BD Review: Deadbeat – Season 1

Wochenenden eignen sich vorzüglich zum Serien Binge-Watching und für alle, die dafür nach neuem Material suchen, hat Studiocanal jetzt die erste Staffel von Deadbeat auf Blu-Ray und DVD veröffentlicht. Die Eigenproduktion des US-Videoportals hulu, war 2014 so erfolgreich, dass die zweite Staffel bereits abgedreht und die dritte in Auftrag gegeben wurde. Dazu kommt, dass Regisseur Troy Miller quasi schon ein Garant für gute Unterhaltung ist, kann er doch Comedy-Serien wie The Office, Parks and Recreation, und Arrested Development vorweisen. Klar, dass wir uns Deadbeat ansehen mussten.

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Kevin Pacalioglu (Tyler Labine), genannt Pac, ist ein Medium. Außer dem übernatürlichen Talent, Kontakt zu toten Menschen aufnehmen zu können, hat der meistens bekiffte Pac weder andere Fähigkeiten noch besonders viel Glück. Aber er hat ein weiches Herz, im Gegensatz zu seinem Schwarm, dem prominenten und attraktiven Medium Camomile White (Cat Deeley). Während der gutmütige Pac und sein bester Freund und Dealer Roofie (Brandon T. Jackson) einer nicht enden wollenden Reihe störrischer Geister aus New York helfen, ihre offenen Rechnungen in der Welt der Lebenden zu begleichen, damit sie endlich ins Licht gehen können, ist Camomile nur auf den Ruhm und das Geld aus. Es kommt, wie es kommen muss, ihre Wege kreuzen sich . . .

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Die Idee zu Deadbeat ist wunderbar schräg und nutzt sich kein bisschen während der zehn Folgen der ersten Staffel ab. Die Pilotfolge “Der Sexorzismus” liefert direkt einen guten Eindruck von dem, was einen erwartet. Anders gesagt: wem der etwas weniger feinfühlige Humor und die Figuren zusagen, kann es sich im Sessel oder auf dem Sofa gemütlich machen, aber wer sich hier schon aufregt, für den ist der Rest auch nichts. Hier ein kleiner Ausschnitt aus “Der Sexorxismus”:

Die Episoden haben mit knapp 20 Minuten genau die richtige Länge für die einzelnen Geschichten. Das ist auch insofern ideal, als dass die Qualität der Folgen zwischen sehr witzig und ganz okay schwankt. Selbst eine, die halt nur okay ist, ist recht fix vorbei. Was sich definitiv gelohnt hat, ist der Mut von hulu, die Figuren mit Typen anstatt mit der üblichen Sorte junger Schauspieler zu besetzen, die irgendwie genormt aussehen. Tyler Labine (Planet der Affen: Prevolution) überzeugt als glück- und planloser Typ, der weder jung noch motiviert ist, nicht in einem schicken New Yorker Loft wohnt, dafür aber mal dringend aufräumen müsste. Zusammen mit Brandon T. Jackson gibt er ein charmantes und schräges Duo ab. Als ihre Gegenspieler sind Cat Deeley als Camomile und Lucy DeVito (Tochter von Danny DeVito und Rhea Perlman) als deren Assistentin am Start. Deeley ist so überzeugend fies, dass es schon fast zu fies ist. Schnell gibt man die Hoffnung auf, dass sie ein Fall von rauher Schale, weicher Kern ist. DeVito dagegen mausert sich richtig im Lauf der Folgen.

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Während die Idee für Deadbeat auf dem Papier nach etwas klingt, dass von Pushing Daisies Serienschöpfer Bryan Fuller stammen könnte, fehlt der Ausführung aber das gewisse Etwas, das Fullers Arbeiten auszeichnet. Auch der kleine anhängliche Geist, der Pac in seinem Zeitung-/Mediumstand heimsucht, ist irgendwie nicht so ganz gelungen bzw gewöhnungsbedürftig. Einerseits ist er witzig in seiner verfressenen Art, andererseits sieht er aus wie ein Stück Eingeweide, dem man ein schräges Gesicht verpasst hat. Deadbeat1_005-1

Bild & Ton & Extras

Bild (1,78:1 1080/24p FULL HD) und Ton (5.1 DTS-HD MA) sind für eine Serie gut. Bei den Sprachen kann man zwischen Deutsch und Englisch wählen. Wie so oft ist die Synchro Geschmacksache. Die deutsche Fassung ist ganz okay, allerdings gelegentlich auch schwach, so dass man den O-Ton wieder einmal nur ans Herz legen kann. Zumindest ging es mir so, dass ich nach dem Wechsel auf den O-Ton die Figuren viel sympathischer und die Handlung witziger fand. Die Extras (Featurette & Trailer) sind die üblichen Serienbegleiter u.a. mit Infos zu den Charakteren. Kann man sich ansehen, muss man aber nicht.

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Fazit

Deadbeat ist eine Serie wie gemacht fürs wochenendliche Binge-Watching. Die zehn Episoden sind kurz und vor allem kurzweilig. Einige Folgen sind sehr witzig, die meisten sind aber nur okay, trotzdem ist die Serie durchgehend unterhaltsam und man drückt Pac die Daumen, dass es das Schicksal auch mal gut mit ihm meint. Der Humor ist nicht für jederman, aber wer es gern ein bisschen schräg mag, wird an Deadbeat bestimmt Spaß haben.


Deadbeat - Staffel 1 [Blu-ray] Studio: STUDIOCANAL Erscheinungsdatum: 20. August 2015 Laufzeit: 221 Minuten EUR 16,99 bei Amazon.de (Partnerlink)


7
Geisterspaß

Pros

  • Witzige Grundidee
  • Labine & Jackson sind originelles Duo
  • Schräg aber immer mit Herz

Kontras

  • Synchro Geschmacksache
  • Camomile ist fast zu unsympathisch
  • Manche Folgen sind eher okay bis schwach

Unser Fazit


Staffel
7
Bild & Ton
7