Review: Ant-Man (3D)

Was, schon wieder ein Marvel Film? Was, Edgar Wright musste das Projekt verlassen – dann kann das ja nix werden! Was, Paul Rudd – ist der nicht zu alt? Man ahnt es schon, das Geheul war groß im Vorfeld. Und dann dieser Fail vom Marketing mit dem Spruch “Es kommt nicht auf die Größe an”. Und dann so ein Film. 9 von 10 Punkten. Das müssen wir dann jetzt wohl erklären.

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Wir sollten die Avengers rufen

Scott Lang (Paul Rudd) ist eigentlich ein anständiger Kerl, aber selbst wenn man von den Bösen stiehlt und es deren Opfern zurückgibt, bringt einen das in den Knast. Studiert hat er auch, aber wer stellt schon einen Ex-Knacki ein. Auftritt von Dr. Hank Pym (Michael Douglas), dem genialen Erfinder. Dessen ehemaliger Protegé (Corey Stoll) ist nämlich kurz davor Dr. Pyms größte und gefährlichste Erfindung funktionsfähig nachzubauen und an den Meistbietenden zu verkaufen. Wer aber nichts hat, kann auch  nichts verkaufen, also soll Scott ihm selbige unter der Nase wegstehlen – mit Hilfe eines Anzuges, der ihn auf Ameisengröße schrumpfen lässt.

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Ant-Man, der am 23. Juli in die Kinos kommt, ist nicht nur eine gelungene Comic-Verfilmung, sondern auch ein großartiges Heist-Movie, also ein Film, in dem es um einen spektakulären Raub geht. Dazu ist Ant-Man witziger als so manche Komödie und die Action-Szenen sind formidabel. Der Showdown allein stellt so ziemlich alles dieses Jahr und auch im Marvel Universum in den Schatten und ohne zu spoilern lässt sich nur der Vergleich mit dem Showdown aus Wallace & Gromit – Die Technohose ziehen: enormes Tempo, Spielzeugeisenbahn und kein Auge bleibt trocken.

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Die große Sorge war, dass mit dem Abgang von Edgar Wright dessen spezieller Humor auch Vergangenheit wäre, aber obwohl das Drehbuch überarbeitet wurde, u.a. von Paul Rudd, ist Wrights Handschrift deutlich zu erkennen. Trotzdem ist man angesichts des Ergebnisses geneigt zu sagen, dass es vielleicht nicht die schlechteste Idee war, dass da nochmal jemand drübergesehen hat. Ant-Man steckt voller wunderbar schräger und witziger Dialoge und Ideen – allein die Szene, wenn Michael Peña erzählt, wie er zu einer Information kam, ist grandios, vom Showdown und Scotts erstem Abenteuer im Anzug mal ganz zu schweigen – aber sie sind gut über die 117min Laufzeit verteilt. Kämen sie non-stop, wäre der Film vermutlich zu einer Comic-Parodie geworden. Natürlich gibt es auch ab und an einen platten Gag, aber den kann man dann locker verzeihen. Dank des durchgehend guten Tempos merkt man die zweistündige Laufzeit auch gar nicht.

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Bei der Besetzung bewies Marvel erneut ein glückliches Händchen. Paul Rudd überzeugt, schauspielerisch wie körperlich, Michael Douglas, der so souverän was von subatomaren Partikeln erzählt, dass man sich nicht wundert, dass er immer noch Rollenangebote bekommt und die Sidekicks T.I. Harris, David Dastmalchian und vor allem Michael Peña sind Comedy pur. Wäre der Film insgesamt nicht so gelungen, dann hätte Peña vermutlich die komplette Show gestohlen. Wenn man erstmal gelernt hat, Evangeline Lillys Frisur zu ignorieren, die wirklich ablenkt, dann stellt man fest, dass sie das Beste aus ihrer Rolle rausholt. Corey Stoll hat es da schon etwas schwieriger, denn ausgerechnet die Rolle des Bösewichts lässt mal wieder an Tiefe und Komplexität missen. Hier hätte sich ein bisschen mehr Arbeit in Sachen Drehbuch gelohnt, denn so wirkt er ein bisschen wie ein beleidigtes Kind, dass auch noch ein Rad abhat. Die Gerüchte, dass ein Avenger mitspielt sind übrigens wahr. Hier zeigt sich, wie sehr die einzelnen Storylines im Marvel Universum miteinander verbunden sind. Apropos Marvel, wie immer gilt beim Abspann sitzen bleiben: es gibt eine Mid-Credits Szene und eine ganz am Ende.

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Auf dem Plakat zum Film steht oben “Von den Machern von Guardians of the Galaxy” und in einer Hinsicht sind sich die beiden Filme, obwohl sie sehr unterschiedlich sind, ähnlich: beiden bringen frischen Wind in das Marvel Universum und haben einen sehr eigenen Stil. Guardians hatte allerdings den besseren Soundtrack, wobei der von Ant-Man auch nicht schlecht ist, denn er nimmt das Heist-Movie Element auf. Nicht schlecht ist übrigens auch das 3D, nicht genial, aber besser als erwartet.

Fazit

So muss ein Sommerblockbuster sein: spannend, witzig und sehr, sehr unterhaltsam. Ant-Man beweist, dass auch diesen Sommer ein Film beides haben kann: grandiose Action und gute Dialoge. Außerdem, dass man Tränen lachen kann, selbst wenn die Witze nicht vulgär sind. Auch wenn es im Vorfeld kaum einer erwartet hat: Ant-Man macht riesigen Spaß!

FSK: noch nicht geprüft

9
Groß

Pros

  • Geniale Action Sequenzen
  • Saukomisch
  • Michael Peña

Kontras

  • Lillys Perücke lenkt ab
  • Bösewicht fehlt Tiefe

Unser Fazit


Handlung
9
Präsentation
9