zugehen, wenn es keine Oscar Nominierungen für das Produktionsdesign und die Kostüme gibt. Auch Fernando Velázquez Musik ist ein Genuss.

Crimson Peak_Szenenbilder_07

Das sich Del Toro mit dem Genre bestens auskennt, zeigt nicht nur das Décor, sondern auch das Drehbuch. Alle typischen Elemente sind vorhanden, was die Geschichte allerdings für darin Belesene sehr vorhersehbar macht. So setzt man bei einer schockierenden Enthüllung auch eher ein geistiges Häkchen auf der Zutatenliste eines Schauerromans, als wirklich abgestoßen zu sein. Was aber nicht heißen soll, dass man in Langeweile vergeht, denn neben den opulenten Bildern reißen es die Schauspieler raus. Jessica Chastain will nach dem Film auch keiner als Schwägerin haben und hätte er nicht so viel Charme, könnte Tom Hiddleston sogar glatt die Damen kurieren, die sich nach einem stillen, leidenden, geheimnisvollen Helden verzehren. Apropos Hiddleston, ja, er lockert das Kragenknöpfchen und noch ein paar mehr, aber wie so oft ist viel Lärm um nichts im Vorfeld gemacht worden. Mia Wasikowska ist wieder einmal sehr gut, auch wenn ihre Synchronsprecherin sie gerade anfangs klingen lässt wie ein dummes Mädchen. Unter seinen Möglichkeiten bleibt allerdings Charlie Hunnam, dessen Rolle aber zugegebenermaßen mager ist.

Crimson Peak_Szenenbilder_03

Fazit

Crimson Peak ist vor allem eines: ein opulentes Fest für das Auge. Egal ob Produktionsdesign, Kostüme, Schauspieler oder die Musik – stimmungsvoller geht es kaum. Ob sich wohliger Schauer einstellt, hängt allerdings sehr von der Vorbildung im Genre ab, immerhin sind einige ausgesucht brutale Stellen durchaus verstörend. Hätte man mehr Arbeit in die Effekte und gleichzeitig mehr Zurückhaltung bei der Zurschaustellung selbiger gezeigt, wäre Crimson Peak nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch ein Gruselfest geworden.

7
Fürs Auge

Pros

  • Prächtige Ausstattung & Kostüme
  • Sehr schöne Musik
  • Gute Schauspieler

Kontras

  • Special Effects / Monster so lala
  • Story durchschnittliche Gothic-Romance

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8