Review: Kirby und der Regenbogen-Pinsel (Wii U)

Nachdem Kirby und der Regenbogen-Pinsel bereits schon Anfang des Jahres in den Staaten und Japan erschienen ist, erscheint Kirbys neustes Abenteuer am 8. Mai 2015 endlich auch für europäische Wii U Konsolen. Im Gegensatz zu den meisten Kirby Spielen, setzt dieser Plattformer auf Touchscreen-Steuerung und eine einzigartige Knet-Optik. Ich hatte bereits das Vergnügen, den Titel ausgiebig anzuzocken und darf euch nun verraten, ob Kirby und der Regenbogen-Pinsel auch wirklich sein Geld wert ist.

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Mach ‘nen Bogen: Nur präzise Malkunst hilft euch manchmal weiter.

Ein knetbunter Regenbogen

Bevor wir uns dem Gameplay zuwenden, ein paar Worte zur Story: Eines Tages erscheint in Dreamland ein Riss im Himmel und die böse Claycia sucht Kirbys Welt heim. Sie stiehlt alle Farbe und verwendet diese, um sieben eigene Welten zu erschaffen. Eine Pinsel-Fee namens Elline erscheint und erklärt Kirby, dass er zusammen mit Waddle-Dee Claycia besiegen muss, um Dreamland zu retten. Zugegeben, die Story ist nicht sonderlich beeindruckend, doch dient sie wie bei jedem Kirby Spiel nur dazu, unserem pinken Knetball etwas Motivation für Heldentaten zu verleihen. Wer will schon freiwillig durch fiese Gegnerhorden rollen und von riesigen Bossen eins auf den Deckel bekommen, wenn man in Dreamland lebt?

Kirby und der Regenbogen-Pinsel ist ein direkter Nachfolger zu Kirby: Power-Malpinsel, welches vor 10 Jahren für den Nintendo DS erschien. Wie bereits erwähnt, kommt auch hier ein eher ungewöhnliches Touchscreen Gameplay zum Einsatz, dass komplett auf den Einsatz von Analog-Sticks und Buttons verzichtet. Dabei malt der Spieler auf dem Wii U GamePad einen Regenbogen-Pfad, an dem der kugelrunde Knet-Kirby entlang rollt. Die Regenbögen interagieren außerdem mit anderen Objekten in der Umgebung und können dazu genutzt werden, um Wasser umzuleiten oder um gegnerische Angriffe abzuwehren. Drückt ihr mit dem Touchpen auf Kirby, so macht er einen Dash-Angriff, mit dem ihr Gegner ausschalten könnt. Zieht ihr Kreise mit eurem Regenbogen-Pinsel, so beschleunigt Kirby innerhalb des Loopings. Auf euren Abenteuern sammelt ihr weiterhin Sterne ein, die es Kirby ermöglichen einen Star Dash auszuführen, mit dem ihr selbst den stärksten Gegner erledigt und durch vermeintlich unzerstörbare Hindernisse brettert.

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Wer hätte gedacht das Regenbögen gegen Laserkanonen helfen?

Kirby goes Transformer

Auch eine Transformations-Mechanik wie man sie aus Spielen wie Yoshis New Island und Kirby und das magische Garn kennt, hat ihren Weg in das Spiel gefunden. Kirby kann (bzw. muss) sich in diversen Leveln zu Panzer-, U-Boot oder Raketen Kirby verwandeln, was das Gameplay stark verändert. So könnt ihr als U-Boot beispielsweise Torpedos schießen und diese mit einem gekonnten Pinselstrich zu ihrem Ziel lenken. Die Transformationen spielen sich dabei interessanter als in Yoshis New Island auf dem 3DS, sind jedoch nur in wenigen Leveln einsetzbar und nicht optional. In Anbetracht der Tatsache, dass Kirby sich in anderen Spielen durch das Einsaugen von Gegnern wesentlich vielfältiger Verwandeln konnte, fühlt sich diese Entscheidung eher wie ein Rückschritt an, obwohl sie sich vermutlich besser mit dem ungewöhnlichen Steuerungsschema des Spiels verträgt.

Die Touchscreen-Steuerung selbst funktioniert gut, auch wenn sie definitiv etwas Eingewöhnungszeit und ein geschicktes Händchen voraussetzt. Während die meisten Level keinen besonders fordernden Schwierigkeitsgrad haben, gibt es auch einige Passagen und Boss-Level die etwas mehr Fingerspitzengefühl und mehrere Anläufe erfordern. Hier können euch bis zu drei Freunde zur Hilfe eilen, welche sich jederzeit mit einer Wiimote als Waddle Dees ins Spielgeschehen einklinken können. Ihr Steuerungsschema entspricht dabei dem klassischen Kirby Plattformer Gameplay, sodass es dem Spieler mit dem GamePad obliegt, sinnvolle Regenbögen für alle zu zeichnen.

