Review: The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D (3DS)

Am vergangenen Freitag hat Nintendo mit The Legend of Zelda: Majoras Mask 3D, dass langerwartete Remake des Klassikers für das Nintendo 64 veröffentlicht. Nach Jahren der Spekulation und des Wartens ist das in Kooperation mit Grezzo portierte Spiel nun in neuem Glanz auf dem 2DS, 3DS und New 3DS spielbar. Doch fasziniert Termina noch genauso wie vor 15 Jahren oder hat das Spiel mittlerweile doch etwas Staub angesetzt?

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Ein außergewöhnliches Abenteuer

Majoras Mask hob sich Anfang des Jahrtausends nicht nur mit seiner kurzen Entwicklungszeit von gerade einmal einem Jahr von anderen Zelda Titeln ab. Die Erwartungen nach Ocarina of Time waren gigantisch und Nintendo entschied sich letztendlich, ein paar völlig neue Wege mit dem neuen Titel einzuschlagen. Keine Prinzessin die es vor Ganondorf zu retten gilt, ein sehr düsteres Setting, interessante Zeitmechaniken und schräge Charaktere machen Majoras Mask zu einem unverkennbaren Ableger der legendären Spielereihe.

In Majoras Mask schlüpft ihr (und diese Konvention wird sich vermutlich niemals ändern) in die Rolle von Link und die Handlung knüpft praktisch direkt an die Geschehnisse in Ocarina of Time an. In den verlorenen Wäldern trifft Link auf Horror Kid, welcher eine eigenartige Maske trägt und von dieser besessen zu sein scheint. Er verwandelt Link in ein Deku Kind, stiehlt dessen Okarina und verschwindet. Link findet sich schließlich im Land Termina wieder, wo ihm ein mysteriöser Maskenhändler erzählt, dass Horror Kid die eigenartige Maske aus seinem Sortiment gestohlen hat. Er erklärt Link, dass die “Majora Maske” in den nächsten 72 Stunden wieder in seine Hände gelangen muss oder das Ende Terminas steht bevor. Im Gegenzug dafür bietet der Händler an, ihn zurück in seine ursprüngliche Gastalt zu verwandeln.

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Große Augen bedeuten in Zelda selten etwas Gutes.

Die Haupthandlung von Majoras Mask ist im Vergleich zu anderen Spielen der Reihe eher kurz gehalten, was nicht zuletzt auch auf die kurze Entwicklungszeit zurückzuführen ist. Ursprünglich waren deutlich mehr Dungeons für das Spiel geplant, doch wurden diese letztendlich nicht umgesetzt. Abgesehen von den vier Haupttempeln stehen Spielern jedoch eine ganze Menge Sidequests zur Verfügung, sodass das gesamte Abenteuer locker 25 Spielstunden verschlingen dürfte.

Majoras Mask war das zweite echte Zelda Spiel in einer 3D Welt und auch auf dem Handheld ist dies weiterhin ungewöhnlich, da Nintendos portable Konsolen zumeist 2D-Zeldas erhalten. Majoras Mask fühlt sich jedoch von der ersten Minute richtig heimisch auf dem 3DS an und umgarnt die Spieler mit optimierten Spielabläufen und verbesserter Steuerung. So greift das Spiel auf die gelungene Steuerung von Ocarina of Time 3D zurück und implementiert Touchscreen Elemente, welche schnellen Zugriff auf die Karte, Items und Masken bietet. Besitzer eines Circle Pad Pro Zubehörs oder eines neuen New 3DS Handhelds können zudem Nutzen vom zweiten Circle Pad / dem C-Stick machen, welche unabhängige Kamerasteuerung ermöglichen.

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Als Deku-Kind könnt ihr durch die Luft segeln.

Kommen wir zu den Spielelementen, die das Abenteuer in Termina so einzigartig und gut machen. Zum einen wären dies die insgesamt 24 Masken, welche Link im Verlauf des Abenteuers sammeln kann und ihm neue Fähigkeiten verleihen. Sie sind das größte Alleinstellungsmerkmal und verringern die Abhängigkeit von Items auf Links Reise. Während einige der Masken nur für bestimmte Sidequests Relevanz haben, sind andere für den Spielverlauf essentiell und fördern das Gameplay extrem. So kann sich Link beispielsweise in einen Goronen verwandeln, um in dessen Steinkörper durch die Gegend zu rollen und Gegnern mächtig zuzusetzen. Zeitgleich bringen die Masken frischen Wind in das klassische Zelda Spielkonzept, welches meistens eine gewisse Schnittmenge an Items umfasst: Bogen, Bumerang, Bomben etc.

