Review: Terminator: Genisys (3D)

Ein paar Regeln zum Anfang: 1. Dies sind nicht die 80er 2. Physikalische Gesetze sind irrelevant 3. Sinn hat das Ganze doch eh noch nie gemacht und 4. Es gibt nur eine Linda Hamilton. Mit Hilfe dieser simplen Regeln, kann man  Terminator: Genisys, der am 9. Juli in die Kinos kommt, durchaus einen höheren Entertainment-Faktor abgewinnen, als es der brutal niedrige Durchschnittswert auf Metacritic (aktuell unter 40%) vermuten lässt. Aber wenn er besser als gedacht ist, bedeutet das auch automatisch, dass er gut ist?

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Alt, aber nicht veraltet

Es ist das Jahr 2029 und John Connor (Jason Clarke), Anführer der Rebellion des menschlichen Widerstands, führt einen erbitterten Krieg gegen das übermächtige Maschinen-Imperium von Skynet. Um seine Mutter Sarah Connor (Emilia Clarke) vor einem Killer-Cyborg zu schützen und damit seine eigene Existenz sowie die Zukunft der Menschheit zu retten, schickt John seinen loyalen Freund und Mitstreiter Kyle Reese (Jai Courtney) zurück ins Jahr 1984. Aber als er im Los Angeles der Vergangenheit ankommt, ist nichts so, wie es sein sollte und anstatt Sarah zu beschützen, retten sie und “Pops” (Arnold Schwarzenegger) ihn. Viel Zeit das zu verdauen hat Kyle aber nicht, denn der Kampf zwischen Mensch und Maschine steht unaufhaltsam bevor. Können die drei Genisys stoppen?

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Nostalgie, siehe Regel 1, ist ja gut und schön, sollte man aber nicht als Grund zur Vorfreude auf Arnies Rückkehr als Terminator nehmen. Dies ist ein Film, der zwar voller wirklich schöner Anspielungen an die alten Filme ist, aber eindeutig unter seinem Zielpublikum auch jenes versteht, das voller Begeisterung in den letzten Transformers und G.I. Joe gerannt ist. Mit der Story und der Charakterausarbeitung hat man sich dementsprechend wenig Mühe gegeben. Das Drehbuch erscheint schon fast schizophren, denn der Film kennt nur Extreme. Wenn etwas gut ist, dann ist es richtig gut und macht richtig Spaß, aber wehe, es ist nicht gut, dann ist es gleich richtig schlecht. Eine bessere Besetzung hätte zwar die Story auch nicht gerettet, aber es hilft auch nicht, wenn Emilia Clarke als Sarah Connor wirkt, wie aus einem Teen-Movie Crossover, siehe Regel 4, Jason Clarke irgendwie nicht überzeugend als John Connor ist, auch wenn man es ihm fast lobend anrechnen muss, das er (zumindest im O-Ton) nuschelt was das Zeug hält, damit man seinen grottigen Text nicht so richtig versteht, und Jai Courtney sich auch erstmal überlegt, ob er Persönlichkeit auspacken soll. Bleiben Arnie und Byun Hung-Lee. Letzter macht als schier unkaputtbarer T-1000 richtig Spaß, wobei die Special Effects daran nicht unwesentlich beteiligt sind.

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Schwarzenegger, den Sarah liebevoll “Pops” nennt, wirkt ein bisschen wie ein T-Großväterchen Modell, aber er spielt die Rolle mit einem Augenzwinkern und souveränen Selbstverständnis, dass er nunmal der einzig wahre Terminator ist. Sein Spruch “old, but not obsolete” (alt, aber nicht veraltet) trifft zu, denn Arnie mischt gehörig mit und das macht Spaß. Trotzdem sind die Momente, in denen gezeigt wird, dass er nunmal nicht mehr fabrikneu ist, irgendwie deprimierend. Aus unerfindlichen Gründen hielt man es seitens der Filmemacher auch für eine gute Idee, ihm Texte voller Wissenschaftsgebabbel zu schreiben. Vielleicht hätte man den Drehbuchautorn einen Stapel Was Ist Was Bücher in die Hand drücken sollen, geschadet hätte es sicherlich nicht. Dafür sind die flotten Sprüche dann auch wirklich witzig, wie gesagt, der Film kennt nur Extreme.

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Fazit

Terminator: Genisys steckt voller wunderbarer Anspielungen auf die alten Filme, hat einige wirklich köstliche Sprüche auf Lager und ist ein Fest für Freunde des flüssigen Metalls. Die Action ist im Popcorn-Stil unterhaltsam. Man hat zwar alles schon mal irgendwie und irgendwo gesehen, aber das würde gar nichts machen, wäre das Drehbuch nicht so lausig schlecht. Die Schauspieler mühen sich redlich, aber man darf ruhig fragen, ob Emilia Clarke die Rolle auch bekommen hätte, würde sie nicht in Game of Thrones mitspielen. Beherzigt man aber die anfangs genannten Regeln, dann ist der Film durchaus unterhaltsam.

FSK: ab 12 Jahren

5
So-so

Pros

  • Arnie
  • Sehr witzige Sprüche
  • Viele Anspielungen für Fans

Kontras

  • Beide Clarkes sind fehlbesetzt
  • Das mit der App
  • Lausiges Drehbuch

Unser Fazit


Handlung
3
Präsentation
7