Review: DUFF – Hast du keine, bist du eine

LOL, FYI oder BFF, es gibt Abkürzungen, die sind jedem schon einmal untergekommen, aber was zum Kuckuck ist jetzt eine DUFF? Und wenn ich es nicht weiß, bin ich dann eine – so, wie Bianca (Mae Whitman) auf dem Filmposter? Eine Latzhosenträgerin? Nicht ganz, DUFF steht für Designated Ugly Fat Friend, freundlich formuliert den- oder diejenige im Freundeskreis, der/die am wenigsten hübsch und dünn ist. Ist DUFF – Hast du keine, bist du eine folglich eine oberflächliche Teenie Komödie für ebenso oberflächliche Spatzenhirne oder ist sie gar mit Scharfsinn und Herz ausgestattet? Eine Frage, auf die es schon vor dem Filmstart am 9. Juli eine Antwort gibt.

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Sind wir nicht alle ein bisschen DUFF?

Bianca, Jess (Skyler Samuels) und Casey (Bianca Santos) sind unzertrennliche Freundinnen und besuchen die selbe High School. Als Biancas Sandkastenfreund, Football Star und Mädchenschwarm Wesley (Robbie Amell) ihr eines Tages ganz nebenbei erklärt, dass jeder in ihr nichts als die DUFF sieht, das Mädchen, mit dem die Jungs nur reden, um an ihre heißen Freundinnen zu kommen, sieht Bianca rot. Sie bricht mit ihren BFFs und unfriended sie sogar auf allen sozialen Netzwerken. Unglücklicherweise wird man das Label aber nicht so einfach los, also bietet Bianca Wesley ein Tauschgeschäft an: sie hilft ihm Chemie zu bestehen und dafür soll er ihr helfen, sie zu ent-DUFF-en und bei ihrem Schwarm zu landen. Er willigt ein, was aber wiederum seiner skrupellosen Ex Madison (Bella Thorne) nicht in den Kram passt.

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Es gibt Teen Komödien, die dank cleverem Drehbuch und guten Schauspielern viel zitierte Klassiker werden, Clueless (1995) ist so einer. An andere kann oder will man sich nicht erinnern. Und dann gibt es noch die, die halt okay für die Zielgruppe zu genau dieser Zeit sind. DUFF ist ein Film, der leicht in die letztere Kategorie hätte fallen können, schließlich könnte man ihn allein anhand der aufgezählten Social Media Vertreter und diverser Phänomene im Zusammenhang mit diesen zeitlich ziemlich genau einordnen. Zum Glück liegt die Priorität von DUFF aber nicht darauf, es sind eher die Accessoires, um die zeitlosen Klassiker der Teen Probleme (Bin ich beliebt? Bin ich hübsch? Was muss ich tun, damit mein Schwarm mich bemerkt?) modern in 100 Filmminuten zu verpacken. Wobei, wenn man ehrlich ist, erledigen sich die Fragen nicht zwangsweise mit dem älter werden. Das Drehbuch, das auf dem Roman The Duff der damals 17-jährigen Autorin Kody Keplinger basiert, rückt den Film in greifbare Nähe der Klassiker, aber halt nur in die Nähe. Es ist locker, witzig, gelegentlich scharfsinnig und hat ein überraschend großes Herz, aber es gibt halt auch Szenen die von einem Rotstift profitiert hätten. Unterhaltsam ist es aber alle Mal und dass es auch Stoff zum Nachdenken liefert, ohne dabei mit dem moralischen Zeigefinger den Spaß zu verderben, ist sehr erfreulich.

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DUFF spielte in den USA das knapp vierfache seines Budgets ein und war damit schon ein kleiner Überraschungshit, zumal er zeitgleich mit mehreren schwerst gehypten Filmen antrat. Seine Hauptdarsteller sind noch nicht übermäßig bekannt, aber sie sind einer der Gründe, warum DUFF ein viel besserer Film ist, als man spontan erwarten würde. Robbie Amell (The Flash, The Tomorrow People und Cousin von Stephen Amell) könnte nicht besser oder charmanter als Wesley sein und stiehlt Mae Whitman (Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt) fast schon die Show. Die wiederum schafft es, glaubwürdig als Bianca rüberzukommen. Disney Star Bella Thorne ist so fies wie schön als Madison, die sich auf ihr Leben als zukünftiger Reality Star vorbereitet. Erwähnen muss man auch die wieder einmal grandios in einer Nebenrolle aufspielende Allison Janney als Biancas Mutter.

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Fazit

DUFF – Hast du keine, bist Du eine ist besser als so manch romantische Komödie für Erwachsene in letzter Zeit. Der Film macht Spaß – ohne das man dafür sein Hirn ausschalten muss -, punktet mit einem flotten Drehbuch, einer guten Hauptdarstellerin, Allison Janney als Selbsthilfe Autorin und Amells hemmungslos eingesetztem Charme. Kein genialer Instantklassiker, aber sympathisch, lustig, unterhaltsam und kurzweilig.

Freigegeben ist DUFF ab 12 Jahren.

7
Unterhaltsam

Pros

  • Charmante Hauptdarsteller
  • Witzig & unterhaltsam
  • Allison Janney
  • Guter Soundtrack

Kontras

  • Gelegentlich überzogen
  • Story nur Standard

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8