Review: We Are Your Friends

We Are Your Friends ist für Freunde elektronischer Musik ein Song von Justice Vs. Simian von 2006. Am 27. August kommt ein Film mit demselben Titel in die Kinos und – welch Zufall – darin geht es um einen Nachwuchs DJ, gespielt von Zac Efron, der auf seinen großen Durchbruch im sonnigen Kalifornien hofft. Kann den meisten Mädels die Kamera nicht lang genug auf Efrons optischen Vorzügen halten, ist er anderen viel zu hübsch und an EDM (Electronic Dance Music) scheiden sich erst recht die Geister. Wie sieht es also mit der Kombi aus?

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“Are we ever going to be better than this?”

Der 23-jährige Cole Carter (Efron) und seine drei besten Freunde leben im Valley, also auf der falschen Seite von Los Angeles. Außer dem besten Sushi der ganzen Westküste hat das Valley nicht viel zu bieten und deshalb haben die Jungs auch einen Plan: bis zum Ende des Sommers haben sie den Weg dort raus geschafft. Cole hofft, dies als DJ zu schaffen und dafür fehlt ihm nur der eine Track, der Hit, der alles verändern wird. Als der bekannte DJ James (Wes Bentley) ihn unter seine Fittiche nimmt, scheint alles für Cole zu laufen, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht, schon gar nicht, wenn es so Ablenkungen wie James Freundin Sophie (Emily Ratajkowski) gibt.

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We Are Your Friends ist keine filmische Hymne für Hardcore EDM Jünger und kein kultureller Meilenstein voller Zitate für Leute, die eigentlich die Tanzfläche meiden wie die Pest, aber er schafft etwas viel besseres: er macht Laune! Vielleicht liegt es daran, dass er genau zum richtigen Zeitpunkt kommt. Das sonnendurchflutete Kalifornien, der leichte aber ansteckende Soundtrack, die schönen Menschen – alles passt wunderbar zum Spätsommer. Mit 96min Laufzeit hat er auch eine ideale Länge, um einen noch mit genug Energie aus dem Kino kommen zu lassen. Dabei geht es in We Are Your Friends um mehr, als nur darum, die Menschen zum tanzen zu bringen. Regisseur Max Joseph, der auch am Drehbuch mitgearbeitet hat, setzt den zweiten Schwerpunkt auf das Erwachsenwerden einer Generation, die eigentlich nicht weiß, was sie außer Spaß will. Eine Liebesgeschichte wirft er auch noch mit in den Topf. Das Ergebnis ist nicht ganz optimal, aber unterhaltsam, macht ein bisschen nachdenklich und noch mehr Lust auf die Tanzfläche.

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Während We Are Your Friends einerseits ambitioniert viel will, hat er ausgerechnet von einer Sache zu wenig: Musik. Die ist zwar gut gewählt und reicht von Years & Years bis Pyramid (die komplette Tracklist kann hier nachgesehen werden), aber es könnte echt mehr sein. Zu den stärksten Szenen gehören passenderweise Coles Momente als DJ, einmal in der sehr coolen Schlusssequenz und einmal, als er auf einer privaten Party auflegt und erklärt, was einen guten DJ ausmacht. Gelungen ist ebenfalls der Moment, in dem das Leben den Freunden zeigt, dass der Tribut für immer nur Spaß auch sehr hoch ausfallen kann. Leider funktioniert nicht alles so gut, manche Sätze sind einfach so Klischee (“Jeder Sound hat eine Seele . . . Hör einfach zu, was das wahre Leben Dir sagen will!”), mal ist eine Szene redundant, dann wiederum fehlt eine Erklärung – allein schon die Beziehung zwischen James und Cole macht wenig Sinn. Vielleicht liegt es daran, dass Regisseur Joseph mehr Erfahrung mit Kurz- und Werbefilmen statt mit Spielfilmen hat. Ein natürliches Talent für Liebesgeschichten kann man ihm auch nicht vorwerfen, dieser Film zumindest hätte auch ohne funktioniert. Dafür sind die Schauspieler gut in Form – und das nicht nur körperlich.

We Are Your Friends-8Apropos, wir Spoilern ja aus Prinzip nicht, aber um die Enttäuschung zu mildern, sei erwähnt, dass Joseph das Potential der Efron-unter-der-Dusche-Szenen nicht ausnutzt. In freudiger Erwartung Luft anhalten, kann man sich also sparen. Dieses Übermaß an Zurückhaltung beweist Joseph allerdings nicht im Fall von Emily Ratajkowski, der nackigen Hupfdohle aus dem “Blurred Lines” Video. Sie gibt sich zwar redlich Mühe, aber Joseph setzt vornehmlich ihren Ausschnitt und die vollen Lippen in Szene. Neben Efron, der hier wieder beweist, dass er ein guter Schauspieler ist, fallen besonders Wes Bentley, als abgehalfteter und dem Alkohol zugeneigter DJ, und Alex Shaffer, als Coles Freund Squirrel, positiv auf. Letzterer hat auch eine der Zeilen, die zeigen, welches Potential We Are Your Friends eigentlich hat, wenn er Cole fragt: “Are we ever going to be better than this?”

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Fazit

Wenn Zac Efron zum Tanz bittet, kann man nicht ablehnen. Es ist ein unterhaltsamer Film, dem ein ordentlicher Schuss Realität genügend Anker gibt. Es funktioniert nicht alles, aber die Schauspieler sind gut, das Ambiente stimmt und die Musik macht Laune. Ein besserer Regisseur hätte vermutlich einen Kultfilm daraus machen können, aber egal, in den Momenten, in denen Efron hinter dem DJ Pult steht, macht We Are Your Friends richtig Spaß.

FSK: 12

7
Unterhaltsam

Pros

  • Efrons DJ Szenen
  • Kombi aus Erwachsenwerden und Spaß haben
  • Gute Performances von Efron/Shaffer/Bentley
  • Macht Laune

Kontras

  • Zu wenig Musik
  • Schwache Liebesgeschichte
  • Überflüssige bzw fehlende Szenen
  • Kitschige Texte & Momente

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8