Review: Shovel Knight (Wii U / 3DS)

Das Plattformer Spiel Shovel Knight von Entwickler Yacht Club Games ist eines der gefeiertsten Indie-Games der letzten Zeit und ist in der vergangen Woche auch endlich im europäischen eShop erschienen. Das Spiel ist bei unseren Freunden in den USA schon seit längerer Zeit im eShop, sowie auf Steam erhältlich und nun dürfen auch deutsche Spieler Hand anlegen. Wir haben uns sowohl die Wii U, als auch die 3DS Version des Spiels näher angeschaut und dürfen euch nun verraten, ob das Spiel auch wirklich euer Geld wert ist.

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Shovel Knight – uuuuhuuuu!

In Shovel Knight schlüpft ihr in die Rolle des gleichnamigen Helden, welcher auf der Suche nach seiner geliebten Shield Knight ist, nachdem er diese im Turm des Schicksals verloren hat. Auf seinem Weg stellen sich im zahlreiche Gegenspieler in den Weg – allesamt Ritter und Anhänger der “Order of No Quarter”, geführt von der eiskalten “Enchantress”. Doch mit seiner treuen Schaufel ist unser Held gegen (fast) alle Gefahren gewappnet und stürzt sich in ein 8bit-Abenteuer.

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Shovel Knight ist ein kleines Meisterwerk. Der Indie Titel schafft es tatsächlich, den Geist der längst vergangenen NES-Ära auf spektakuläre Art und Weise wiederzuerwecken. Das beginnt schon bei der schlichten Story, die lediglich als Beiwerk zum großartigen Gameplay erzählt wird, welches hier definitiv im Vordergrund steht. Auf eurem Weg zu den Credits müsst ihr es mit insgesamt zehn mächtigen Bossen aufnehmen, die alle ihren ganz eigenen Charakter haben.

Doch zuvor hüpft und schaufelt ihr euch durch wunderschöne 8bit Level, die allesamt von einem sehr gelungem Chiptune Soundtrack untermalt werden. Dieser stammt übrigens aus den fähigen Händen von Jake Kaufman und Manami Matsumae. Letzterer ist vor allem als Komponist des ersten Mega Man Spiels bekannt geworden.

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Das Spiel kommt ohne große Tutorials aus und erklärt dem Spieler das Gameplay auf traditionelle Art und Weise – durch Ausprobieren! Viel zu selten muss man dieser Tage Spielmechaniken noch selbst entdecken und verstehen, ein Prozess der zumindest mir immer sehr viel Spaß macht, da das Erfolgserlebnis zumeist umso größer ist. Zur Not gibt es außerdem immer noch eine digitale Anleitung als Hilfestellung.

Das Gameplay selbst spielt sich sehr flüssig und durchdacht. Das sechsköpfige Entwicklerteam greift hier auf altbewährte Mechaniken zurück, wie man sie aus Jump & Run Klassikern wie “Duck Tales” kennt und mischt diese mit RPG-Elementen. So springt Shovel Knight wie ein gewisser reicher Enterrich auf seiner Schaufel und verfügt über eine Vielzahl an Items, die der Spieler im Laufe seines Abenteuers erwerben kann. Dazu gehören beispielsweise eine Angel, ein Feuerball-Stab, ein Anker oder auch ein Horn, dass eure Gegner von den Füßen bläst. Es ist außerdem möglich in alter Rollenspiel-Marnier eure Lebens- und Manaleiste zu erhöhen.

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Den Schwierigkeitsgrad des Spiels empfand ich von Beginn an als ziemlich gehoben, was jedoch vielleicht auch daran liegen mag, dass meine Plattformer Künste nicht gerade die besten sind. Bereits im ersten Level benötigte ich beim Boss mehrere Anläufe, was das Spiel übrigens sehr fair regelt. So gibt es keine direkte Begrenzung der Versuche, sondern vielmehr verliert ihr mit jedem Tod etwas von euren gesammelten Schätzen, die ihr jedoch mit etwas Glück wieder einsammeln könnt. So können auch Anfänger (wie ich) sich genügend Zeit lassen, um die Strategien der Bosse zu erkunden. Auf der anderen Seite sind einige Jump & Run Passagen trotzdem noch bockschwer und haben mich mehrfach zur Weißglut getrieben. Die Lust am Spiel verging mir dabei überraschenderweise jedoch nie.

