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In Memoriam: Satoru Iwata

Vor wenigen Tagen hat die Gaming Welt einen heftigen Schlag erlitten: Am 11. Juli 2015 verstarb Nintendos Präsident Satoru Iwata, im Alter von 55 Jahren, an den Folgen seiner Krebserkrankung. Der tragische Tod des Visionärs weckte große Trauer in den Herzen vieler Millionen Fans rund um die Welt – mich eingeschlossen.

Es folgten schnell zahllose Fan-Kunstwerke zu Ehren Iwatas und ehemalige Kollegen teilten alte Geschichten mit der Öffentlichkeit, die noch einmal unterstrichen, dass Iwata für die Welt der Videospiele nicht einfach nur ein weiterer Geschäftsmann war.

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Eine Hommage Iwatas erstes Nintendo Spiel: Balloon Fight (NES, 1985) via @Toshi_TNE

Nach seinem Studium begann Iwata seine Karriere in der Videospielbranche bei HAL Laboratory, einem Entwicklerstudio von Nintendo. Dorte arbeitete er für viele Jahre als Programmierer und spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Klassikern wie Balloon Fight, Earthbound (Mother 2) und Kirby. 1993 wurde er zum Präsident von HAL ernannt und rettete das Studio vor dem Bankrott. Doch seine Erfolge als Manager hielten ihn nicht davon ab, auch weiterhin als Programmierer tätig zu sein. So entwickelte er zusammen mit Masahiro Sakurai den ersten Super Smash Bros. Prototypen und portierte das gesamte Kampfsystem von Pokémon Rot / Blau in nur einer Woche eigenhändig auf das Nintendo 64. Später wurde daraus Pokémon Stadium.

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Iwatas Muppet Stellvertretung im Juni 2015 auf der E3. Er liebte seine Bananen.

Mit fast 20 Jahren Erfahrung in der Videospielbranche wechselte er im Jahr 2000 schließlich zu Nintendo, wo er bereits nach zwei Jahren zum neuen Präsidenten der Firma ernannt wurde. Er löste damit Hiroshi Yamauchi ab, dessen Familie im Jahre 1889 Nintendo gründete. Er sollte der erste Präsident der Firma außerhalb der Yamauchi Familie werden. In den folgenden Jahren erstrahlte Nintendo unter der Führung Iwatas zu neuem Glanz. Sowohl der Nintendo DS als auch die Wii erwiesen sich als extrem erfolgreich und öffneten die Welt der Videospiele für eine völlig neue Zielgruppe. Einen vergleichbaren Erfolg konnte Nintendo mit der nächsten Konsolengeneration leider nicht ein zweites Mal einfahren, doch verlor Iwata im Gegensatz zu vielen Aktionären nie den Glauben an die Nintendo Produktphilosophie.

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Direct Special zum Jahr des Luigi: Satoru Iwata (links) und Shigeru Miyamoto (rechts)

In den letzten Jahren wurde Iwata besonders von Fans ins Herz geschlossen. Mit seiner Interview Reihe Iwata Asks, gab er Fans exklusive Einblicke hinter die Kulissen von Nintendo und lieferte seit 2011 regelmäßige Updates in Form der Nintendo Direct Videos. Mit seiner sympathischen Ausstrahlung und einem schrägen Sinn für Humor, festigte er seine Rolle als Gesicht von Nintendo und als Präsident, der zwischen den Zahlen nie den Blick auf das verloren hat, was in dieser Branche am wichtigsten ist: Spaß.

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Videospiele waren Iwatas Leben und viele geliebte Klassiker ruhen auf seinen Schultern. Doch vor allem vermissen wir Fans seine humorvolle Art und Ehrlichkeit, frei von Arroganz. Im Gegensatz zu heutigen Apple Präsentationen fühlten sich seine Directs nie nach Marketing-Gewäsch an, sondern weckten in mir stets ein Gefühl der Freude, selbst wenn deren Inhalt gelegentlich auch mager war. Entwickler und Kollegen erinnern sich seiner als Mentor. Ich hingegen danke ihm für sein Lebenswerk bei Nintendo und HAL, dass mir über viele Jahre hinweg zahllose Stunden der Freude beschert hat und weiterhin wird. Für einen Mann den ich nie persönlich gekannt habe, geht mir sein Tod sehr nahe. Doch das beweist nur, dass Iwata ein Teil der Nintendo Kultur geworden ist und auf ewig bleiben wird.

Arigatou gozaimasu, Iwata-san. ♥︎