Review: Pitch Perfect 2

“A-Capella ist für Mädchen, die zu hässlich sind, um Cheerleader zu werden.” Pitch Perfect 2, dass macht die klare Ansage gleich deutlich, ist in Sachen Humor weder politisch korrekt, noch feinsinnig. An Christi Himmelfahrt (14. Mai) kommt die Fortsetzung des Überraschungshits von 2012 ins Kino und es wird wieder kräftig gesungen. Ab ins Kino oder doch lieber einen Wandertag einlegen?

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Ein Jahr nach ihrem Überraschungserfolg haben die Bellas fast alles erreicht, was man als A-Capella Gruppe erreichen kann. Jetzt dürfen sie sogar vor dem Präsidenten singen. Unglücklicherweise reißt bei dem Auftritt Fat Amys (Rebel Wilson) Hose und weil sie auf Unterwäsche verzichtet hat, bekommt das Publikum und der Präsident mehr dargeboten als nur die beachtlichen Sangeskünste. Sie werden für Wettbewerbe gesperrt und dürfen auch keine neuen Mitglieder mehr rekrutieren. War es das mit der Teilnahme an der Weltmeisterschaft und den Bellas?

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Pitch Perfect 2 ist das Regiedebut von Elizabeth Banks (Die Tribute von Panem, Pitch Perfect). Zum Glück, muss man fast sagen, denn sie beweist ein enormes Händchen für Comedy und Timing, und macht so aus einer schwachen Geschichte einen sehr unterhaltsamen Film. Natürlich ist er sehr konventionell gefilmt, aber Banks ist nicht dumm, denn zum einen gibt das Material nicht genug her, um eine künstlerische Duftmarke zu setzen und zum anderen will das Zielpublikum in erster Linie Gesangnummern sehen, plus ein bisschen Romantik und Humor. Damit die Fortsetzung aber nicht nur so vor sich hinträllert, zieht Banks die Schraube an: jedes Klischee wird auf die Spitze getrieben, es wird kräftig in alle Richtungen ausgeteilt und der Humor ist gelegentlich bitterböse. Das Ergebnis ist mitunter schreiend komisch, aber auch anstrengend. Wenn die deutsche A-Capella Gruppe Das Sound Maschine auf der Leinwand erscheint, kann man gar nicht anders, als mit den Augen zu rollen. Gäbe es ein Filmposter mit ihnen, müsste es im B-Movie Stil der 50er designed sein: Attack of ze Klischee! Allerdings haben sie mit Abstand die besten Musiknummern, viel frischer und moderner als die der Bellas, und zudem bekommt in diesem Film jeder sein (Klischee-)Fett weg.

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Zu den absoluten Highlights des Films gehört wieder das Moderatoren-Duo (Elizabeth Banks und John Michael Higgins), die unverblümt und sexistisch alles kommentieren, und die Szenen mit Snopp Dogg, der ein Weihnachtsalbum aufnehmen will. Zu den Lowlights gehören alle Momente, in denen der Humor die Kurve nicht schafft und ins vulgäre rutscht. Es überrascht nicht, dass dies meistens die Szenen mit Fat Amy sind, schließlich scheint in Hollywood die Meinung zu herrschen, dass Frauen, die ihr Idealgewicht mehrfach erreicht haben, sich besonders für vulgären Humor eignen. Ob Rubens je das Bedürfnis hatte, lustige Cartoons zu zeichnen? Nicht ganz gelungen ist zudem die Einführung der neuen Bella, gespielt von Hailee Steinfeld, die zu forciert wirkt und ganz offensichtlich von der Franchise-Geldgier motiviert ist.

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Fazit

Pitch Perfect 2 trifft zwar nicht alle, aber genügend Töne und so sind die 102 Minuten Laufzeit sehr unterhaltsam geworden. Es wird viel gesungen, mal ist es arg schmalzig, mal wippt der Fuß im Kino mit. Die Story, samt Nebenhandlungen, ist zwar seicht und unoriginell und die Klischees fast unsäglich, aber dank der Selbstironie und dem scharfen Humor, der vor niemandem halt macht, wird man am Ende das Kino gut gelaunt verlassen.

7
Unterhaltsam

Pros

  • Politisch unkorrekt witzig
  • Schmissige Gesangsnummern
  • Durchgehend unterhaltsam
  • Snoop Dogg

Kontras

  • Schwache Story
  • Gelegentlich überflüssig vulgär
  • Überzogene Klischees

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8