Yacht Club Games hat sich große Mühe gegeben das Feeling der NES-Ära zu reproduzieren und lässt so lässt sich das Spiel z.B. auch erst ganz kurz Zeit, bevor die Gegner eingeblendet werden, nachdem ihr einen Bildwechsel vollzogen habt. Wechselt ihr zurück in den soeben verlassenen Abschnitt, sind bereits besiegte Gegner erneut zur Stelle. Während diese Dinge zu Zeiten des NES meistens aus Hardware-Einschränkungen geschahen, reproduziert das Entwicklerstudio diese Effekte hier ganz gewollt um dem Spieler das ultimative Nostalgie-Feeling zu vermitteln. Und hey – es funktioniert auf ganzer Linie. Wäre das Bild nicht im 16:9 Format und die Pixel nicht so knackig scharf (beides sehr gute Entwicklungen wohlgemerkt) könnte man hinter Shovel Knight direkt ein NES-Klassiker auf der Virtual Console vermuten. Grandios.

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Unterschiede: Wii U & 3DS

Ich habe bereits erwähnt das Shovel Knight ein absoluter Augenschmaus für Fans alter 8bit-Klassiker ist. Sowohl Wii U- als auch 3DS-Fassung des Spiels teilen sich diese Eigenschaft in gleichen Stücken. Während die Wii U von einem großen, sehr scharfen Fernsehbild profitiert, ist der eigentliche Star diesmal der 3DS. Dies liegt nicht nur daran, dass die geringe Pixelanzahl des 3DS tatsächlich gut zum 8bit-Artstyle des Spiels passt, sondern auch weil der 3D-Effekt auf dem Handheld wirklich rockt. Die einzelnen Spielelemente werden dem Spieler in verschiedenen Ebenen präsentiert und wirken dabei wie aufgestellte 2D-Grafiken im 3D-Raum. Der 3DS verfügt weiterhin über einen exklusiven StreetPass Modus, indem ihr gegen andere Shovel Knight Spieler antreten könnt.

Beide Varianten des Spiels machen Gebrauch von dem Dual-Screen Konzept der Nintendo Konsolen. Sei es nun der große fünf Zoll Touchscreen des GamePad oder der untere Touchscreen eures 3DS. Dort habt ihr stets schnellen Zugriff auf euer Itemmenü und könnt unter anderem auch Posts in Miiverse absetzen. Eine sinnvolle, wenn auch typische Integration der Hardware.

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Fazit

Shovel Knight ist ein Meisterwerk der Indie-Szene und ein absoluter Nostalgie-Trip für Fans klassischer 8bit-Plattformer. Das kleine sechs-Mann Entwicklerteam hat ein wirklich hochwertiges Spiel geschaffen, dass sowohl mit seiner charmanten Präsentation, als auch dem erstklassigen Gameplay punkten kann. Es kombiniert die Stärken des altbewährten Plattformer Gameplay mit neuen Elementen aus anderen Genres. Lediglich der Schwierigkeitsgrad dürfte für unerfahrene Spieler eine Hürde sein, die es erst einmal zu überwinden gilt. Nichtsdestotrotz: Lasst euch diese eShop Perle nicht entgehen!

Shovel Knight (Wii U / 3DS) | Erhältlich im Nintendo eShop | Preis: 14,99 Euro

9
Retrotastisch

Pros

  • Super Plattformer mit einem Hauch RPG
  • Nostalgie pur mit großartiger Grafik & Sound
  • Toller 3D-Effekt auf dem 3DS

Kontras

  • Hohe Einstiegsschwierigkeit
  • Könnte noch etwas umfangreicher sein

Unser Fazit


Präsentation
10
Gameplay
9
Umfang / Story
8