Review: Interstellar

Mit Interstellar startet am 6. November einer der letzten großen Blockbuster des Jahres und zeitgleich einer der heißersehntesten Filme 2014. Mit Christopher Nolan (Inception, Dark Knight Trilogie) als Regisseur, reist Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club, True Detective) in dem SciFi Streifen durch die Weiten des Weltraums, auf der Suche nach neuen Welten. Wir hatten die Chance den Film bereits vor Kinostart zu sehen und dürfen euch nun unsere Filmkritik servieren – spoilerfrei!

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True Engineer

Was Wissenschaftler, Politiker und Aktivisten seit Jahrzehnten prophezeien, ist eingetreten: Die Menschheit steht kurz davor, an einer globalen Nahrungsknappheit zu Grunde zu gehen. Die einzige Hoffnung der Weltbevölkerung besteht in einem von der US-Regierung finanzierten Projekt eines findigen Wissenschaftlers (Michael Caine), dem Kip Thornes Theorie der Wurmlöcher zugrunde liegt. Der Plan sieht vor, eine Expedition in ein anderes Sternensystem zu starten, wo bewohnbare Planeten, Rohstoffe und vor allem Leben vermutet werden. Der Wissenschaftler Cooper (Matthew McConaughey) und die Astronautin Brand (Anne Hathaway) bilden die Besatzung, die sich auf eine Reise ins Ungewisse begibt. Wurmlöcher sind so gut wie unerforscht und niemand kann mit Sicherheit sagen, was die Crew auf der anderen Seite erwartet. Ebenso ist unsicher, ob und wann Cooper und Brand wieder auf die Erde zurückkehren. Zuhause wartet Coopers kleine Tochter Murph (Mackenzie Foy), die das Shuttle mit ihrem Vater davonfliegen sah…

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Soweit der offizielle Kurzinhalt. Interstellar ist einer dieser Filme, bei dem man als Kritiker inhaltlich nicht wirklich viel preisgeben kann, ohne gleich unschöne Spoiler zu verteilen. Dies versuche ich natürlich zu verhindern. Der Film beginnt mit einem Einblick in die vermeintliche Welt der Zukunft und das Leben der Familie Cooper. Aufgrund der extrem schlechten Nahrungslage, ist der Ingenieur und Astronaut Cooper gezwungen seinen alten Job an den Nagel zu hängen und seine beiden Kinder durch den Anbau von Getreide und Mais zu ernähren. Dieser erste Abschnitt bringt den Zuschauer der Familie näher und legt den Grundstein für viel Dramatik im späteren Filmverlauf. Sehr erfreulich: Im Gegensatz zum Großteil der heutigen Science Fiction Werke, dreht sich der Streifen nicht um die Auslöschung der Menschen durch Aliens.

Stattdessen verfolgen wir die spannende Odyssee Coopers und seinen persönlichen Kampf mit dem ihn auferlegten Lasten. So steht für ihn nicht nur die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel, sondern auch das Leben seiner eigenen Kinder. Glücklicherweise steht ihm eine kleine Crew zur Seite, darunter auch Astronautin Brand, gespielt von Anne Hathaway. Die beiden Schauspieler entpuppen sich als hervorragendes Duo und liefern in Interstellar ein paar hammermäßige Darbietungen. Gerade Matthew McConaughey stellt erneut sein enormes Talent unter Beweis und hat ein paar geniale Momente für den Zuschauer in Peto: Vom lässigen Astronauten bis hin zum verzweifelten Vater. Die Handlung bewegt sich zwischen hochspannend und herzzerreißend. Die Dialoge sind erste Sahne und regen nicht selten zum Denken an.

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Regisseur und Autor Christopher Nolan beweist einmal mehr sein Auge für Drama und atemberaubende Bilder. Wenn Interstellar eines ist, dann perfekt in Szene gesetzt. So wirkt der Look des Films teils ziemlich Old School, mit einem leicht gelb-braunen Unterton während den Szenen auf der tristen Erde. Im Weltall erwartet den Zuschauer dann schließlich ein sagenhaftes Mosaik aus Sternen, fremden Planeten und fantastischen Bildeffekten. Atmosphärisch macht Nolan hier eine Punktlandung nach der anderen. Nicht minder begeistert war ich vom Sounddesign, welches ähnlich wie schon bei “Gravity” zuvor, wunderbar mit der Stille des Weltraums zu spielen weiß. Der Ton ist dabei extrem dynamisch, was sowohl für Nervenkitzel sorgt, aber auch fasziniert.

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Doch auch Interstellar ist nicht völlig ohne Fehltritte: So machten manche Szenen einen etwas überdramatischen Eindruck und auch das Thema Liebe bekommt mehr Stellenwert zugeschrieben als der eine oder andere Zuschauer es gerne hätte. Ich würde an dieser Stelle normalerweise begründen, was genau mich während des Screenings gestört hat, doch würden wir damit auf Spoiler-Territorium wandern. Sorry. Im Verlauf des Filmes verliert man als Zuschauer zunehmend das logische Verständnis für die wissenschaftlichen Hintergründe, was der Film in einer Szene sogar selbst auf die Schippe nimmt. Gestört hat mich das jedoch relativ wenig, obwohl ich mir durchaus vorstellen kann, dass die Ereignisse des letzten Akts nicht Jedermanns Erwartungen gerecht werden.

Fast hätte ich es vergessen: Der Sci-Fi Streifen hat eines der coolsten und überraschendsten Roboter-Designs die ich je gesehen habe. Daumen hoch dafür.

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Fazit

Interstellar ist genial. Der Film bringt nicht nur frischen Wind in ein relativ stagniertes Genre, sondern weiß mit seiner fantastischen Atmosphäre, tollen Hauptdarstellern und jeder Menge Spannung über die gesamte Lauflänge von 169 Minuten zu unterhalten. Zwar hätte ich mir ab und an ein anderes Thema im Fokus gewünscht, doch bleibt Interstellar nichtsdestotrotz ein sehr guter Film, der sich nicht vor anderen Größen des Genre zu verstecken braucht. Ab ins Kino.

Bildmaterial © Warner Bros. Entertainment

9
Exzellent

Pros

  • Atemberaubende Bilder & Sound
  • Sehr gute Schauspieler
  • Frischer Wind für das Genre

Kontras

  • Gelegentlich etwas zu viel Drama
  • Thematischer Fokus manchmal fragwürdig

Unser Fazit


Handlung
8
Präsentation
10