Review: Unbroken

Angelina Jolie ist ein Name aus Hollywood, den wohl jeder von uns kennen dürfte. Nun hat die amerikanische Schauspielerin zum zweiten Mal hinter der Kamera gearbeitet und führte Regie bei dem neuen US-Kriegsdrama Unbroken. Wir haben uns den Film bereits vor dem deutschen Kinostart am 15. Januar 2015 zu Gemüte geführt und dürfen euch nun verraten, ob sich ein Kinogang lohnt oder ob Angelina demnächst besser wieder vor der Kamera stehen sollte.

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Was ‘n Broken!

Unbroken spielt zu Zeiten des zweiten Weltkriegs und erzählt die wahre Geschichte von Louis “Louie” Zamperini (Jack O’Connell), einem amerikanischen Olympialäufer mit italienischen Wurzeln, der zusammen mit zwei Kameraden, nach Absturz ihrers Flugzeugs, ganze 47 Tage in einem Rettungsboot auf dem Pazifik überlebte. Schließlich wird er von japanischen Truppen “gerettet” und in ein Kriegsgefangenen-Lager gebracht, wo weitere Qualen auf ihn warten.

Unbroken hat mich in vieler Art und Weise überrascht – davon allerdings eher im negativen. Jolies Regie ist in meinen Augen überraschend solide, auch wenn uns die Star-Schauspielerin keine Bilder zeigt die den Zuschauer wirklich prägen, beeindrucken oder berühren. Letzteres ist ein richtiges Problem, wenn man von einem Kriegsdrama redet, dass zudem auch noch auf einer tragischen Begebenheit aus der Realität basiert. Auch wirken einige Kriegsszenen des Films in ihrer Farbgebung und Gestaltung zu “schön” und es fehlen die dreckigen Stilelemente, die man als Zuschauer an dieser Stelle erwartet.

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Unbroken schafft es leider nicht den Fokus auf Zamperini und dessen starke Charakterentwicklung zu setzen, sondern lenkt den Blick primär auf dessen Härteprüfungen und bleibt dabei relativ gefühlskalt. Zwar liefert Hauptdarsteller Jack O’Connell eine recht gute Performance, doch fühlte ich mich zu einem Zeitpunkt wirklich von der Geschichte bewegt. Vorhandenes Drama fühlt sich oftmals künstlich und klischeebehaftet an, besonders zum Ende des Films. Deutlich interessanter wäre es gewesen, wenn sich der Film auf die Wandlung Zamperinis konzentriert – etwas, dass hier lediglich in Textform während des Abspanns präsentiert wird.

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Hinzu kommt, dass der Film sich übermäßig zieht, was jedoch auch wieder vielmehr dem schlechten Drehbuch, als der Regisseurin zuzuschreiben ist. Dialoge und Momente fühlen sich fast ausnahmslos zu lang an, was von der langen Laufzeit mit 137 Minuten noch einmal unterstrichen wird. Viele Szenen bieten nicht nur keinen Mehrwert für die Geschichte, sie sind auch schnell wieder in Vergessenheit geraten. Ich war zeitweise ziemlich gelangweilt.

Das große Problem des Films liegt also im Drehbuch, welches zu allem Überdruss auch noch von den Coen Brüdern geschrieben wurden, die sich in der Vergangenheit mit Filmen wie The Big Lebowski, True Grit und No Country For Old Man einen Namen gemacht haben. Natürlich bietet Unbroken auch ein paar gelungene und spannende Momente, doch werden diese von der Last des zähen Rests schnell verdrängt. Vielleicht würde dem Film ein erneuter Schnitt gut tun und mit dem richtigen Drehbuch hätte man hier richtig abräumen können. Schade.

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Fazit

In Unbroken beweist sich Angelina Jolie erneut als Regisseurin, doch versagt der Film dafür in anderen Bereichen. Der fatalste Fehler: Das Drehbuch der Coen Brüder konzentriert sich auf die falschen Aspekte dieser dramatischen Geschichte und langweilt den Zuschauer mit überdimensionierten Dialogen und Szenen, anstatt näher auf die Wandlung des Louis Zamperini einzugehen. Wer gerne Adaptionen von Heldengeschichten sieht, auf den mag der Funken vielleicht überspringen, doch würde ich persönlich lieber ein paar Wochen länger warten und mein Geld auf “American Sniper” setzen.

5.5
Langatmig

Pros

  • Solide Regie von Angelina Jolie
  • Guter Hauptdarsteller

Kontras

  • Sehr langatmig
  • Kaum packendes Drama
  • Fragwürdiges Drehbuch

Unser Fazit


Handlung
5
Präsentation
6