Review: Blue Mo-Fi Köpfhörer

Mit dem Mo-Fi Kopfhörer, steigt der Mikrofon Spezialist Blue Microphones in den Markt der Hi-Fi Kopfhörer ein. Der Over-Ear Kopfhörer verfügt dabei über einen integrierten Verstärker, der den Klang des Gadgets auf neue Höhen heben soll, egal welches Gerät als Quelle für das Audiomaterial dient. Blue war so freundlich mir ein Leihmuster zur Verfügung zu stellen, sodass ich mir ein Bild von dem Kopfhörer Debut des amerikanischen Herstellers machen konnte.

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Robust gebaut vom Bügel bis zu den Ohrmuschel: der Blue Mo-Fi.

Massiv, robust und schwer

Als der Postbote mir das Paket mit dem Mo-Fi lieferte, war ich von der Größe des Kartons überrascht. Im Inneren findet sich nicht nur der komfortabel verstaute Mo-Fi, sondern auch zahlreiche Zubehörteile, die sich schnell als sehr nützlich erweisen. So findet sich neben einem 1,2 Meter langen 3,5mm MFI-Kabel mit Fernsteuerung auch ein reguläres 3,5mm Kabel in dem Karton, welches satte 3 Meter in der Länge misst. Wie bereits erwähnt, ist der integrierte Verstärker eines der Highlights, welcher über einen 1020 mAh Akku mit Saft versorgt wird. Geladen wird der Akku über ein Mikro USB Kabel, welches ebenfalls zusammen mit einem USB Netzstecker im Lieferumfang enthalten ist. Auch ein Adapter von 3,5mm auf 6,3mm, sowie ein sehr nützlicher Flugzeug Adapter finden sich im Karton. Für den Transport des Mo-Fi liegt eine passende Tasche bei.

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Vorbildlich: Der Mo-Fi kommt mit einer Menge Zubehör daher.

Nimmt man den Mo-Fi und die Zubehörteile in die Hand, wird schnell klar, dass Blue großen Wert auf die Verarbeitung des Produkts legt. Von der Verarbeitung der Ohrmuscheln und des Bügels, bis hin zur Textur der Kabel, fühlt sich alles sehr wertig an. Gerade der Kopfhörer mit seinen 466 Gramm macht auf Anhieb einen robusten Eindruck und zeigt keinerlei Spuren von mangelhafter Arbeit bei der Herstellung. Sehr schön.

Bevor der Mo-Fi mitsamt Verstärker in Betrieb genommen werden kann, muss der Kopfhörer erst einmal geladen werden. Nach etwa drei bis vier Stunden ist der verbaute Akku vollständig geladen und ihr könnt den Kopfhörer mit aktiven Verstärker bis zu 12 Stunden nutzen. Bevor ihr jedoch loslegt, solltet ihr sichergehen, dass der Mo-Fi bequem auf eurem Kopf sitzt. Um dies sicherzustellen, hat sich Blue eine Reihe von Designfeatures einfallen lassen. So lässt sich nicht nur der Abstand der Ohrmuscheln zum Bügel verändern, sondern auch der Druck, den die Ohrmuscheln auf euren Kopf ausüben. Dazu befindet sich in der Mitte des Bügels ein Rädchen, welches besagten Druck, über ein Federkonstrukt im Inneren des Bügels reguliert. Dabei habt ihr die Wahl zwischen einem eher lockeren Sitz und maximaler Geräuschisolation.

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Kopfhörerbuchse / Verstärker-Schalter (links), Status-LED (oben), Micro USB Anschluss (mitte)

Auch die Polster am Bügel und den Ohrmuscheln sind im ersten Moment ziemlich gemütlich. Leider ist der Mo-Fi jedoch nur für Sessions von maximal einer Stunde wirklich gemütlich, denn spätestens dann bekommt man ein unangenehmes Druckgefühl am Kopf. Dies rührt vermutlich von dem extrem hohen Gewicht des Kopfhörers und seiner massiven Bauart, die im Vergleich zu anderen Modellen einfach nicht so bequem zu tragen ist. Selbst bei der lockersten Druckeinstellung für die Ohrmuscheln wurde es auf Dauer für mich unangenehm.

Ein weiteres Problem mit dem Mo-Fi tritt beim Transport zum Vorschein. Der Kopfhörer ist definitiv für den Heimeinsatz konzipiert und dementsprechend auch nicht faltbar. Ihr braucht also eine große Tasche um die Kopfhörer zu transportieren und solltet euch auch nicht an musternden Blicken stören, die ihr in Bahn und Bus mit diesen voluminösen Hörern zweifellos auf euch ziehen werdet.

