Review: The Best of Me – Mein Weg zu Dir

Es gibt Filme, die sind ausschließlich für ein ganz bestimmtes Publikum gemacht, wie die Romanverfilmungen von Nicholas Sparks. Wo Nicholas Sparks draufsteht, da ist auch Nicholas Sparks drin. Wenn der Autor dann auch noch höchstpersönlich im Produzenteam dabei ist, sollte Frau sich doch ab dem 8. Januar bedenkenlos eine Kinokarte kaufen können und Mann sich um die Begleitung ins Kino drücken – oder etwa nicht?

The Best Of MeVerbotene Leidenschaft und üppige Blumengärten

The Best of Me – Mein Weg zu Dir erzählt die Geschichte eines ungleichen Liebespaares. Nachdem Dawson Cole (James Marsden) wie durch ein Wunder eine verheerende Explosion auf einer Bohrinsel überlebt hat, fragt er sich, was das Schicksal wohl noch mit ihm vorhat. Die Antwort folgt umgehend. Sein alter Freund Tuck ist gestorben und sein Anwalt bittet ihn zur Testamentsverlesung in seinen Heimatort zurückzukehren. Dort trifft er auf Amanda (Michelle Monaghan), seine große Jugendliebe, die ebenfalls im Testament bedacht wird. Auch nach 20 Jahren sind seine Gefühle für sie unverändert und Amandas Ehe mit dem standesgemäßen Ehemann ist unglücklich, doch ein Happy End kann in vielen Formen kommen und welche das Schicksal für Dawson und Amanda bereit hält, weiß nur es.

The Best Of Me

Der letzte Satz stimmt so natürlich nicht ganz. Wer sich ein bisschen mit Sparks, sei es Buch oder Film, auskennt, der weiß sehr wohl, was passieren wird. Das ist grundsätzlich ja nicht verkehrt, manchmal will man eben nicht überrascht werden, sondern bei Vertrautem einfach entspannen, mitleiden oder schmachten. Wie gesagt, wo Sparks draufsteht, ist Sparks auch drin. Was aber gar nicht geht, ist wenn die einzelnen Versatzstücke so plump zusammengesetzt sind wie hier. Zwar wird mit zwei Zeitebenen versucht, dem Film den Eindruck von Komplexität zu geben, aber an diesem Film ist leider gar nichts komplex. Die Dialoge sind albern und der Kitschfaktor sprengt selbst eine nach oben offene Skala. Was irgendwie ja auch eine Leistung ist.

The Best Of Me

Die Schauspieler geben sich redlich Mühe, aber man fragt sich schon, was James Marsden dazu bewogen hat, diese Rolle anzunehmen. Luke Tracey, der den jungen, introvertierten Dawson aus der fiesen, Gewehr schwingenden Hinterwäldlersippe spielt, liefert die überzeugendste Performance und wird hoffentlich in Zukunft bessere Rollen angeboten bekommen. Unglücklicherweise sieht er allerdings weder wie 17 aus, noch sieht er Marsden ähnlich. Vielleicht dachte man sich beim Casting, dass die vorwiegend weiblichen Zuschauer ohnehin nur auf den immer wieder vom Hemd befreiten und wohltrainierten Oberkörper blicken und es deshalb vielleicht gar nicht bemerken. Michelle Monaghan und Liana Liberato, als die junge, selbstbewusste Amanda aus gutem Hause, sind beide ganz ordentlich, wobei sie eher für ihre ausgesprochen schöne Garderobe in Erinnerung bleiben. Die Kostüme, sowie das Set-Design sind das mit Abstand Beste an diesem Film. Allerdings verführte wohl der Drehort Louisiana dazu, sich hemmungslos einem üppigen Farbenrausch hinzugeben, so dass einige Aufnahmen geradezu triefen vor satter Farbenpracht.

The Best Of MeFazit:

Wenn das Wetter und die Welt überhaupt mal wieder schlecht sind, das Hirn eine Pause möchte und Pralinen und Prosecco zur Hand sind, dann ist The Best of Me – Mein Weg zu Dir zwar immer noch kein guter Film, aber wenn man beide Augen zudrückt, ist er okay. Im Grunde ist es eine teure Best-of-Sparks-Fernsehproduktion für dessen Fans, die nach einem ätzenden Tag für 118 Minuten nur schöne Landschaften und Kleider, üppige Blumengärten und schicke Einrichtungen, loderndes Kaminfeuer und knackige Schauspieler sehen wollen. Freigegeben ist er ab 12 Jahre.

4
Kitsch

Pros

  • Schöne Kleider
  • Satte Farben
  • Schöne Menschen

Kontras

  • Vorhersehbare Handlung
  • Schlimme Dialoge
  • Extrem kitschig

Unser Fazit


Handlung
3
Präsentation
5