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Review: Withings Home HD Kamera

Der französische Hersteller Withings hat sich über die Jahre mit seinen smarten Gesundheits-Gadgets einen Namen gemacht. Withings Gadgets siedeln sich zwar allesamt im höheren Preisbereich an, bieten dafür jedoch Premium Qualität. Unsere Freunde von CoolStuff.de waren so freundlich, mir ein Muster der Withings Home HD Kamera zur Verfügung zu stellen, welche ich die letzten paar Wochen in meinen vier Wänden im Einsatz hatte.

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Lieferumfang & Einrichtung

Das Konzept der Withings Home unterscheidet sich wesentlich von anderen “Überwachungskameras” auf dem Markt. Dies liegt vor allem daran, dass die Überwachungsfunktion bei dem Gadget nicht im Vordergrund steht, sondern nur eines der zahlreichen Einsatzgebiete ist, die Withings für die Kamera im Sinn hat: Baby Monitor, Kommunikationsmittel und Luftqualitäts-Überwachung. Packt man das zylindrische Gadget aus, macht es direkt einen schickeren Eindruck als die typischen Überwachungskameras im Handel. Das Gehäuse ist aus Kunststoff gefertigt und ein beweglicher Holzring ermöglicht das Verdecken der Linse, falls Privatsphäre erwünscht ist und die Aufnahmefunktion blockiert werden soll. Ebenfalls im Lieferumfang ist eine Kunststoffschale, welche die Home Kamera magnetisch hält und das Licht der LEDs an der Unterseite der Kamera umlenkt. Dazu später mehr.

Nachdem die Withings Home per Netzteil mit Strom versorgt wird, erfolgt die Einrichtung der Kamera direkt über die App. Dazu verbindet sich das iPhone / iPad (Android App in Entwicklung) einmalig via Bluetooth mit der Kamera und überträgt die Zugangsdaten eures WLAN-Netzes bequem auf das Gerät. Wer in der Großstadt wohnt und lieber auf kabelgebundene Verbindungen setzt, kann das Gadget außerdem via Ethernetanschluss mit dem Internet verbinden. Egal für das sich der Nutzer letztendlich entscheidet, als nächstes muss ein Withings Account angelegt werden, um Zugriff auf die Funktionen der Kamera zu erhalten. Hier wird der Deal-Breaker für viele Interessenten kommen: Sämtliche Daten werden an Withings Server übertragen und von dort an euch übermittelt. Dies ermöglicht zwar weltweiten Zugriff auf die Kamera, wirft jedoch auch Fragen des Datenschutzes auf.

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iOS App

Nach der Einrichtung der Withings Home, ist das Gerät direkt einsatzbereit. Über die App könnt ihr nun ein Live-Bild eurer Kamera mitsamt Sound streamen, auf einen Zeitraffer der letzten 12 Stunden zugreifen und die Luftqualität des Raumes mithilfe des integrierten Sensors überwachen. Eine weitere Kernfunktion der Kamera ist das “Tagebuch”. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Fotos und animierter Bildreihenfolgen, die von der Home automatisch aufgenommen werden. Als Auslöser werden Bewegungen im Kamerabild oder laute Geräusche genutzt. Aufnahmen werden in einer Art Timeline angeordnet und bis zu 14 Tage nach Aufnahme in einem Fotoalbum aufbewahrt. Fotos im Album können theoretisch sogar permanent gespeichert werden, doch stürzte die noch etwas fehlerbehaftete iOS App jedes Mal ab.

Die App ist bisher zweifellos der Flaschenhals des Produkts. So ist es weiterhin noch nicht möglich manuell Fotos und Videos von der Home aufzuzeichnen – eine Funktion die ich eigentlich für ziemlich selbstverständlich gehalten hatte. Auch fehlt den Sensoren noch etwas Feintuning. So schlägt der Bewegungssensor viel zu schnell an und die gemessene Luftqualität ist im Vergleich zu den realistischeren Werten meiner Netatmo Wetterstation stets einen Tick zu hoch. Auch ist es sehr merkwürdig, dass es bisher weder eine Android- noch eine Web App für das Gerät gibt. Diese sollen zwar noch folgen, doch ein Termin ist noch nicht bekannt.

