Review: Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere

Es war eine lange Reise, doch alle Reisen gehen irgendwann zu Ende. Auch die Reise Bilbo Beutlins über die Kinoleinwände der Welt nähert sich ihrem Ende und Regisseur Peter Jackson verabschiedet sich mit Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere von einer Welt, in die er fast 17 Jahre seines Lebens gesteckt hat. Wir hatten die Chance das letzte Kapitel der Hobbit Trilogie schon vorab zu bewundern und servieren euch nun unsere Filmkritik zum neuen Abenteuer in Mittelerde. Ein letztes Mal.

Spoilerhinweis: Bei unserer Filmkritik braucht ihr euch nicht um Spoiler zu fürchten, wenn ihr das Buch nicht gelesen habt. Ich werde jedoch auf Inhalte aus den ersten beiden Hobbit Filmen zurückgreifen, die ihr mittlerweile hoffentlich alle gesehen habt.

THE HOBBIT: THE DESOLATION OF SMAUG

I will have war!

Nachdem die Zwerge einen Sieg in Erebor erringen konnten, macht sich der rachsüchtige Drache Smaug auf den Weg nach Seestadt, um die kleine Stadt in ein Flammenmeer zu verwandeln. Um ihr Leben fliehend, suchen die Menschen von Seestadt Zuflucht bei den Zwergen, doch stoßen ihre Hilferufe auf Granit. Thorin, der nun endlich sein Königreich zurückerobert hat, fällt wie sein Vater dem Fluch des Drachengolds zum Opfer und verzehrt von Habgier ist er unwillens sich von auch nur einer Münze zu trennen. Doch Bard und die Menschen von Seestadt stehen nicht allein vor den Toren Erebors, Elbenkönig Thranduil ist mit einem Heer angerückt. Bilbo versucht zu vermitteln, aber Thorin bekommt ein Zeichen, dass Unterstützung naht – nichtsahnend, dass eine noch viel größere Gefahr sich nähert und das schon bald eine grausame Schlacht beginnt, die als die Schlacht der fünf Heere in die Geschichte Mittelerdes eingehen soll.

THE HOBBIT: THE BATTLE OF FIVE ARMIES

Das letzte Kapitel der Trilogie schließt nahtlos an den zweiten Film “Smaugs Einöde” an. Wo der zweite Film endete, setzt der finale Hobbit Film an und es geht ohne große Einleitung direkt in den Feuersturm. Die ersten zehn Minuten gehören zu den spektakulärsten des Films und Zuschauer dürfen sich abermals auf den atemberaubend animierten Drachen Smaug freuen. Als Dreh- und Angelpunkt der Handlung entpuppt sich diesmal Zwergenführer Thorin Eichenschild (Richard Armitage), dessen drastischer Charakterwandel über viele Schicksale entscheidet. Zusammen mit Lee Pace als Thranduil, Martin Freeman als Bilbo und Luke Evans als Bard, liefert der Zwerg ein paar sehr beeindruckende Darbietungen über die Dauer des Films ab. Während der Cast in den vergangenen Filmen oftmals noch nicht die Chance hatte aufzublühen, zeigen viele Darsteller in den dramatischen Ereignissen des Films ihr Können.

THE HOBBIT: THE DESOLATION OF SMAUG

Kleine Zwerge, große Action

Wie die Namensgebung schon verrät, markiert die “Schlacht der fünf Heere” den Höhepunkt des Films und somit auch den Höhepunkt der Hobbit Trilogie. Nachdem Peter Jackson mit der Der Herr der Ringe Trilogie in der Vergangenheit schon bewiesen hat, dass er ein Händchen für epische Action-Spektakel besitzt, serviert uns der Mittelerde Regisseur diesmal ein deutlich dreckigeres und chaotischeres Schlachtgetümmel. Die 45-minütige Schlacht bietet ein paar der verrücktesten und eindrucksvollsten Action-Sequenzen der Mittelerde Filme und schafft es erstaunlicherweise, durchgehend unterhaltsam und spannend zu bleiben. Jackson erreicht dies mit gezielt eingeschobenen Charakterszenen, die den Zuschauer jedoch nicht aus dem Rausch der Schlacht reißen. Tatsächlich fühlte sich die große Schlacht für mich eher wie eine einzige, geschmeidige Action-Sequenz an, die zudem auch noch ziemlich bombastisch inszeniert wurde. Weta Digital zeigen hier erneut, dass sie die Spitze der Industrie markieren.

