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Review: Interstellar Soundtrack (Star Wheel & Illuminated Star Edition)

Als ich Interstellar im vergangenen Jahr im Kino gesehen habe, hat mich vor allem der Score von Komponist Hans Zimmer extrem beeindruckt und gefesselt. Dementsprechend glücklich war ich natürlich über die zeitnahe Veröffentlichung des Soundtracks, die dann leider ziemlich holprig verlief. Ich habe mir sowohl die Star Wheel Erstauflage des Soundtracks, als auch die erst vor Kurzem erschienene Illuminated Star Edition für euch angeschaut und verglichen.

Verpackung & Inhalt

Beginnen wir mit der Optik und Haptik der beiden Editionen. Die Erstauflage im Star Wheel Constellation Digipak besteht komplett aus Pappe und macht eigentlich einen recht schicken, wenn auch etwas labilen Eindruck. Neben der CD und der “NASA Sternenkarte”, findet sich außerdem ein kleines Booklet in der Hülle. Dieses ist jedoch relativ unspektakulär und enthält lediglich eine Botschaft von Hans Zimmer und Regisseur Christopher Nolan, sowie zwei Fotos aus dem Film. Besagte Sternenkarte wird in Kombination mit dem CD-Aufdruck gelesen und macht sich den Umstand zu nutzen, dass die Disc in ihrer Halterung gedreht werden kann. Mit einer Taschenlampe könnt ihr die Karte dann bei gutem Wetter dazu nutzen, um euch am Sternenhimmel zurecht zu finden. Ob das jemals jemand versuchen wird, sei einmal dahingestellt.

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Im Vergleich zum dünnen Digipak der Erstauflage ist die neue Limited Illuminated Star Edition ein echtes Monster. Im Inneren der magnetisch verschlossenen Box finden sich zwei Discs, das Booklet, ein Downloadcode für die Z+ App, sowie die “Sternenprojektion”. Letzteres klingt wesentlich cooler als es eigentlich ist, denn letztendlich hat man hier lediglich ein kleines LED-Array in der Box verbaut, welches durch einen perforierten Deckel einen Haufen Punkte an die Decke wirft. Das Ganze sieht nicht wirklich toll oder beeindruckend aus und der Umstand das die Projektion angeblich eine geheime Botschaft enthält, hilft da nur bedingt. Viel interessanter wird die Edition durch ihre exklusive Bonus-Disc, welche neben zahlreichen Bonusstücken auch den heißbegehrten Track “No Time For Caution” enthält.

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Musik

Weiter mit dem wichtigen Teil dieser Rezension: der Musik. Die Haupt-CD, welche beiden Editionen beiliegt, enthält insgesamt 16 Stücke aus dem Score und hat eine Laufzeit von knapp 72 Minuten. Das Album beginnt ruhig und spannend mit “Dreaming of the Crash” und kurz bevor das Stück endet erhält der Hörer einen ersten Eindruck vom prägnantesten Instrument des Soundtracks, der Orgel. Diese macht sich direkt im nächsten Stück deutlich bemerkbar. “Cornfield Chase” ist einer meiner Favoriten auf dem Album; ruhig und verträumt mit einer zunehmend lauteren Orgel die den Hörer in ihrer Melodie fängt. Die Faszination des Soundtrack rührt vor allem von den hypnotischen, langen Tönen und den sehr dynamischen Klängen der Orgel.

Auf melancholisch angehauchten Stücken wie “Stay” ist sie sehr zurückhaltend, bis das Drama auf der Leinwand einsetzt und sich die Lautstärke des Stücks gefühlt verdreifacht – ein sehr intensives Hörerlebnis und einer der Gründe, weshalb dieser Soundtrack für mich das beste Werk seit vielen Jahren ist. Das Spiel mit der Lautstärke hat enorme Wirkung auf die Stimmung der einzelnen Stücke und passt gleichzeitig sehr gut zum kalten, leisen Weltraum. Mein Lieblingsstück auf dem Album ist jedoch zweifellos “Mountains”. Dieses Stück erzeugt enorme Spannung allein durch das zunehmend schnellere und laute Ticken einer Uhr, gepaart mit erwachenden Streichinstrumenten und einer dramatischen Orgel. Es ist ein wundervoller Mix der mich immer wieder in seinen Bann zieht. Ein ebenfalls sehr interessantes und spannendes Stück ist “Coward”, welches erstmalig wirklich düstere Klänge in den Soundtrack einführt und an seinem Höhepunkt ein herrliches Orgelgewitter entfesselt.

Abschließend möchte ich auch noch einmal auf “No Time For Caution” eingehen, dass wohl mit Abstand beliebteste Stück aus dem Soundtrack, welches leider nicht in der Standard Edition dabei ist. Zwar wurde es nach Fan-Protesten in letzter Minute auf die Bonus CD der Illuminated Star Edition gepresst, aber auf der Tracklist sucht man es vergebens. Bei “No Time For Caution” handelt es sich um eine sehr fesselnde und spannende Komposition, welche die großartige Docking Szene des Films begleitet. Im Vergleich zur Version im Kino wurde hier allerdings die Orgel deutlich heruntergeschraubt und die Streichinstrumente dominieren. Nichtsdestotrotz ein tolles Stück.

Fazit

Wäre die Veröffentlichung des Interstellar Soundtracks nicht eine einzige Panne seitens Sony und Watertower Music, würde Hans Zimmers Score zu Interstellar von mir sofort die Bestnote bekommen. Die einzigartigen Stücke regen mich immer wieder zum Träumen an und sind genauso beruhigend wie spannend. Es ist ein sehr ungewöhnlicher Soundtrack, der zum Film jedoch wie die Faust auf’s Auge passt. Der Soundtrack ist in meinen Augen das beste Werk das Hans Zimmer bisher komponiert hat und der beste Soundtrack den ich seit vielen Jahren gehört habe. Großartig. Fans die das ultimative Paket haben wollen, müssen jedoch leider zur teureren Limited Illuminated Star Edition greifen, da nur diese die mit der Bonus-CD und “No Time For Caution” daherkommt. Alternativ wäre da noch die iTunes Deluxe Version, zumindest wenn man auf eine CD im Schrank verzichten kann.


Interstellar Künstler: Format: Soundtrack Erscheinungsdatum: 21. November 2014 EUR 6,99 bei Amazon.de (Partnerlink)


8
Meisterwerk

Pros

  • Musikalisches Meisterwerk
  • Verträumt & atmosphärisch
  • Schicke Artworks

Kontras

  • "No Time For Caution" nur in der Illuminated Edition
  • Billige Sternenhimmel Projektion