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Bericht & Fotostrecke: Gamescom 2015

Stammleser dieses Blogs werden sich sicher daran erinnern, dass sich in der Redaktion in den letzten Jahren ein zunehmend schlechteres Bild von der Gamescom in Köln entwickelt hat. Zu meiner eigenen Überraschung, scheint sich die Messeleitung aber einige der teils sehr harschen Kritiken zu Herzen genommen zu haben, sodass ich meinen diesjährigen Aufenthalt auf dem größten Gaming-Event der Welt als positive Erinnerung festhalten werde.

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Der Fachbesuchertag verspricht Bewegungsfreiheit statt schwitziger Festivalatmosphäre.

In diesem Jahr hat es knapp 345.000 Besucher nach Köln gezogen, rund 10.000 mehr als im vergangenen Jahr. Um den stetig wachsenden Besucherzahlen gerecht zu werden, hat man für die diesjährige Convention zusätzliche Hallen gemietet und den Showfloor damit deutlich vergrößert. Dies resultierte nicht nur in mehr Fläche für Aussteller und Besucher, sondern auch in einer deutlich besseren Organisation. Zwar wurde das altbekannte Hallen-Schema etwas durchgerüttelt, doch hat mir das neue Layout deutlich besser gefallen. Wie erträglich der Aufenthalt während der letzten Tage war, kann ich leider nicht beurteilen, da ich aus beruflichen Gründen nur am Fachbesucher-Mittwoch anwesend sein konnte. Dort konnte ich viele Titel ohne große Wartezeiten anspielen und fast gähnende Leere in manchen Hallen bestaunen – ein Luxus, der am Donnerstag mit Sicherheit nicht mehr vorhanden war.

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Star Wars: Battlefront wurde zum besten Spiel der Messe gekürt.

Eine weitere positive Entwicklung die ich beobachten konnte, ist der wachsende Stellenwert der Gamescom für die Industrie. Während große Ankündigungen und Enthüllungen in der Vergangenheit der E3 Expo vorbehalten waren, gab es in diesem Jahr überraschend viel neues Material zu bestaunen, selbst wenn es meistens nur neue Trailer waren. Blizzard hingegen nutzte zudem die Chance und kündigte kurzerhand die nächste Erweiterung für World of Warcraft an. So hatte ich seit vielen Jahren erstmalig das Gefühl, dass Besucher der Messe nicht nur aufgewärmtes Futter von der E3 präsentiert bekamen.

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Beängstigend realistisch: Lifesize Figur von WETA zum Warcraft Film.

Viel interessanter als die gigantischen Stände der großen Publisher fand ich persönlich jedoch die Hallen mit Merchandise, Retro Spielen, Indie Games und Künstlern. Während man in der Entertainment Area zumeist ein gutes Bild davon hat, was einen als Besucher erwartet, überraschen gerade die weniger gut besuchten Hallen mit Sehenswürdigkeiten. So gab es in der Merch-Halle mal wieder alles, wonach das Herz des modernen Otaku schlägt. Von PVC- und Plüschfiguren bis hin zu  Soundtracks und seltenen Amiibos. Händler mit Letzterem nutzen dabei oftmals dreist die anhaltende Knappheit der Nintendo Figuren aus und verkauften einige Amiibos mit riesigen Gewinnmargen. Sehr empfehlenswert war erneut der Merch-Stand von Square Enix, bei dem es exklusive Fanartikel zu fairen Preisen zu erwerben gab. Während ich in den letzten Jahren kein Fan von Square Spielen war, macht der Publisher doch zumindest an dieser Front noch alles richtig.

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Otaku Shopping Paradies: Hier geht das Gehalt schnell flöten.

Die Retro-Halle ist gefühlt auch wieder etwas gewachsen. Besucher konnten sich dort an zahllosen alten Computern und Röhrenfernsehern mit Klassikern vergnügen. Amiga, C64, Atari, NES – ist es alt und beliebt, so war es auch vertreten. Als Fan des Unternehmens war die Ausstellung über Nintendos Prä-Videospiel Ära besonders interessant für mich. Wer hätte gedacht das Nintendo einmal Twister und Liebestester hergestellt hat? Das Cosplay Village konnte ich in diesen Jahr leider nicht richtig genießen, da es am Fachbesucher Tag traditionell verhältnismäßig wenige Cosplayer gibt. Stattdessen habe ich mich eine Weile mit ein paar Zeichnern an der Künstlerecke in selbiger Halle unterhalten. Besonders beeindruckt war ich dabei von den Werken der Artwork Zeichnerin Reyhan, die in Deutschland mit ihrem Talent bereits eine nicht unbeachtliche Fangemeinde um sich scharen konnte.

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Retro wird nie alt: Zahllose Retro Games lockten viele Kinder der 80er.

Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich noch einmal auf das Kern-Element der Gamescom eingehen: Videospiele. So haben es einige Titel geschafft mich wirklich zu begeistern. Zum Beispiel wäre da das Wii U exklusive Indie Game Fast Racing Neo vom vierköpfigen deutschen Studio Shinen Games. Das Spiel soll noch in diesem Jahr im Nintendo eShop erscheinen und füllt die Lücke im Herzen vieler F-Zero Fans, die seit Jahren auf ein neues Spiel der Reihe warten. Bereits die Alpha Version, die ich Spielen durfte fühlte sich sehr, sehr gut an und fing das High-Speed Racing Feeling von Franchises wie F-Zero und Wipeout gut ein. Unbedingt im Auge behalten!

Ein weiteres Highlight war für mich Scalebound, dass neue Action-RPG aus dem Hause Platinum Games. Mit einem coolen Fantasy-Setting und klassischer Hack & Slay Action aus der Hand von Hideki Kamiya, könnte der Xbox One Exklusivtitel mich zum Kauf der Konsole bewegen. Highlight am Nintendo Stand war wohl ohne Frage Super Mario Maker, welches mich schon beim Post E3 Event begeistern konnte. Das Spiel erscheint bereits in einem knappen Monat, lange warten müssen wir also nicht mehr.

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Helm auf und Leveldesigner werden: Super Mario Maker für WIi U.

Für die Gamescom 2016 wünsche ich mir eine Fortsetzung des diesjährigen Trends: Mehr Platz, mehr Aussteller, mehr Neuankündigungen. Wenn diese Faktoren stimmen, bin ich auch im nächsten Jahr wieder gerne zu Gast in Köln.

Fotostrecke: Gamescom 2015