Review: Pixels (3D)

Adam Sandler hat einen neuen Film am Start und bevor man bis drei zählen kann, heulen die Filmkritiker wieder auf wie Coyoten bei Vollmond. Manch einer ist sogar vor Wut richtig ausgerastet. Nun, man kann ja bekanntlich alles übertreiben. Ja, an Pixels gibt es viele berechtigte Kritikpunkte und ja, er ist kein Meisterwerk, aber das war vermutlich auch nie die Intention. Genauso wenig, wie es ein Film für echte Gamer ist. Hätte man aber alles wissen können, ist schließlich ein Sandler. Für wen ist also dieser Film, der am 30. Juli ins Kino kommt, etwas? Stichwort: 80s Charme.

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Ein Video von Arcade Spielen wird 1982 mit einer Zeitkapsel ins All geschickt. Als Aliens diese in die Hand bekommen, missverstehen sie das Video als Kriegserklärung und greifen die Erde an – Arcade Style. Alles was beschossen wird, zerfällt in Pixel. Dagegen kommen selbst die härtesten Soldaten nicht an, also ruft der amerikanische Präsident (Kevin James) seine Freunde aus Kindertagen zu Hilfe: Video Game Champion Sam (Adam Sandler), das Wunderkind (Josh Gad) und der fiese Gewinner der Videospielweltmeisterschaft Eddie (Peter Dinklage).

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Wer den Trailer gesehen hatte, ahnte schon nichts Gutes. Die Idee klang gut, aber die Ausführung stimmte nicht allzu optimistisch. Hier direkt die Empfehlung: wer sich Pixels ansieht, sollte sich unbedingt vorher die Trailer ansehen – es senkt die Erwartungshaltung gewaltig und das kommt dem anschließenden Kinobesuch sehr zugute. Die Idee war gut, aber man vertraute nicht darauf und baute noch eine Liebesgeschichte ein, einen lustigen Präsidenten, ein kluges Kind, eine peinliche Gesangsnummer usw. Vielleicht war man sich einfach nicht sicher, ob man Gamer von ihren Konsolen weg ins Kino locken könnte und versuchte deshalb ein so breites Publikum wie möglich zu erreichen. Regisseur Christopher Columbus (Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Mrs. Doubtfire) gibt auch offen zu, dass man jedes Alter ansprechen und auch die aktuelle Vorliebe für die 80er nutzen wollte. Was dabei rauskam: ein Film für Freunde des sehr speziellen Charmes der 80er Jahre.

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Natürlich hat ein Film zwangsläufig einen Retrocharakter, wenn ein Teil davon 1982 spielt, aber der Retrocharme geht über diese Szenen hinaus. Pixels sieht insgesamt irgendwie 80s aus, kann also optisch mit den aktuellen Blockbustern nicht mithalten, was gar nicht mal so verkehrt ist, denn mit dem Drehbuch und den Schauspielern wären die besten Effekte, das umwerfendste CGI und der tollste Hochglanzlook völlige Verschwendung. So aber kann man, wenn man akzeptiert, dass die Prämisse zwar grandios aber auch bescheuert ist, nostalgisch angehauchten Spaß haben. Irgendwie macht es das auch leichter zu akzeptieren, dass der Film voller Fehler steckt – anscheinend durfte der Praktikant des Praktikanten hierfür researchen. Ach ja und das im Film eine Frau als Trophäe vergeben wird, hat auch für Kritik gesorgt, aber wer sich diesen Film zur Genderkritik aussucht, der sollte mal tief durchatmen. Pixels ist durchaus witzig, manchmal gewollt, manchmal halt nicht.

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Der Star des Films ist nicht Adam Sandler und nicht Peter Dinklage, sondern Q*bert, der einfach goldig animiert wurde. Sandler und Dinklage machen ihre Sache als erfolgloser aber herzensguter Loser bzw fieser Typ gut, Kevin James dagegen ist selbst mit dem besten Willen nicht glaubhaft als Präsident. Josh Gad ist auch irgendwie naja, mehr gestört als liebenswert, aber was solls. Die Pixel, in die alles zerfällt, sehen schick aus – für die 80s, aber wie gesagt, im Gesamtbild passt es. Die große Donkey Kong Battle am Schluss ist natürlich albern ohne Ende, aber sie macht auch Spaß, genauso wie PAC-MAN und Centipede. Man darf halt alles einfach nicht zu ernst nehmen und nicht vergessen, dass es den Gelegenheitsspieler von vor über 25 Jahren ansprechen soll!

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Fazit

Mit Pixels ist es ein bisschen so wie mit Q*bert – man kann ihm nicht wirklich böse sein – es sei denn, man nimmt ihn ernst. Vor allem aber darf man nicht zu viel darüber nachdenken. Wer eine Schwäche für die 80er hat bzw sie erlebt hat, so Sätze wie “ja damals, das waren noch richtige Videospiele” von sich gibt, sich immer noch über die harmlosen Komödien von damals schlapplacht und mit brutal niedriger Erwartungshaltung in den Film geht, der wird auf eine alberne Art sehr unterhalten werden.

5
Sehr 80s

Pros

  • Q*bert
  • Donkey Kong & alle Figuren
  • 80s Look & Soundtrack

Kontras

  • Schlampiges Drehbuch
  • Unnötige Szenen
  • Will zu viele ansprechen

Unser Fazit


Handlung
5
Präsentation
5