THE HOBBIT: THE DESOLATION OF SMAUG

Apropos geschmeidig: Die Elben, insbesondere Legolas, erkunden auch diesmal wieder die Grenzen der Physik und liefern eine verrückten Stunt nach dem Anderen. Geschmacklich wird das sicherlich nicht Jedermanns Sache sein, doch spätestens seit Bomburs Fasskampf wissen wir, dass Peter Jackson mit dem Hobbit vor allem eines schaffen möchte: Unterhaltung. Zwischen den epischen und dramatischen Momenten finden sich also auch wieder ein paar Sequenzen, die durchaus für herzhafte Lacher sorgen dürften. Der allgemein etwas lockerere Ton der Hobbit Trilogie geht also nicht vollständig in der Schlacht verloren. Am beeindruckendsten empfand ich jedoch nicht die große Schlacht an sich, sondern vielmehr die vielen Duelle mit Kerncharakteren der neuen Trilogie. Allesamt sehr gut in Szene gesetzt, machen sie noch mehr Spaß als die Horden aufeinandertreffender Kämpfer.

THE HOBBIT: THE DESOLATION OF SMAUG

Während fast der gesamte Film am Fuß des Erebor bzw. Seestadt spielt, gibt auch zwei kurze Sequenzen abseits des einsamen Berges. So sehen wir Galadriel an der Seite von Elrond und Saruman in Dol Guldur kämpfen, was mich persönlich besonders gefreut hat. Christopher Lee (Saruman) lässt hier trotz seines stolzen Alters von 92 Jahren noch einmal den Badass raushängen und beeindruckt mit Moves, die er zweifelsohne nur mit Hilfe eines guten Stuntmans auf die Leinwand zaubert. Respekt gibt es von mir auf jeden Fall. Nicht so gut gefallen hat mir die Tatsache, dass zumindest in der Kinofassung einige Fragen offen bleiben und manche Charaktere viel zu wenig Screentime erhalten. Beorns Auftritt während der großen Schlacht lässt sich daher bestensfalls als sehr cooles Cameo bezeichnen.

THE HOBBIT: THE BATTLE OF FIVE ARMIES

Das Ende einer Saga

Die ungewöhnlich rasante Handlung des Films lies die 144 Minuten Laufzeit zudem sehr kurz auf mich wirken. Ein zu kurzer Peter Jackson Film? Huch? Ein Glück das der Regisseur bereits bestätigt hat, weitere 30 Minuten Filmmaterial zur Special Extended Edition des Films hinzuzufügen, welche vermutlich wieder im November des nächsten Jahres erscheint. Diese dürfte den Film noch einmal ordentlich aufwerten, zumal sogar ein paar Szenen aus den Trailern dem finalen Schnitt zum Opfer gefallen sind.  Ich denke außerdem, dass der dritte Film noch einmal besser funktioniert, wenn man ihn im Marathon direkt mit den anderen beiden Streifen der Trilogie schaut.

Diesen Effekt habe ich bereits bei den anderen Filmen beobachtet und bin davon überzeugt, dass die Trilogie ein wirklich tolles Gesamtbild abgeben wird. Eine andere Sache die mich etwas gestört hat: Howard Shores Soundtrack des letzten Films klingt definitiv atemberaubend, geht jedoch zeitweise im Schlachtengetümmel einfach unter.

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Abschließend noch ein paar Worte zum Ende der Mittelerde Saga. Dieses ist dem Team um Peter Jackson in meinen Augen wirklich gelungen und schafft eine clevere Brücke zu den Ereignissen in der Herr der Ringe, ähnlich wie Frodos Cameo zu Beginn der Hobbit Trilogie. Ich als großer Fan der Welt Tolkiens, bin jedenfalls zufriedengestellt, auch wenn ich mit dem bittersüßen Gedanken aus dem Kino gegangen bin, den wirklich letzten der Mittelerde Filme gesehen zu haben.

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Fazit

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere markiert den Höhepunkt der Trilogie und das Bindeglied zum Herrn der Ringe. Peter Jackson verabschiedet sich von Mittelerde mit einem Action-Gewitter, dass in seiner Ausführung einzigartig ist. Durchgehend unterhaltsam und sogar gefühlt etwas zu kurz, weckt die Schlacht der Fünf Heere die verschiedensten Emotionen in den Herzen der Fans. Es ist ein denkwürdiger Abschied aus Mittelerde, der zu einem tollen Gesamtbild der Trilogie beitragen sollte und in der Special Extended Edition vermutlich sogar noch einmal ein ganzes Stück besser sein wird. Begebt euch auf die letzte Reise nach Mittelerde, die letzte große Schlacht und das letzte Wiedersehen mit Bilbo Beutlin. Ein letztes Mal.

Copyright-Hinweis:

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The Hobbit: The Battle Of The Five Armies and The Hobbit, and the names of the characters, events, items and places therein are trademarks of The Saul Zaentz Company d/b/a Middle-earth Enterprises under license to New Line Productions, Inc.

8.5
Sehr Gut

Pros

  • Sehr gute Darbietungen der Darsteller
  • Spannende & bildgewaltige Action ...
  • Gelungenes Ende mit Brücke zu LotR

Kontras

  • Howard Shores Score geht unter
  • ... aber Insgesamt in der Kinofassung etwas kurz geraten

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
9