Review: Dating Queen

Am 13. August kommt mit Dating Queen mal wieder ein Film in die Kinos, wo schon das Plakat irgendwie schreit: “Mädels, das ist ein Film für Euch”, zumal die provokante Stand-Up Comedienne Amy Schumer nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch das Drehbuch geschrieben hat. Produziert hat Dating Queen aber Judd Apatow, von dem Komödien wie Brautalarm, Beim ersten Mal und Immer Ärger mit 40 gehören. Also doch ein Film für alle?

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Ihr Tunichtgut von einem Vater (Colin Quinn) hat Amy (Schumer) schon als kleines Mädchen eingedrillt, dass Monogamie ein unrealistisches Konzept ist. Inzwischen ist Amy erwachsen, schreibt für ein Männermagazin und lebt nach diesem Credo, doch dann verliebt sie sich in den charmanten und erfolgreichen Sportarzt Aaron Conners (Bill Hader), über den sie einen Artikel schreiben soll. Amy, zu deren Prinzipien gehört, dass man beim One-Night-Stand nicht übernachtet, wird plötzlich vor völlig neue Herausforderungen gestellt.

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Dating Queen ist eine dieser typischen amerikanischen Großstadtkomödien für Erwachsene – mit einem Twist: diesmal sind die Rollen vertauscht, denn Aaron ist der unerfahrenere und vor allem romantischere der beiden. Er ist es, der eine feste Bindung sucht. Man kann Apatow viel vorwerfen, aber nicht, dass er Angst vor starken Frauenfiguren hat. Natürlich ist sein Humor nicht gerade der feinsinnigste und auch Schumer setzt mit Vorliebe unter der Gürtellinie an, aber Dating Queen ist dafür geradezu moderat vulgär. Der Fremdschämfaktor ist natürlich vorhanden, aber mehr als einmal wird man sich dabei ertappen, wie man trotzdem lauthals loslacht – das John Cena, der Wrestling Superstar, in der Dirty Talk Sex Szene ernst bleiben konnte ist eine Leistung für sich. Apropos schauspielerische Leistungen, Tilda Swinton als Amys Chefin ist der absolute Brüller und das nicht ganz so heimliche Highlight des Films.

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Bill Hader in der Rolle des romantischen Helden ist eine ungewöhnliche Wahl. Natürlich ist es lobenswert, dass man auch mal einen Schauspieler, der eigentlich der Typ “bester Freund des Helden” – oder etwas brutaler ausgedrückt “ein Normalo” ist, nimmt, aber so charmant er auch ist, man muss schon etwas älter und desillusionierter sein, damit man angesichts des soliden Aaron dem Happy End entgegenschmachten kann. Amy Schumer ist allerdings großartig in der Rolle der Amy, die stark autobiographische Züge hat. Ladylike sieht natürlich anders aus, aber egal ob man sich mit ihr identifizieren kann oder nicht, es ist eine starke Rolle, die sie souverän und vor allem hemmungslos spielt. Und sie zeigt, es gibt Heldinnen zwischen Size Zero und Melissa McCarthy! In der Nebenrolle als Aarons bester Freund ist Basketball Legende LeBron James zu sehen.

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Dating Queen ist mit 130 Minuten einen ordentlichen Tick zu lang geworden (in der Story geht es auch noch um die Beziehung zu ihrer Schwester und dem kranken Vater, sowie Aarons Karriere) und die Schlussszene, obwohl sehr witzig, wirkt etwas aufgesetzt, denn sie ist so richtig typisch für eine konventionelle romantische Komödie. Freigegeben ist sie ab 12 Jahren.

Fazit

Dating Queen ist eine relativ unkonventionelle, moderne, romantische Komödie, an der aufgrund des Castings und der Story wohl eher ein älteres Publikum Spaß hat. Peinlich, vulgär, witzig und mit echtem Herz für die Figuren ist er einer der besseren “für Frauen” Filme des Jahres. Ideal für einen Kinobesuch mit Freundinnen – idealerweise nach vorherigem Abstecher zur Happy-Hour in die Cocktailbar des Vertrauens. Männer sollten allerdings eine gesunde Portion Humor mitbringen, denn hier wird heftig ausgeteilt.

7
Dating Prinzessin

Pros

  • Witziger erwachsener Humor
  • Fantastische Tilda Swinton
  • Tolles Big City Ambiente

Kontras

  • Zu lang
  • Dröger Held
  • Bisschen zu vulgär

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
7