Review: Runbow (Wii U)

Während die meisten Third Party Publisher Nintendos Wii U aufgrund der schlechten Verkaufszahlen praktisch aufgegeben haben, nutzen immer mehr Indie Entwickler diese Marktlücke um ihre eigenen Titel zwischen Nintendos großen Veröffentlichungen ins Rampenlicht zu rücken. Zu diesen “Nindie” Entwicklern gehört auch das kanadische Studio 13AM GAMES, das am 3. September 2015 seinen Wii U Exklusivtitel Runbow im Nintendo eShop veröffentlicht. Ich habe mir die bunte Multiplayer Plattformer Action für euch angesehen und darf euch nun verraten, ob das Spiel sein Geld wert ist.

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Bunte Multiplayer Action

Bei Runbow handelt es sich um einen Multiplayer orientierten Action-Plattformer mit einzigartigen Features und Einflüssen aus dem Brawler Genre. Markenzeichen von Runbow ist die zyklisch wechselnde Farbpalette der Level, welche die Gestaltung des Level außerdem maßgeblich beeinflusst. Elemente in der aktuellen Hintergrundfarbe existieren nicht, bis der Hintergrund einen anderen Farbton annimmt und die Elemente wieder sichtbar werden. Im Spiel handelt es sich dabei meistens um Plattformen, die dem Spieler halt bieten oder Barrieren, die Wege blockieren. Diese Spielmechanik ist nicht nur frisch, sondern verleiht dem Spiel zugleich auch seinen ganz eigenen Charme.

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Im Spiel schlüpft ihr in die Rolle von Hue (männlich) oder Val (weiblich), deren Outfit und Farbe ihr nach euren eigenen Wünschen anpassen könnt. Neue Kostüme schaltet ihr dabei regelmäßig frei, sodass es genügend Auswahl für alle potenziellen Spieler gibt. Viel interessanter sind jedoch die über ein Dutzend Indie Charaktere aus anderen Indie Spielen im eShop. Darunter finden sich unter anderem Shovel Knight, Gunvolt, Xeodrifter, Max (Mutant Mudds), Rusty (Steamworld Dig), CommanderVideo (BIT.TRIP) und viele mehr. Dieser Mix aus der Indie Welt verpasst Runbow etwas Super Smash Bros. Feeling, obwohl sich die Spiele ansonsten kaum ähneln.

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Spielmodi soweit das Auge reicht

Im Kernmodus von Runbow, dem Run, stürzen sich bis zu neun Spieler zeitgleich in ein kurzes Plattformer Level und versuchen als Erster an den Pokal am Ende des Levels zu kommen. Der Weg dorthin ist jedoch mit Hindernissen gespickt und auch andere Spieler können euch eins auf die Mütze geben oder Power-Ups verwenden, sodass es im Run stets sehr hektisch und spannend zur Sache geht. Nach dem Abschluss eines Levels gibt es außerdem nur wenige Sekunden Verschnaufpause, bevor das nächste Run Level beginnt. Es ist anzumerken, dass es in Runbow kein Leben- oder Schadensmodell gibt. Zwar können euch andere Spieler oder Gegner mit einem Schlag kurzzeitig bewegungsunfähig machen, doch bedeutet ein Sturz in den Tod zeitgleich auch das Ausscheiden aus der aktuellen Runde.

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Ein weiterer sehr spaßiger Modus ist Arena. In der Arena gilt es am längsten zu überleben und seine Kontrahenten aus dem Weg zu räumen. Dazu stehen euch auch hier zahlreiche Power-Ups zur Verfügung und diverse Gefahren im Level selbst erfordern eure volle Aufmerksamkeit. Eine Runde in der Arena ist dabei im Regelfall noch kurzweiliger als ein Run-Level, sodass Spieler auch hier nicht allzu lange warten müssen, falls sie ihr Leben verlieren.

Ein weiterer Modus ist King of the Hill. In diesem Modus müssen Spieler für den Sieg eine bestimmte Zeit in einem speziellen Bereich verweilen, ohne dabei von anderen Spielern in den Tod geschickt zu werden. Dieser Modus macht außerdem eine Ausnahme und erlaubt Spielern den Respawn, falls diese das Zeitliche segnen. Mir persönlich hat King of the Hill jedoch nicht so gut gefallen, da etwas vom rasanten Spielerlebnis der anderen Modi auf der Strecke bleibt.

