Review: Avengers – Age Of Ultron

Am 23. April 2015 ist es endlich so weit und Avengers: Age Of Ultron erreicht die deutschen Kinoleinwände bereits eine Woche für Kinostart in den Staaten. Das Sequel zum Marvel All-Star Überhit aus 2012 setzt erneut auf Joss Whedon im Regiestuhl – sein wohl vorerst letztes Marvel Projekt. Wir hatten die Chance, uns das neue Comic-Spektakel bereits vorab zu Gemüte zu führen und dürfen euch nun verklickern, ob die Avengers auch beim zweiten Mal glänzen können.

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Mit guten Absichten im Sinn startet Tony Stark (Robert Downey Jr.) ein neues Roboterprogramm, dass der Welt eine neue Ära des Friedens bringen soll. Doch bei der Entwicklung des Programms läuft etwas schrecklich schief und ein neuer, übermächtiger Feind ist geboren: Ultron (James Spader). Er verdreht das ursprüngliche Konzept der Friedensmission und macht es sich zur Aufgabe, die Avengers auszulöschen. Dabei bekommt er Unterstützung von Scarlett Witch (Elizabeth Olsen) und Quicksilver (Aaron Taylor-Johnson), die eines mit Ultron gemeinsam haben: einen tief verankerten Hass auf die Avengers. Sind die Avengers dieser Herausforderung gewachsen?

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Mit Avengers: Age of Ultron versucht Joss Whedon das Marvel Schema etwas aufzurütteln. Statt die großen drei,Thor, Captain America und Iron Man, erneut in den Vordergrund zu rücken, stehen diesmal die bisher weniger ausgearbeiteten Helden im Vordergrund. Age of Ultron zentriert seine Charakterentwicklungen besonders auf Hawkeye, Black Widow und der Hulk, welche in der Vergangenheit meistens im Schatten ihrer Kollegen operierten. Der Cast des Films ist diesmal wirklich riesig geworden, da sich zu den zahlreichen Marvel Veteranen ein paar große Neuzugänge gesellen.

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Whedon gelingt dabei der schwierige Balanceakt, den Figuren genug Tiefe zu verleihen und fast jeder Charakter bekommt ausreichend Screentime spendiert. Die Ausnahme bilden hier Andy Serkis Charakter und Nick Fury (Samuel L. Jackson). Letzterer fühlt sich abermals absolut überflüssig an und passt nicht in den Fluss der Story. Stattdessen hätte man Andy Serkis etwas mehr Szenen geben können, denn der Gollum Schauspieler spielt seine Rolle zwar super, bekommt in Age Of Ultron jedoch nicht viel mehr als ein Cameo. Es bleibt jedoch spannend, welche Rolle er in Zukunft im Marvel Cinematic Universe spielen wird.

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Der Versuch, die Avengers als zerbrechliche Einheit zu portraitieren, geht leider auch nicht vollends auf. So versucht der Film die Schwächen und Fehler der Helden zu ergründen, verleiht diesem Aspekt allerdings nicht genügend Gewicht. Das Gefühl, das die Avengers wirklich hilflos und am Boden sind, kam bei mir nicht wirklich auf. Dafür werden die ersten Grundsteine für zukünftige Filme gelegt, insbesondere für Captain America: Civil War, in dem der Captain gegen seinen Team-Kollegen Iron Man in den Ring steigen wird. James Spader gibt in seine Rolle als Ultron übrigens einen ganz hervorragenden Bösewicht ab, der sich von bisherigen Schurken der Marvel Welt zumindest in seiner Personalität deutlich abhebt.

Marvel's Avengers: Age Of Ultron Hulkbuster Ph: Film Frame ©Marvel 2015

Besonders schmackhaft sind sowohl die Action, als auch die Dialoge des Films. Joss Whedon leistet abermals erstklassige Arbeit in Puncto Spektakel und zaubert knapp 160 Minuten Effektgewitter auf die Leinwand. Die VFX Teams hinter dem Film haben sich selbst übertroffen und die Action bildgewaltiger als je zuvor gestaltet. Dabei sind die Actionszenen stets unterhaltsam und dynamisch. Nicht selten werden die diese Sequenzen mit amüsanten Dialogen zwischen den Hauptcharakteren geschmückt, die in Sachen Humor den Nagel stets auf den Kopf treffen. Die Action wirkt durchdacht und koordiniert, sodass weniger harte Schnitte das Seherlebnis trüben, als man es heutzutage gewohnt ist. Die Marvel Filme der letzten Jahre zeichnen sich außerdem durch ihre wiederholten Luftgefechte im dritten Akt aus, ein Problem das Whedon hier aus einem sehr unerwarteten Winkel angeht. Ebenfalls unerwartet ist der Wegfall der Post-Credits Szene, die bei Marvel Streifen sonst eigentlich immer gang und gäbe ist.

Fazit

In Avengers: Age Of Ultron versucht Marvels Superhelden-Truppe erneut die Welt zu retten und serviert den Zuschauern knapp zweieinhalb Stunden unterhaltsamster Blockbuster-Action. In der Handlung rücken erstmals die bisher weniger populären Figuren in den Vordergrund und auch die zahlreichen Neuzugänge fühlen sich nicht oberflächlich an. Mit Spaders Ultron verfügt der Film zudem über einen ziemlich coolen Antagonisten, auch wenn es dem Film an einem echten Tiefpunkt für die Avengers mangelt. Wer damit leben kann, dass sich der Film nicht so frisch anfühlt wie der erste Avengers und zunehmend auf die “Bigger, better”-Formel setzt, der bekommt abermals einen Marvel-Blockbuster der Extraklasse serviert.

8.5
Ultra

Pros

  • Überragende Action / VFX
  • Unterhaltsame Dialoge / Sprüche
  • Vertieft weniger beliebte Charaktere

Kontras

  • Fehlender Tiefpunkt
  • Nicht so frisch wie The Avengers

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
9