Review: Fast & Furious 7

Der nunmehr siebte Film der Fast & Furios “Saga”, der am 1. Mai in den Kinos startete, stand anfangs unter keinem guten Omen. Nachdem Hauptdarsteller Paul Walker bei einem tragischen Unfall, während einer Produktionspause, ums Leben kam, wurde der Film kurzfristig um ein Jahr verschoben und umgeschrieben, um von dem langjährigen Darsteller Abschied zu nehmen. Auch das Versprechen auf den wahnsinnigen sechsten Film noch einmal eins drauf zu setzen, nahmen viele Kritiker skeptisch auf. Nachdem der Film nun jedoch einen Rekordstart hinlegte, scheinen die Zweifel weggespült: Fast & Furios lebt weiter. Ich habe mir den Film nun zu Ostern gegönnt und darf euch meine Filmkritik servieren.

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Fast & Ridiculous: Angriff der Wildglatzen

Fast & Furios 7 schließt direkt an den sechsten Film an, dessen letzte Szene bereits vorausahnen lies, um was es sich in diesem Film dreht. Voller Rachedurst macht sich Deckard Shaw (Jason Statham), Bruder des Fast 6 Bösewicht Owen (Luke Evans), auf die Jagd nach Doms (Vin Diesel) Crew. Um dem brutalen Killer zuvor zukommen, geht die Gruppe einen Deal mit einer geheimen Regierungseinheit ein. Sie sollen eine übermächtige Überwachungssoftware stehlen, bevor diese in falsche Hände gerät. Im Gegenzug sollen sie das System nutzen dürfen, um Shaw aufzuspüren, bevor er sie aufspürt und die Rechnung begleicht.

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Wenn ich mir die Fast & Furious Filme anschaue bemerke ich einen steten Trend: Die Action wird immer waghalsiger, die Autos fliegen immer höher und die Sprüche werden immer flacher. Fast & Furios 7 tritt in die Fußstapfen seines Vorgängers und bietet dem Zuschauer wieder einmal mehr von allem. Nach einem verdächtig ruhigen Einstieg in den Film geht es Schlag auf Schlag und die Action reißt bis in die letzten Minuten nicht mehr ab. Wer eine tiefgründige Story, unerwartete Wendungen oder beeindruckende Dialoge erwartet, der ist auch diesmal wieder Fehl am Platz. Im Gegensatz zu vielen Filmen von Over-the-top Regisseur Michael Bay versucht Fast & Furious 7 gar nicht sich richtig ernst zu nehmen, sondern glänzt im Rampenlicht des puren Wahnsinns.

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Seien es nun Autos mit Fallschirmen oder die komplette Abwesenheit sämtlicher physikalischer Grundlagen – der Film schafft erneut die schwierige Gratwanderung zwischen sehr unterhaltsam und übertrieben bescheuert. Da verzeiht man als Zuschauer auch gerne den einen oder anderen strohdummen Dialog und die mäßigen Schauspielkünste von The Rock und Vin Diesel. Mir ist übrigens aufgefallen, dass es in dem Film übermäßig viele Glatzenträger gibt, die allesamt den Haudrauf-Kerl repräsentieren. Darunter auch Jason Statham, dessen Rolle als Bösewicht leider nicht zu überzeugen weiß. Im Film als “Schatten” bezeichnet, ist er wirklich nur dies – im negativen Sinne. Sein Charakter verschwindet mehrfach von der Bildfläche, nur um ein paar Minuten später wieder aus dem Nichts aufzutauchen. Wenn er unseren Helden dann aber einmal einen Besuch abstattet, heißt es Action, Action und noch mehr Action. Die Stunts des Films sind zumeist wirklich gut durchgeführt, obwohl einige Kameragimmicks und schnelle Schnitte nicht hätten sein müssen.

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Trotz der zunehmend actionlastigen Handlung, ignoriert der Film seine Ursprünge nicht. Fette Hip Hop Beats, teure Autos und sehr knapp bekleidete Frauen dürften auch die ältesten Hardcore-Fans der Reihe zufrieden stellen, auch wenn die neuen Filme meiner Meinung nach auch ohne die Pseudo-Gangster Einflüsse gut funktionieren würden. Sehr positiv ist dem Film der Abschied von Schauspieler Paul Walker anzurechnen, dessen Szenen teilweise durch die Mithilfe seines Bruders komplettiert wurden. Die Drehbuchautoren haben gute Arbeit geleistet und dem Charakter des Brian O’Conner einen würdigen Abschied spendiert – ohne spoilern zu wollen.

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Fazit

Fast & Furios 7 versucht die Action Messlatte noch einmal höher zu legen und schafft dies fast schon mühelos. Mit durchgedrehter Over-the-top Action sorgt der Film praktisch durchgehend für gute Unterhaltung, sofern man das eigene Logikzentrum abschalten und über die abermals dämlichen Dialoge des Streifens hinweg sehen kann. Auch dem verstorbenen Paul Walker bietet man einen würdigen Abschied, sodass der neue Film zeitweise tatsächlich sogar einen bittersüßen Beigeschmack erhält. Fans und Freunde übertriebener Stunts sollten sich einen Kinobesuch nicht entgehen lassen.

7.7
Wahnsinnig & Unterhaltsam

Pros

  • Sehr unterhaltsame Action
  • Absolut verrückt
  • Würdiger Abschied von Walker

Kontras

  • Stumpfe Dialoge
  • Schwacher Bösewicht

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
8
Action
9