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Interessanter wird es wieder bei Colour Master. In dieser Abwandlung des Run, spielt einer der Spieler mithilfe des GamePads Gott und versucht die anderen Spieler daran zu hindern, den Pokal am Levelende zu erreichen. Dazu stehen ihm diverse Tools auf dem Touchscreen zur Verfügung, mit denen er nicht nur die aktuelle Farbe verändern kann, sondern auch Power Ups und andere nützliche Blockaden. Colour Master macht jedoch erst richtig Spaß, wenn man in der großen Gruppe spielt, denn in Gruppen mit drei oder weniger Spielern, ist der Modus eher langweilig als spaßig.

Weiterhin gibt es zwei Modi die sich auch im Einzelspieler spielen lassen: Adventure und Bowhemoth. In Adventure gilt es insgesamt 140 kleine Challenges in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren, während ihr euch in Bowhemoth der ultimativen Herausforderung im Bauch eines riesigen Monsters stellt. Hier gilt es möglichst schnell, mit möglichst wenig Toden aus den Tiefen des Bowhemoth zu entkommen. Keine leichte Aufgabe, die zumindest mich als eher schlechten Plattformer Spieler in den Wahnsinn getrieben hat. Besonders gut: Beide Singleplayer Modi lassen sich auf Wunsch auch mit bis zu neun Freunden spielen. Vorbildlich!

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Technisch groß

Runbow präsentiert sich in einem ziemlich minimalistischen Look, der vor allem mit Farben spielt und entfernt an alte Flash Games im Browser erinnert. Mir persönlich sagt die Optik des Spiels zu und gerade die Modo-artigen Ladebildschirme gefallen mir besonders gut. Die 1080p Präsentation des Spiels ist dabei meistens flüssig und scharf, obwohl gelegentliche Einbrüche der Bildrate den Gesamteindruck etwas trüben. Auch arbeitet der Indie Entwickler derzeit noch daran einige Kinderkrankheiten des Spiels auszumerzen, die zumindest in einem Fall zum Einfrieren meiner Wii U Konsole führten. Dies sei jedoch verziehen, denn als Indie Studio mit weniger als einem Dutzend Teammitgliedern, hat man eben nicht die gleichen Möglichkeiten bei der Qualitätskontrolle, wie etwa ein AAA-Titel von Nintendo. Auch der Soundtrack könnte etwas mehr Abwechslung bieten, obwohl die vorhandenen Stücke mit ihrem Groove schon ziemlich Stimmung machen. Problematisch ist eher, dass das Spiel zu oft auf nur einen Titel zurückgreift und die Musik so schnell nervig wird.

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Vorbildliche Arbeit leistet 13AM GAMES bei der Unterstützung der Controller. Praktisch alle erdenklichen Controller Kombinationen (GamePad, Pro Controller, Classic Controller, Wiimote, Nunchuk) funktionieren mit Runbow und so ist es weniger ein Problem, bis zu neun Spieler mit einem passenden Controller zu versorgen. Die Steuerung ist ebenfalls recht simpel gehalten, was jedoch nicht immer ein gute Sache ist. So fühlt sie sich manchmal etwas überladen und unpräzise an, gerade wenn es hektisch wird. Es wäre schön, wenn hier noch eine anpassbare Steuerung nachgeliefert wird.

Der Online Modus des Spiels ist denkbar simpel gehalten und funktionierte in meinen Tests problemlos. Zwar war es nicht immer leicht genügend Spieler zu finden, doch das gleiche gilt auch für den lokalen Couch Multiplayer. Glücklicherweise lässt es sich online auch spielen, wenn keine neun Spieler gefunden wurden und private Räume ermöglichen kleine Runden mit entfernten Freunden.

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Fazit

Mit Runbow hat Entwickler 13AM GAMES eine echte Multiplayer-Spaßgranate geschaffen. Bis zu neun Spieler rennen und prügeln sich online und lokal auf der Couch durch kurze, aber spannende Level. Eine Vielzahl von Spielmodi sorgen für die nötige Abwechslung, während zahlreiche Indie Gastauftritte für etwas Super Smash Bros. Flair sorgen. Wii U Besitzer bekommen viel Spaß zum kleinen Preis – eine eShop Perle die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Runbow | Erhältlich im Wii U eShop | Preis: 13,99 Euro

8.7
Funbow

Pros

  • Frisches Gameplay
  • Viele Spielmodi / Charaktere
  • Bis zu 9 Spieler im Multiplayer

Kontras

  • Technisch noch nicht ganz fehlerfrei
  • Soundtrack bietet wenig Abwechslung
  • Steuerung nicht optimal

Unser Fazit


Gameplay
9
Präsentation
8
Umfang
9