Review: Die Pinguine aus Madagascar

Ab 27. November erklingt es im Kino wieder, das Lied zu dem König Julian schon 2005 in Madagascar die Hüften schwang: “I like to move it, move it” – für die Pinguine Skipper, Rico, Kowalski und Private Grund genug sich abzusetzen, denn ihnen geht der Song gehörig auf den Lachs. Ob man es ihnen gleichtun und sie auf ihren Abenteuern begleiten sollte – wir haben Die Pinguine aus Madagascar bereits gesehen, um das herauszufinden. Nur wer schon immer mal Oktopoden eine Polonaise machen sehen wollte, der kann sich auch direkt ein Kinoticket kaufen.

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Rote Knöpfe sind (nicht) zum drücken da!

Die gar nicht so heimlichen Stars der Madagascar-Trilogie waren schon als Jungpinguine irgendwie anders als der durchschnittliche Frackträger, dass zeigt die Rückblende am Anfang des Films ganz deutlich. “Ich lehne die Natur ab!” verkündet der kleine Skipper selbstbewusst und von dem Moment an stehen Abenteuern und Gefahr nichts mehr im Weg. Ihr neuestes Abenteuer beginnt, als sie zum Geburtstag von Private in Fort Knox einbrechen. Nicht etwa der Goldreserven wegen, nein, dort steht ein Snack-Automat in dem es ihre heißgeliebten, aber aus gesundheitsgefährdenten Gründen inzwischen verbotenen, Cheese Dibbles gibt. Womit sie nicht gerechnet hatten: dort wartet ein alter Feind auf sie: Dr. Octavius Brine und seine fiesen Oktopoden. Hinter dem Doktor steckt der Oktopus Dave, der ein Serum entwickelt hat, das aus den niedlichen Pinguinen hässliche Kreaturen macht. Aber Skipper, Rico, Kowalski und Private lassen sich nicht so einfach entniedlichifizieren – und dann gibt es da noch die Elite-Einheit Nordwind mit ihrem Chef namens Geheimsache. Das Chaos nimmt seinen unvermeidlichen Lauf.

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Man muss die Madagascar Filme nicht gesehen haben, um diesen Film zu verstehen. Wer sie aber kennt, weiß worauf er sich einlässt – irrwitzige Geschichten und ein flottes Tempo. Die Pinguine sind natürlich das ganz große Highlight, Ricos Gesichtsausdruck allein ist schon komischer als so manche Hollywood Komödie, aber auch die fiesen Oktopoden sind zum schreien komisch. Wenn sie die Pinguine durch Venedig jagen, dann bleibt kaum ein Auge trocken und jeder, der schon einmal bei einer Hochzeit oder sonstiger Feier eine Polonaise ertragen musste, der wird beim Anblick der Oktopoden und selbiger sich kaum mehr einbekommen – bei dieser Stelle lachten im Kino übrigens eindeutig die Erwachsenen lauter als die anwesenden Kinder. Apropos Kinder, der Film hat die FSK o.A. bekommen, aber es gibt eine Szene, die die ganz Kleinen schon ziemlich geschockt hat und den Begleitpersonen sei hier direkt gesagt – ohne spoilern zu wollen, dass sie den Kleinen versichern können, dass der süße Pinguin natürlich nicht tot ist.

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Wem die Geschichte mit dem Serum bekannt vorkommt, der hat vermutlich Ich – Einfach Unverbesserlich 2 gesehen. Es diente so unauffällig als Inspiration, dass es schon fast tragisch unoriginell anmutet. Nichtsdestotrotz sind die Pinguine als hässliche Kreaturen grandios absurd. Auch die deutsche Stimme von Geheimsache (Heino Ferch) zeichnet sich vor allem durch den Mangel an Persönlichkeit aus, zumindest, wenn man ihn einmal im Original (gesprochen von Benedict Cumberbatch) gehört hat. Geheimsache und sein Team sind außerdem zwar ausreichend unterhaltsam, aber da wäre noch Raum für mehr Persönlichkeit gewesen. So fühlen sie sich zeitweise an wie Extras. Da ist Bösewicht Dave schon besser gelungen.

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Fazit

Für Fans der Pinguine ein Muss, denn es ist die große Skipper, Rico, Kowalski und Private Show. Die Pinguine, zusammen mit den Oktopoden und einigen herausragenden Szenen, retten einen Film, der von der Geschichte und dem Aufbau eher schwach ist. Die besten Witze treffen den Humor der erwachsenen Zuschauer, aber es ist auch genug für die Kleinen dabei und die Länge von 85 Minuten ist kinderfreundlich. Alles in allem ist es die Sorte Film, aus dem man rauskommt und immer noch lacht, obwohl man ihn eigentlich schwach fand.

6.5
Okay

Pros

  • Großartige Pinguine
  • Großartige Oktopoden
  • Teilweise sehr witzig

Kontras

  • Zu plump abgekupfert
  • Schwache Story
  • Blasse Nebenfiguren

Unser Fazit


Handlung
5
Präsentation
8