Review: Tengami (Wii U)

Am vergangenen Donnerstag ist das gefeierte iOS Spiel Tengami von Nyamyam Games für Nintendos Wii U erschienen. Ich habe einen Blick auf das künstlerische Spiel geworfen und meine Gedanken dazu in dieses Review gepackt. Viel Spaß beim Lesen.

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Kompakte Kunst

Bei Tengami handelt es sich um ein atmosphärisches Puzzle-Spiel im Point & Click Stil, welches vor allem durch seine Präsentation zu beeindrucken versucht. Ihr steuert euren namenlosen Charakter durch wunderschöne Level, die japanischen Aufklapp-Bilderbüchern nachempfunden wurden. Ähnlich wie bei experimentellen Titeln wie “Flower” für die Playstation, geht es hier weniger um das erreichen eines bestimmten Abschnitts oder Erfolges, als um das Genießen der Reise selbst.

Gesteuert wird ausnahmslos mit dem GamePad Touchscreen, indem den Stylus an eine Stelle im Bild drückt. Euer Charakter macht sich dann auf dem kürzesten Weg dorthin. Ein wichtiger Teil der Origami-Welt und deren Puzzle, ist die Möglichkeit vordefinierte Abschnitte umzublättern um den Level zu verändern. Auch dies macht ihr mit dem Touchscreen. Die Steuerung ist zweckgemäß umgesetzt, auch wenn ich mir wünschen würde, dass man den Charakter auch durch langes halten des Stylus auf dem Touchscreen bewegen könnte. So muss man momentan immer noch “drücken” um eine neue Position festzulegen, was den großen TV Bildschirm etwas nutzlos macht, da man kein richtiges Feedback über seine Position bekommt, sofern man nicht permanent auf den Touchscreen drückt um den Zielpfeil angezeigt zu lassen.

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Allgemein fühlt sich die Portierung des Titels auf die Wii U Plattform etwas lieblos an. Das beginnt schon am langweiligen Launch-Screen und zieht über kleinere Ruckler beim Abspielen von Festplatte bis hin zu jener fehlenden Steuerungs-Optimierung für das Dual-Screen Gameplay der Wii U. Aber hey, wenigstens ein paar Miiverse Stempel gibt es .. Glücklicherweise sieht das Spiel auf der Wii U zumindest richtig gut aus. Die Origami Welten 1080p bei 60fps sind wunderbar und versprühen einen ganz eigenen Charme.

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Oben drauf kommt der exzellente Soundtrack komponiert vom renommierten Musiker David Wise (Donkey Kong Country), welcher das Spiel sehr atmosphärisch, japanisch und entspannend gestaltet. In der Tat kam mir das Spiel an einigen Stelle zu entspannt vor, da der Charakter sich stets in einem sehr gemächlichen Tempo durch die Welt bewegt. Passt zweifellos zur Stimmung, doch wenn es dann einfach nur das Gameplay enorm langweilig macht, weil ihr große Strecken zurücklegen müsst, finde auch ich das dann nicht mehr ganz so toll.

Die größte Sünde des Spiels ist jedoch seine Länge. In knapp 75 Minuten hatte ich den Abspann vor Augen, was ich selbst in Anbetracht der experimentellen Natur des Spiels für etwas arg wenig halte. Zum Zeitpunkt dieses Artikels kostete das Spiel zudem stolze 7,99 Euro im Shop. Für die Hälfte des Preises, hätte ich hier noch ein Auge zugedrückt. Nichtsdestotrotz hatte ich meinen Spaß mit Tengami, was vermutlich hauptsächlich auf die tolle Präsentation zurückzuführen ist. Es ist einfach entspannend und schön durch die schicken Level zu streifen.

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Fazit

Tengami für Wii U ist ein kurzweiliger Zeitvertreib für Gamer, die sich gerne auf alternative Spieleformen einlassen. Tengami rutscht in die Ecke, wo es vermutlich mehr Kunst als Spiel ist und genau das macht den Titel attraktiv. Leider spricht der hohe Preis in Kombination mit einer extrem kurzen Spielzeit gegen den Kauf, doch wer der Art-Style mag, kann einen Blick werfen und mit Tengami einen stressigen Tag entspannt ausklingen lassen. So oder so: Ihr solltet auf jeden Fall in den Soundtrack reinhören, denn der ist wirklich klasse geworden!

Tengami | Erhältlich im Wii U eShop | Preis: 7,99 Euro

6.7
Okay

Pros

  • Entspannendes Gameplay
  • Exzellenter Soundtrack
  • Schicke Origami Optik in 1080p

Kontras

  • Extrem kurze Spielzeit
  • Recht lieblose Wii U Portierung
  • Fühlt sich zeitweise zu träge an

Unser Fazit


Gameplay
7
Präsentation
9
Umfang
4