Ebenfalls sehr wichtig für das Spielkonzept ist das 72 Stunden Zeitlimit, dass dem Spieler gesetzt ist, bevor die Welt untergeht. Dabei entsprechen die 72 Stunden jedoch keinen 72 Echtzeit-Stunden, sondern etwa 54 Minuten Spielzeit. Glücklicherweise erlangt der Spieler im frühen Spielverlauf die Möglichkeit, diese Zeit zurückzudrehen, doch hat dies auch Auswirkungen auf die Spielwelt. Während euch eure bereits freigespielten Fähigkeiten erhalten bleiben, kehrt der Rest der Spielwelt zurück in den Zustand, wie ihr sie zu Spielbeginn vorgefunden habt. Das heißt, dass auch bereits abgeschlossene Dungeons wieder von bösen Kräften befallen sind und etwaige Sidequests, die nach dem Abschluss eines Dungeons freigeschaltet wurden, nicht länger zur Verfügung stehen. Andere Sidequests erfordern die Anwesenheit des Spielers zu bestimmten Zeitpunkten an bestimmten Tagen / Nächten im Spiel.

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Die Hymne der Zeit ist euer bester Freund.

Spieler sollten also nicht trödeln wenn sie sich in einem Dungeon oder auf einer Mission befinden, denn Zeit ist in Majoras Mask wirklich ein wichtiger Faktor und ausschlaggebend für den gehobenen Schwierigkeitsgrad des Spiels. Hinzu kommt, dass Majoras Mask wirklich nur wenig Hinweise an den Spieler weitergibt, etwas wofür die neueren 3D Zelda Spiele notorisch bekannt sind. Ob dies nun gut oder schlecht ist, kommt wohl auf den individuellen Spieler an und ich persönlich kann mich mit dem Konzept des Zeitdrucks eher weniger anfreunden, da ich ein Spieler bin, der gerne in Ruhe auch die letzte Ecke dieser tollen Welt erkunden mag, ohne dabei auf die Doomsday Clock sehen zu müssen.

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Mit der Zora Maske macht das Schwimmen gleich viel mehr Spaß.

Doch was bietet Majoras Mask 3D den Langzeit Fans eigentlich an Mehrwert, die das Spiel bereits für das Nintendo 64 besitzen? Zum einen wäre da die tolle Gesamtpräsentation des Spiels, welche in Puncto Grafik und Sound ordentlich aufpoliert wurde und nun auf der gleichen Engine wie schon Ocarina of Time 3D basiert. Die Texturen und Modelle sind um Welten besser und das Spiel läuft endlich bei stabilen 30 Bildern / Sekunde (im Vergleich zu mageren 20fps auf dem N64). Der 3D Effekt macht Spaß und liefert einen tollen Tiefeneindruck, auch wenn er absolut optional ist und spieltechnisch keinen Mehrwert mit sich bringt.

Der Sound klingt wesentlich klarer und natürlicher als noch auf dem schlechten Soundchip des Nintendo 64. Auch wurden viele Gameplay Aspekte noch einmal aufpoliert und teilweise generalüberholt, darunter auch sämtliche Bosskämpfe des Spiels. Die neue Steuerung mit der Bequemlichkeit des Touchscreens, macht das Spielerlebnis um ein Vielfaches angenehmer, während neue Sheika Steine Spielern Tipps geben, falls diese im Spielverlauf nicht weiterkommen oder den roten Faden verloren haben.

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Größter Creep in Termina: der Maskenhändler.

Fazit

The Legend of Zelda: Majoras Mask 3D ist ein erstklassiges Remake von einem der beliebtesten Zelda-Spiele aller Zeiten. Ein atmosphärisch-düsteres Setting, einzigartige Spielmechaniken, ein fordernder Schwierigkeitsgrad und schräge Charaktere faszinieren nicht nur Fans der Zelda Reihe, sondern vielleicht auch Spieler, denen Zelda immer etwas zu bunt und fröhlich war. Das ursprünglich für das Nintendo 64 entwickelte Spiel fühlt sich auf dem 3DS direkt heimisch an und macht sich perfekt neben Ocarina of Time 3D in jeder gut gepflegten Spielesammlung. Abgesehen von seiner Länge, steht das Abenteuer in Termina denen in Hyrule in keiner Weise nach und überflügelt diese oftmals sogar. Kaufempfehlung.

9
Großartig

Pros

  • Innovative Spielmechaniken
  • Düsteres, stimmiges Setting
  • Erstklassiges Handheld Remake

Kontras

  • Relativ kurze Spielzeit
  • Zeitdruck nicht Jedermanns Fall

Unser Fazit


Gameplay
9
Präsentation
9
Story / Umfang
9