Review: Bosch – Season 1

Amazon hat es geschafft: die erste richtig gute Michael Connelly Verfilmung. Nach Clint Eastwoods ungeliebtem Film Blood Work von 2002, der auf Connellys Roman Das zweite Herz basierte, hat sich jetzt Amazon der Reihe um LAPD Detective Harry Bosch angenommen und daraus eine zehnteilige Serie mit Titus Welliver (Sons of Anarchy, Lost) als Bosch gedreht. Michael Connelly, dessen Polizeiromane weltweit über 50 Millionen mal verkauft wurden, fungierte dabei als Executive Producer.

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Die erste Staffel basiert hauptsächlich auf den Bosch-Büchern Kein Engel so rein (2002), Die Frau im Beton (1994) und Echo Park (2006) und erzählt wie Bosch versucht einen 20 Jahre alten Mord aufzudecken und er sich dabei auch noch mit einem Serienkiller sowie dem Bundesgericht rumschlagen muss. Die Serie trifft den ruhigen, unterschwellig beunruhigenden, und extrem spannenden Ton der Bücher perfekt, so dass es selbst für mich, die alle Bücher gelesen hat, ein Fall von “nur noch eine Folge” wurde und ich alle zehn an einem Wochenende gesehen habe. Dass jede Folge mit einem Cliffhanger aufhört ist da sicherlich nicht ganz unwesentlich.

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Amazon hatte die Pilotfolge bereits Anfang 2014 gestreamed. Das Feedback war überwältigend positiv und man gab eine ganze Staffel in Auftrag. Zwar wurden einige Änderungen durchgeführt, darunter auch an Boschs beruflichem/militärischem Hintergrund, aber es ist nicht zu drastisches und dient einfach dazu, die Geschichte besser im anderen Medium erzählen zu können. Überhaupt hat man sich in jeder Hinsicht viel Mühe gegeben, von der Besetzung (u.a. Lance Reddick, Amy Aquino, Jamie Hector, Jason Cedrick) bis zur Musik passt wirklich alles. Ganz besonders gelungen ist der Ausblick auf Los Angeles von Boschs Haus aus.

Seit dem 13. Februar ist Bosch nun auf Amazon Instant Prime verfügbar. Die erste Episode ist für alle Amazon Kunden kostenfrei, so dass sich jeder einen Eindruck machen kann. Für Amazon Prime Kunden ist die ganze Serie umsonst. Wichtig: noch ist Bosch nur auf Englisch verfügbar, die synchronisierte Fassung wird aber diesen Sommer folgen. Außer Englisch sollte man vielleicht auch ein bisschen Erfahrung mit amerikanischen Polizeiromanen bzw Serien mitbringen, denn Bosch steigt voll ein – aber bei nur zehn Episoden hat man auch nicht viel Zeit für Erklärungen z.B. für die politischen Spielchen der Ranghöheren.

Fazit

Bosch ist eine rundum gelungene Verfilmung der beliebten Polizeiromane von Michael Connelly. Sie trifft die Stimmung der Bücher, ist optisch ansprechend in Szene gesetzt, super besetzt und ist außerdem sehr spannend. Wer Connellys Bücher oder generell amerikanische Polizeiromane/serien mag, der wird hier gut bedient. Englisch muss man können oder halt bis zum Sommer warten.  Stören tut eigentlich nur, dass es noch keine zweite Staffel gibt!

8.5
Spannend

Pros

  • Trifft Ton der Bücher
  • Spannend
  • Super besetzt

Kontras

  • Bisher nur auf Englisch

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
9