Review: Kein Ort ohne Dich

Es ist schon sehr mutig am 30. April, keine vier Monate nach The Best of Me, einem Meilenstein in Sachen Kitsch, eine weitere Nicholas Sparks Verfilmung in die Kinos zu bringen. Erst recht mit so einem Titel. Und dann dieses Poster wieder. Immerhin ist das Scott Eastwood, Sohn von Clint, auf dem Plakat und und kein Sparks ohne Ablegen der Oberbekleidung. Aber hat Kein Ort ohne Dich noch mehr zu bieten?

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Eins, zwei, drei: Oberkörper frei

Luke (Eastwood) ist ein erfolgreicher Rodeo-Reiter, bis ein übellauniger Stier ihn ins Krankenhaus befördert. Als er sich langsam wieder an die Spitze vorkämpft, trifft er bei einem Wettkampf die College Studentin Sophia (Britt Robertson), die von ihren Freundinnen wiederwillig mitgeschleppt wurde. Es ist Liebe auf den ersten Blick, aber weil Sophia bald für ein Praktikum nach New York ziehen wird, wissen sie nicht, ob sie es nach dem ersten Date vielleicht dabei belassen sollten. Doch dann retten sie Ira (Alan Alda) das Leben und als sich Sophia um den alten Mann im Krankenhaus kümmert, erfährt sie die Geschichte seiner großen Liebe.

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Wo Nicholas Sparks draufsteht, ist auch Nicholas Sparks drin. Für die einen ist das ein Versprechen, für die anderen eine Drohung. Aber wenn man mal davon absieht, dass auch hier wieder die Liste der Sparks’schen Versatzstücke (Briefe, Gewässer, Tod, usw) abgehakt und schon wieder mit zwei Zeitebenen gespielt wird, außerdem die Musik bestimmt besser sein könnte, dann ist Kein Ort ohne Dich eine wirklich nette Romanze geworden. Großen Anteil daran haben die beiden Hauptdarsteller, bei denen die Chemie stimmt und die sympathisch rüberkommen. Es fällt zwar schon ein bisschen schwer, sich Robertson als Kunsthistorikerin vorzustellen, aber sie ist so süß – nicht süßlich – dass man großzügig darüber hinwegsehen kann. Man kann auch verstehen, dass die gebildete und ehrgeizige Sophia sich in den weniger intellektuell veranlagten Luke verguckt. Eastwood, der fast schon schockierend selten sein Hemd auszieht, sieht nicht nur gut aus, sondern bringt selbst die mitunter grausam schwachen Textzeilen charmant rüber.

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Die Story an sich ist zwar wenig glaubhaft und erschütternd vorhersehbar, andererseits kommt es bei einem solchen Film nicht wirklich auf Originalität an, wichtiger ist, wie die Geschichte verpackt ist. Wer einen solchen Film sieht, der will große Gefühle, schöne Darsteller und schöne Landschaften, und genau das bekommt man hier. Regisseur George Tillman Jr. erlaubte sich zudem so manch potentiell überkitschigen Moment mit einem Augenzwinkern humorvoll zu entschärfen, was den Film ungleich erträglicher macht für widerwillig mitgeschleppte Begleitungen. Überraschenderweise merkt man dem Film seine 128 Minuten Laufzeit nicht an, da er ein gutes Tempo hat und auch weil man Eastwood und Robertson gern folgt. Die Geschichte von Ira und Ruth (Alan Alda/Jack Huston und Oona Chaplin) ist ganz nett, aber so sexy wie Eastwood und Robertson sind sie halt nicht. Freigegeben ist der Film ab 6 Jahren – für Amerikaner war die gemeinsame Dusche von Luke und Sophia aber wohl zu viel, dort gab es die PG-13 Freigabe.

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Fazit

Schöne Menschen, schöne Bilder, große Gefühle, großes Drama, Meer, Picknick und Pferde – Kein Ort ohne Dich ist ein Film, der gar nichts anderes sein will als romantisch und unterhaltsam. Dank der beiden charmanten, sexy Hauptdarsteller Eastwood und Robertson gelingt das auch und man kann (fast) über die Schwächen im Drehbuch und die kitschige Musik hinwegsehen. Kein Klassiker, aber ein Film für hoffnungslose Romantiker oder die, die einen Schuss heile Welt und was fürs Auge brauchen. Für alle anderen gibts genügend andere Filme.

5.5
süß-romantisch

Pros

  • Sexy, süß, charmante Hauptdarsteller
  • Unterhaltsam
  • Romantisch

Kontras

  • Schwache Story & Texte
  • Kitschige Musik
  • Unoriginell

Unser Fazit


Handlung
4
Präsentation
7