Der Multiplayer Modus funktioniert einwandfrei, wenngleich er den Waddle Dee Spielern nur relativ wenig Abwechslung bietet, da der kleine Speerkämpfer über keine besonderen Fähigkeiten verfügt. Dafür ist die zusätzlichen Manpower gerade bei hektischen Leveln und schwereren Bossen durchaus hilfreich und kann weniger versierten Spielern zum Sieg verhelfen.

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Der Dreamland Torpedo Squad macht Knete aus Knetgegnern.

Wunderschöne Optik – am Fernseher

So schön es ist, dass Spiele wie Kirby und der Regenbogen-Pinsel die einzigartigen Möglichkeiten des Wii U GamePads ausnutzen, so hat der intensive Einsatz des Touchscreens auch einen blöden Nebeneffekt: Das Spiel ist mit seiner liebevoll-detaillierten Knetoptik eines der schönsten Spiele für Nintendos Wii U und doch lassen sich die tollen Knetanimationen nur auf dem Fernseher wirklich genießen. Da man jedoch als Kirby-Spieler gezwungen ist, auf dem Touchscreen zu spielen, kommt man durch die magere SD-Auflösung des GamePads nie in den vollen Genuss der tollen 1080p Knetgrafik. Das soll nicht heißen, dass das Spiel auf dem GamePad keinen tollen Eindruck macht, doch schielt man als Spieler doch manchmal schon neidisch auf den Fernseher, welcher auch nur im Multiplayer wirklich aktiven Nutzen hat. Doof ist auch, dass ich zwar durchaus Spaß mit dem Titel hatte, aber im Hinterkopf lieber einen klassischen Kirby Plattformer a la Kirbys Adventure Wii gehabt hätte.

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Kirby rockt: Lauscht über 130 Musikstücken in der Jukebox.

Regenbogen-Pinsel markiert weiterhin das erste Kirby Spiel, welches Nintendos neue Amiibo Figuren unterstützt. So lassen sich Kirby, König Dedede und Meta Knight aus der Super Smash Bros. Collection verwenden, um diverse Boni während des Spiels zu aktivieren. So lässt Kirby euch den Star-Dash unbegrenzt einsetzen, Meta-Knight verstärkt seine normalen Attacken und König Dedede verleiht Kirby mehr Lebenspunkte. Wer also den passenden Amiibo hat, kann sich manchen Level mit den Figuren deutlich leichter machen.

Der Umfang des Spiels ist ordentlich, auch wenn sich die Hauptstory mit ihren insgesamt 28 Leveln in sechs Stunden abschließen lässt. Weitere 40 Challenge Level halten den Spieler jedoch noch eine ganze Weile beschäftigt und wenn man alle Knetfiguren und Musikstücke im Spiel sammeln möchte, sind locker 13 Stunden vergangen. Die Galerie mit Knetfiguren ist wirklich toll und erinnert an die Trophäensammlung aus Super Smash Bros. Auch der Soundtrack ist mit über 130 Musikstücken ganz schön wuchtig und bietet dem Spieler auch Musik aus vergangenen Kirby Klassikern.

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Wundervoll anzusehen: eure Knetfiguren-Sammlung.

Fazit

Kirby und der Regenbogen-Pinsel rollt Kirby in eine eher ungewöhnliche Richtung, die aber durchaus Spaß macht und den Touchscreen des Wii U Gamepads so sinnvoll einsetzt, wie nur wenige Spiele zuvor. Das Steuerungskonzept funktioniert dabei überraschend gut, fixiert den Blick des Spielers jedoch ausschließlich auf den kleinen SD-Bildschirm des Controllers. Das ist schade, denn die Knetoptik des Titels ist ein echter Augenschmaus und mit viel Liebe gestaltet, jedoch wirkt sie auf dem Gamepad nicht so toll wie auf eurem Full HD TV. Nichtsdestotrotz ist das Kirby Spiel der etwas anderen Art ein spaßiges Erlebnis und durchaus zu empfehlen, sofern ihr offen für das Konzept seid.


Kirby und der Regenbogen-Pinsel (Nintendo Wii U) Publisher: Nintendo of Europe GmbH Erscheinungsdatum: 8. May 2015 EUR 26,92 bei Amazon.de (Partnerlink)


7.3
Knet-tastisch

Pros

  • Wunderschöne Knetanimationen
  • Frisches Gameplay
  • Viel zu Sammeln

Kontras

  • Grafik auf dem GamePad
  • Durchwachsener Multiplayer

Unser Fazit


Gameplay
7
Präsentation
8
Umfang
7