Review: Gigaset Elements

Alarmanlage im “Smart Home”-Zeitalter: Das bietet Gigaset Elements auf den ersten Blick. Aber kann das Set aus Bewegungsmelder, Tür- und Fenstersensor im Alltagscheck überzeugen? Wir haben den Test gemacht und eine Wohnung voller Hunde und Katzen zur Hochsicherheitsfestung umgebaut.

Gigaset ist als Hersteller von DECT-Telefonen nicht direkt das innovativste Unternehmen Deutschlands, allerdings wagt man sich mit dem Gigaset Elements getauften “Smart Home”-Set auf ein neues Terrain. Aber Gigaset will nicht Heizungsthermostate regeln oder Rolladen fernsteuern – nein, bei Gigaset Elements geht es um die Sicherheit. Und deswegen alleine unterscheidet sich das Set bereits grundlegend von anderen schlauen Hausadaptern.

Wir bedanken uns bei BlogAbout.it für die kostenlose Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bestandteile des Sets

Das Gigaset Elements Starter Kit besteht insgesamt aus drei Modulen: Am wichtigsten ist selbstverständlich die Basis-Station, die für einerseits für die Kommunikation der einzelnen Module essentiell ist und gleichzeitig auch die gesammelten Daten über das Internet verfügbar macht. Mit im Paket sind ein Türsensor und ein Bewegungssensor, die per Klebestreifen an Ort und Stelle Ihres Wirkens fixiert werden. Alternativ kann der Bewegungssensor auch mit einem mitgelieferten Mini-Stativ aufgestellt werden. Zusätzlich wurde uns der Fenstersensor bereitgestellt, der an den Fensterrahmen geklebt wird. Nicht getestet, aber ebenfalls verfügbar sind Module für eine Kamera und eine Alarmsirene. Weitere Sensoren sollen noch folgen.

 

Die weißen Module sind schlicht gehalten und nerven weder doch auffälliges Geblinke noch übermäßigen Kabelsalat. Denn nur die Basis-Station ist kabelgebunden, die Sensoren selbst werden drahtlos eingebunden. Hier wird kein WLAN verwendet, sondern das vom Haustelefon bekannte DECT – hier werden die Gene von Gigaset deutlich. Im Gegenzug bedeutet der Verzicht auf WLAN aber auch, dass die Basis-Station per Ethernet-Kabel ins Heimnetzwerk eingebunden wird. Das kann je nach Netzwerkaufbau schon mal zu Problemen führen. Lohnenswert ist deswegen die Investition in Powerline. Warum man hier nicht konsequent auch auf PoE (Power over Ethernet) gesetzt hat, um zumindest das Stromkabel zu sparen, wissen nur die Entwickler.

Einrichtung

Gigaset betont die einfache Einrichtung seiner Elements-Reihe. Und tatsächlich dauert es vom Auspacken bis zum ersten Funktionstest nur wenige Minuten. Sind erst einmal Strom- und Ethernet-Kabel mit der Basis-Station verbunden sowie alle Batterien in die Sensoren verpflanzt, ist der restliche Aufbau ein Klacks. Die Verbindung mit dem Heimnetzwerk wird automatisch aufgebaut und klappte auf Anhieb. Danach noch schnell ein Benutzerkonto bei My Gigaset Elements einrichten und fertig! In der Theorie ist die smarte Alarmanlage mit Rundumblick nun scharf geschaltet. In der Praxis fehlen noch einige Schritte, bis man Gigaset Elements effektiv nutzen kann – das Herunterladen der dazugehörigen App für iPhone und Android zum Beispiel. Aber auch per Web App kann auf die Basis-Station zugegriffen werden.

 

Nach dem Einsschalten der Basis können die einzelnen Sensoren angelernt werden. Bei mir wurden Tür- und Bewegungssensor direkt gefunden; letztgenannter funktionierte auch sofort und meldete im Minutentakt eine Bewegung ins Ereignis-Log. Das ging ja fix! Etwas komplizierter sind Tür- und Fenstersensor zu konfigurieren: Diese müssen erst an die gewünschte Position angebracht und anschließend kalibriert werden. Hier hilft aber in der App ein bebilderter und gut erklärter Guide zum ersten Erfolg. Damit ist Gigaset Elements einsatzbereit.

Betrieb und Smartphone-Integration

Nun geht es ans Eingemachte. Wie schlägt sich Gigaset Elements in der Praxis? Die Testbedingungen sind nicht optimal – in einem Haushalt voller Hunde und Katzen gibt es viel Bewegung und damit sind Fehlalarme denkbar. Der Testaufbau wird deswegen den Gegebenheiten angepasst: Der Türsensor kommt an die Haustür, der Bewegungsmelder wird im Flur platziert, wo selten Tiere vorbeikommen, aber jeder, der die Wohnung betritt, vorbei muss. Der Fenstersensor wird im Wohnzimmer angebracht, wo auch gut und gerne mal ein Hund herumspielt.

Nach zwei Tagen im Dauertest dann die Auswertung: Tür- und Fenstersensor funktionieren auch mit viel Turbulenzen drumherum sehr zuverlässig – kein Fehlalarm ist die Folge. Anders sieht es naturgemäß mit dem Bewegungssensor aus – dieser löste trotz Position abseits der Hauptrouten der Tiere häufig aus, so dass er letztendlich nur als Indikator, aber niemals als Beweis für einen unerwünschten Eindringling dienen kann.

 

Wie viele “Smart Home”-Ansätze nutzt Gigaset Elements die Verbindung zum Smartphone als direkten Interaktionsweg. Ist die “My Gigaset Elements”-App installiert, erhalte ich zu Ereignissen auf Wunsch (das System lässt sich in drei Stufen “scharf stellen”) eine Push-Nachricht auf mein Android. Dies klappte auch dort überall zuverlässig, wo ich mobiles Internet hatte – ansonsten natürlich nicht. Dann kamen die Nachrichten mit Verzögerung an.

Weiteres Manko der Plattform: Sie ist ohne Strom an der Basis-Station nutzlos. Zwar sind die Sensoren durch langlebige Batterien (Gigaset spricht von zwei Jahren Laufzeit) unabhängig; doch ohne Basis-Station werden die Daten nicht weiterverarbeitet. Absolute Sicherheit kann Gigaset Elements deswegen nicht bringen.

Fazit

Gigaset Elements ist eine Sicherheitslösung, die Spaß macht. Das spieleriche Heranführen an das Thema Wohnungssicherheit ist gelungen und die Sensoren funktionieren zuverlässig, was auch die hohen Kosten pro Sensor von ca. 50 Euro pro Sensor relativiert. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack: Warum die Basis-Station so viele Kabel benötigt, wo halbwegs moderne Systeme mindestens eins weniger benötigen sollten, kann nicht geklärt werden. Außerdem ist die Strom- und Internetabhängigkeit sicherlich nicht jedem Sicherheitsfan geheuer.

7.5
Gute Idee

Pros

  • Durchdachte Sensoren
  • Schnelle Einrichtung
  • Gelungene Smartphone-Integration

Kontras

  • Basis-Station nicht optimal
  • Abhängigkeiten von Strom, Internet und Servern
  • App noch nicht optimal