Review: Mario Party 10 (Wii U)

Am 20. März erschien mit Mario Party 10 der erste Ableger des beliebten Partyspiels für Nintendos Wii U. Das Spiel tritt in die Fußstapfen von Mario Party 9 und übernimmt viele Konzepte aus dem Vorgänger, mitunter auch dessen umstrittenen Teile. Neue Konzepte wie die Amiibo Party scheinen jedoch vielversprechend und deshalb habe ich mir das Spiel genauer für euch angesehen.

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Eindimensionale Party

Das grundlegende Konzept von Mario Party brauche ich wohl kaum noch großartig erklären. Ihr wählt einen Charakter, bewegt euch über ein Spielbrett, beweist euer Können in Minispielen und sammelt Sterne zum Sieg. Im Gegensatz zu den meisten Ablegern der Reihe, bewegt ihr euch im Hauptmodus von Mario Party 10 jedoch erneut zusammen mit den anderen Spielern in einem Fahrzeug über das Spielbrett. Wie auch viele andere Änderungen, soll dies das altbewährte Spielprinzip etwas aufrütteln und zeitgleich vereinfachen. Schon bei Mario Party 9 hatte mir diese Änderung nicht wirklich zugesagt und bis heute hat sich daran auch nicht wirklich etwas geändert. Im Vergleich zu den Spielen der Gamecube Ära, scheint das Franchise in Sachen Gameplay immer simpler zu werden und senkt damit den eigenen Unterhaltungswert deutlich. Wo sind die einfallsreichen Spielbretter geblieben, wo die spaßigen Kapsel-Items, die ich damals in Mario Party 6 so gefeiert habe?

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Ihr sitzt alle im selben Boot.

Die neuen Spielbretter orientieren sich wie immer an einem bestimmten Thema, überraschen den Spieler aber nur noch selten mit einfallsreichen Ideen. Zugegeben, der klassische Modus in Mario Party 10 ist deutlich besser als die öde Handheld Party auf dem 3DS, doch wirklich gut sieht anders aus. Eine der wenigen guten Neuerung aus Mario Party 9, die den Sprung geschafft hat, sind die Bosskämpfe. Hier versuchen alle Spieler gemeinsam ein Minispiel zu absolvieren, um das Spielbrett erfolgreich abzuschließen. Allgemein sind die Minispiele recht ordentlich geworden, obwohl sich manche schon sehr ähneln.

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Das Spiel ist in drei Hauptmodi unterteilt: Amiibo-, Bowser und Mario Party.

Viel interessanter als den klassischen Modus, finde ich hingegen die beiden Spielmodi Amiibo Party und Bowser Party, welche in Mario Party 10 ihr Debut feiern. In Bowser Party übernimmt ein Spieler die Rolle des Koopa Königs und jagt die anderen vier Spieler in ihrem Gefährt über das Spielbrett. Seine Aufgabe ist es ihre Lebensanzeige zu leeren, bevor sie das Ende des Spielbretts erreichen. Dazu würfelt der Bowser Spieler ebenfalls am Ende des Zuges und darf seine Opfer zu einem fiesen Minispiel herausfordern, sollte er diese auf dem Spielbrett einholen. Bei den Minispielen setzt Nintendo auf asymmetrisches Gameplay: Ein Spieler steuert Bowsers Wutanfälle über den Bildschirm des GamePads, während die Anderen versuchen am TV zu überleben. Das Konzept ist durchaus spaßig, auch wenn der Bowser Spieler etwas zu mächtig geraten ist. Legt hier ein Könner Hand an das GamePad, wird es für die fliehenden Spieler wirklich schwierig.

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Als Bowser zu Spielen fühlt sich seltsam gut an.

Am Besten gefällt mir jedoch der Amiibo Party Modus. Für diesen Modus benötigt jeder Teilnehmer eine Amiibo Figur, die im Idealfall auch noch keinen Speicherstand eines anderen Spieles enthält, da Amiibo bekanntlich ja nur genug Speicher für ein Spiel besitzen. Das Spielbrett basiert zu Beginn auf einem der gewählten Amiibo, ist in vier Abschnitte aufgeteilt und bildet im Gegensatz zu den regulären Spielbrettern einen simplen Kreis, durch den sich die Amiibo einzeln (!) bewegen, um möglichst viele Sterne sammeln. Zwischendurch finden Minispiele statt und Spieler können spezielle Würfel und Token aufsammeln, um ihre Chancen auf einen Stern zu verbessern. Nach Ende der Amiibo Party Runde werden die gesammelten Token dann auf eurem Amiibo gespeichert, sodass ihr bei eurer nächsten Amiibo Party mit einem Token eurer Wahl startet.

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Brandneu und spaßig: Amiibo Party.

Fünf Würfel, Münzboni – es gibt viele unterschiedliche Token zu sammeln. Besonders cool sind die Charakter Tokens, mit deren Hilfe sich das Spielbrett etwas aufmischen lässt. Bei Einsatz wird einer der vier Abschnitte durch einen basierend auf dem Charakter Token ersetzt. So lässt sich beispielsweise auf dem Toad Abschnitt der Preis von Sternen verhandeln, während auf dem Wario Abschnitt Münzen geklaut werden können. Eine nervige Eigenschaft hat die Amiibo Party allerdings: Zum Würfeln und Einsetzen von Tokens muss der Spieler seinen Amiibo auf den NFC-Leser des GamePads halten, was zwar den Einsatz der Amiibos erhöht, auf Dauer aber schon etwas nerven kann. Auch lassen sich verschiedene Sockel für euren Amiibo sammeln, sodass Spieler mit Sammeltrieb auf ihre Kosten kommen. Wer mag, kann zudem seine erspielten Mario Party Punkte (die dem Spieler nach jeder Party gutgeschrieben werden) gegen neue Fahrzeuge, Schwierigkeitsgrade oder Charaktere eintauschen.

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Gumba Mobbing ist hier Alltag.

Fazit

Mario Party 10 tritt in die Fußstapfen seiner Vorgänger und schlägt damit nicht wirklich den optimalen Pfad ein. Das Konzept, alle Spieler auf einem Fahrzeug unterzubringen und über ein lineares Spielbrett reisen zu lassen, ist auch Jahre nach Mario Party 9 immer noch nicht jedermanns Geschmack. Interessante Spielmechaniken der Gamecube Ära werden nach und nach verdrängt und so ist der klassische Mario Party Modus leider nur noch ein Schatten seiner selbst. Interessanter sind hingegen die neue Amiibo- und Bowser Party Modi, welche sowohl die Amiibo Figuren, als auch das GamePad sinnvoll einsetzen. Mario Party 10 ist unterm Strich in Ordnung, jedoch weit davon entfernt großartig zu sein. Wer neues Party Futter braucht und das Spiel zu einem guten Preis findet, kann sich den Titel trotzdem einmal ansehen.


Mario Party 10 (Nintendo Wii U) Publisher: Nintendo of Europe GmbH Erscheinungsdatum: 20. March 2015 EUR 32,50 bei Amazon.de (Partnerlink)


6.7
Okay

Pros

  • Bowser & Amiibo Party
  • Freischaltbare Gegenstände
  • Sinnvoller Einsatz des GamePads

Kontras

  • Spieler sitzen wieder im selben "Boot"
  • Vereinfachtes Gameplay
  • Langweilige Spielbretter

Unser Fazit


Gameplay
6
Präsentation
7
Umfang
7