Review: Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth

Am 16. Oktober startet in Deutschland die nächste Teenroman Verfilmung (James Dashners Maze Runner – Die Auserwählten Trilogie) mit Dylan O’Brien (Teen Wolf) in der Hauptrolle und wir hatten das zweifelhafte Vergnügen, den ersten Teil des neuesten Franchise (Teil 2 wird bereits produziert) vorab zu sehen.

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Lauf, Junge, lauf!

Thomas (Dylan O’Brien) kommt in einem Fahrstuhl zu Bewusstsein. Als der Fahrstuhl an einer Lichtung anhält, wird er von anderen Jungen empfangen. Wie sie, kann sich Thomas an nichts, außer seinen Vornamen, erinnern. Die Jungs, darunter Newt (Thomas Brodie-Sangster, Game of Thrones), Alby (Aml Ameen), Gally (Will Poutler, Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte) und Minho (Ki Hong Lee), leben auf dieser Lichtung, die im Herzen eines gewaltigen, scheinbar ausweglosen Labyrinths liegt, in selbstgebauten Hütten und mit strikter Rollenverteilung. Thomas will unbedingt ein Runner werden, einer von denen, die tagtäglich durch das Labyrinth rennen, um einen Ausgang zu finden. Als kurz darauf Teresa (Kaya Scodelario), das erste Mädchen, mit dem Fahrstuhl ankommt und ein Zettel verkündet, dass sie die Letzte sei, eskalieren die Ereignisse.

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Maze Runner eroberte beim Kinostart in den USA gleich die Spitzenposition, allerdings hielt sich die Konkurrenz auch in Grenzen. Es zahlte sich außerdem aus, dass man seitens des Marketing direkt die sehr jugendliche Zielgruppe angesprochen hatte, denn nur für die ist der Film gemacht. Im Klartext: umso weniger Filme man gesehen und umso weniger Bücher man gelesen hat, umso mehr Spaß wird man an Maze Runner haben. Es sei denn, man geht zu zweit ins Kino und amüsiert sich über die erbosten Kommentare seiner Begleitung (wie bei uns der Fall). Maze Runner ist ein wüster Genremix, der anscheinend alles kopierte, was bei drei nicht auf den Bäumen war. Was durchaus legitim ist und sehr unterhaltsam hätte sein können, wäre es weniger offensichtlich und wenn da nicht dieser Eindruck wäre, dass man nur Jungs minderer Intelligenz auf der Lichtung eingesammelt hat (denen u.a. erst gegen Ende des Films die anderen Verwendungsmöglichkeiten beispielsweise einer Machete einfallen, als damit nur die Botanik zu bearbeiten). Daran kann auch Dylan O’Brien nicht viel ändern, der zwar ganz hübsch aussieht und das Beste aus der Rolle rausholt, aber nicht wirklich zeigen kann, dass er mehr drauf hat. Irritierend auch, wenn man unter den Jungs den Nerd (Joe Adler) aus Der Mentalist entdeckt und er hier wenig zur kollektiven Intelligenz beiträgt.

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Die Figuren sind unfassbar stereotyp (vom herzensguten, kleinen Dicken bis zum fiesen Typ mit dem ewig unzufriedenen Gesichtsausdruck) und frei von Persönlichkeit (besonders Kaya Scodelario, die ähnlich unbegeistert agiert wie Kristen Stewart), die Texte sind wenig originell bis ungeschickt (wenn das Dickerchen Thomas etwas zu essen gibt und verkündet, dass es sich mit was im Magen schneller rennt, ist es wirklich schwer nicht zu lachen) oder gar plump abgekupfert (wer auch nur den Trailer zu Der Hobbit: Smaugs Einöde gesehen hat, der wird einen Balin déjà-vu Moment haben) und die Handlung ist, wenn man sich ein bisschen mit Literatur/Filmen dieser Art auskennt, vorhersehbar. Trotzdem ist Maze Runner nicht komplett schlecht. Das Labyrinth kommt wirklich eindrucksvoll und imposant rüber. Wenn Thomas durch die Irrwege rennt, dann fiebert man mit und zuckt auch mal vor Überraschung zusammen. Die Kreaturen im Labyrinth sind angemessen eklig und würden sie etwas weniger aussehen, als wären sie von anderen Filmkreaturen „inspiriert“ worden, dann wäre es noch besser gewesen. Außerdem ist die Farbgebung sehr passend gewählt.

maze-runner-szenenbilder_05Fazit

Maze Runner ist  ein mal mehr, mal weniger (absichtlich) unterhaltsamer Film für Jugendliche (FSK: ab 12 Jahre), der das Potential verschenkt, mehr zu sein, als eine schnelle Einnahmequelle für das Filmstudio im Kielwasser so erfolgreicher Teenromanverfilmungen wie Die Tribute von Panem. Zum einmal ansehen zwar okay, auch wenn sich die 115min etwas ziehen, aber mit besserem Casting, gründlich überarbeitetem Drehbuch und weniger “Hommagen” an andere Filme, hätte es ein richtig guter Film werden können, der Freunde von dystopischen Geschichten fernab einer Altersbegrenzung angesprochen hätte.

5
Schwach

Pros

  • Die Labyrinthszenen
  • Dylan O'Brien überzeugt

Kontras

  • Story vorhersehbar
  • Schwache Texte
  • Schlecht kopiert

Unser Fazit


Handlung
4
Präsentation
6