Video / Audio Qualität

In Sachen Bildqualität hat mich die Withings Home durchaus positiv überrascht. Zwar ist der Livestream der 5 Megapixel Kamera in den Details ziemlich matschig, doch liefert das Gadget gute Bilder bei Full HD Auflösung und 30 Bildern pro Sekunde. Die 135° Weitwinkel Optik fängt bei korrekter Positionierung fast den ganzen Raum ein und verzerrt das Bild dabei nur minimal – kein Fish-Eye Effekt. Ein digitaler 12-fach Zoom macht es möglich Ausschnitte des Livestreams näher zu betrachten und zusätzliche Bildfilter machen den gezoomten Stream schärfer. Es ist trotzdem nicht gerade ideal um die Fische im Aquarium am anderen Ende des Raumes zu beobachten. Besonders cool finde ich den Night Vision Modus, welcher sich bei schlechten Lichtverhältnissen automatisch aktiviert und die Kamera in einen Graustufen Modus schaltet. Eine Infrarot-LED an der Vorderseite der Home sorgt dabei für ausreichende Ausleuchtung kleinerer Räume, sodass man selbst in absolut dunklen Räumen bei Nacht auch noch ein gutes Bild erhält.

Ebenfalls positiv überrascht war ich von den zwei verbauten Mikrofonen, die selbst leise Geräusche in der Entfernung noch wahrnehmen, dank Rauschunterdrückung aber verhältnismäßig wenige Störgeräusche dabei aufnehmen. Ein kleiner 2 Watt Lautsprecher auf der Oberseite sorgt dafür, dass der Zuschauer per App mit den Menschen im Raum per Knopfdruck kommunizieren kann. Eine sehr praktische Funktion, obwohl ich zugebe, dass das Ganze dann schon einen etwas gruseligen Big Brother Effekt hat. Der Lautsprecher kann außerdem dazu genutzt werden, um ein Schlaflied abzuspielen, falls die Kamera als Baby Monitor zum Einsatz kommt.

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Weitere Features

Wie zu Beginn des Artikels erwähnt, verfügt wie Withings Home auch über eine Reihe LEDs an der Unterseite. Diese können ihre Farbe verändern und beispielsweise signalisieren, wenn die Luftqualität im Raum extrem schlecht ist. Wird das Gerät als Baby Monitor eingesetzt, können die LEDs zudem als Nachtlicht dienen. Ihre Farbe und Helligkeit lässt sich jederzeit über die iOS App anpassen. Weiterhin lässt sich die Luftqualität im Raum auch in Form eines Balkendiagramms darstellen, sodass gewillte Nutzer analysieren können, welche Aktivitäten sich negativ niederschlagen.

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Fazit

Wie auch mit seinen anderen Produkten zeigt Withings mit der Home Kamera ein interessantes Konzept, dass jedoch insbesondere auf Seiten der Software noch einiges an Feintuning auf Seiten des Herstellers erfordert. So weiß die Hardware dank einer guten Kamera mit Nachtmodus und feinhörigen Mikrofonen durchaus zu überzeugen. In Anbetracht des Preisschildes sollte dies aber schon fast selbstverständlich sein. Android Nutzer gehen vorerst leer aus und selbst iOS Nutzer müssen derzeit noch mit kleineren Bugs kämpfen. Auch die Tatsache, dass bisher keine Möglichkeit besteht eine manuelle Aufnahme zu starten, ist fast schon etwas peinlich. Sofern sich die Software in Zukunft wirklich bessert, ist die Withings Home jedoch ein interessantes Produkt, dass sich durch sein unaufdringliches Design gut in jeden Wohnraum einfügt.

Withings Home HD Kamera | Preis: ca. 200 Euro | Erhältlich bei CoolStuff.de

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Ausbaufähig

Pros

  • Gute Bild- / Audioqualität
  • Verarbeitung & Optik
  • Vielseitig einsetzbar

Kontras

  • Ausbaufähiges App Angebot
  • Keine manuelle Aufnahme
  • Kein Schnäppchen