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Das MFI-Kabel mit Mikro und Fernbedienung für Apple Geräte.

Mit Verstärker zum Klangwunder?

Besonders glänzen kann der Blue Mo-Fi durch seinen erstklassigen Klang mit aktiviertem Verstärker. Dieser wird über einen kleinen Schalter an der Steckerbuchse angeschaltet und verstärkt das Eingangssignal, ohne dabei auffälliges Rauschen zu erzeugen. Mit aktivem Amp auf “On” hat der Mo-Fi eine sehr große Bühne und einen natürlichen, fast schon analytischen Klang. Gerade bei ruhigeren Stücken lassen sich die Instrumente sehr gut orten und trennen. Der Amp sorgt für einen erhöhten Dynamikbereich und einen deutlich erhöhten Lautstärkepegel, sodass ihr auf Wunsch auch richtig, richtig laut hören könnt. Durch die gute Schallisolation der Lederpolster, genügt jedoch meistens schon eine geringe Lautstärke mit aktiviertem Amp für tollen Musikgenuss. Schaltet ihr den Verstärker hingegen auf “On+”, so bekommt ihr einen ordentlichen Boost der Tiefen, was je nach Musikrichtung durchaus gewünscht sein kann, allerdings etwas das natürliche Klangbild verwäscht.

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Hättet ihr lieber ein Bild von mir mit dem Mo-Fi gehabt? Das glaubt ihr ja wohl selbst nicht. ;-)

Ein Vorteil des Kopfhörers: Sollte der Akku einmal leer sein, kann der Mo-Fi auch weiterhin Musik abspielen – wie ein ganz normaler Kopfhörer. Der “Off” Modus empfiehlt sich vor allem für Nutzer externer Verstärker-Lösungen. Ein bisschen enttäuscht war ich vom Klang ohne Verstärker dann doch. Auf einmal ist das beiliegende MFI-Kabel sehr anfällig für Berührungen und erzeugt nervige Störgeräusche – manchmal fällt der Ton auf einem Ohr sogar ganz aus! Getestet habe ich das ganze an meinem MacBook Pro, dass ansonsten problemlos mit dem Mo-Fi (mit aktivem Verstärker) und meinen geliebten B&W P5 zusammenarbeitet. Auch ansonsten ist der Klang ohne Amp im Vergleich zu meinen P5 eher dumpf und zeigt nur noch wenige Details. Wer den Mo-Fi also ernsthaft ausreizen will, sollte stets auf die Status-LED des Kopfhörers achten oder einen externen Verstärker verwenden. Hier hilft, dass der Verstärker sich automatisch abschaltet, wenn der Kopfhörer nicht in Verwendung ist bzw. auf einem Kopf sitzt. Die Status LED an der linken Ohrmuschel ist dann aus.

Referenzstücke

  • “Brothers in Arms” von Tom Holkenborg (Mad Max: Fury Road)
  • “Washington Ending & Raiders March” von John Williams (Raiders Of The Lost Ark)
  • “Mountains” von Hans Zimmer (Interstellar)
  • “Molgera” von Theophany (Molgera Single)
  • “Fire and Water” von Howard Shore (Hobbit: Battle Of The Five Armies)
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Der Mo-Fi spielt dank MFI Kabel hervorragend mit Apple Geräten zusammen.

Fazit

Der Mo-Fi ist für einen Debut-Kopfhörer in der Hi-Fi Klasse mehr als ordentlich und überzeugt mit einem präzisen, natürlichen Klang bei aktivem Verstärker. Selbst als Laie und ohne externen Verstärker kann man aus dem Mo-Fi so schon kleine Klangwunder hervorlocken. Weniger toll ist der Tragekomfort und die Transporttauglichkeit. Der Mo-Fi ist einfach zu schwer und massiv geraten. Da tröstet die sehr gute Verarbeitung und das robuste Design auch nur noch bedingt darüber hinweg. Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Mo-Fi anzuschaffen, sollte ihn in jedem Fall erst einmal ein paar Stunden mit aktivem Verstärker Probehören, um sich ein Bild zu machen.


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8
Massiv

Pros

  • Gute, robuste Verarbeitung
  • Große Bühne, natürlicher Klang
  • Viel Zubehör

Kontras

  • Schwer und unhandlich
  • Auf Dauer sehr ungemütlich
  • Mäßiger Klang ohne Verstärker