Review: Fantasy Life (3DS)

Spätestens seit Ni No Kuni (PS3) und Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney (3DS) bin ich ein großer Fan des japanischen Entwicklerstudios Level5. Nun kommt das 2013 in Japan erschienene Fantasy Life für Nintendo 3DS auch endlich nach Europa. Bei dem Titel handelt es sich um eine Mischung aus klassischem RPG und dem Simulationsgenre a la Animal Crossing. Wir hatten bereits die Chance das Spiel vor dem offiziellen Release ausgiebig anzuspielen und dürfen euch nun unsere Meinung servieren. Auf dem (Alu-)Tablet, höhö.

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Animal Dragon Crossing Quest

In Fantasy Life beginnt ihr das Spiel mit dem Erstellen eures eigenen Avatars / Charakter in alter Rollenspiel-Marnier. Ihr könnt das Aussehen eures Charakters anpassen und natürlich auch seinen Beruf im Spiel. Diese werden in Fantasy Life einfach nur “Life” genannt. Insgesamt zwölf verschiedene Lifes gibt es: Paladin, Söldner, Jäger, Magier, Minenarbeiter, Holzfäller, Angler, Koch, Schmied, Schreiner, Schneider und Alchemist. Ihr merkt schon: Es gibt jede Menge zu tun. Nachdem ihr euch für ein Life entschieden und euren Charakter individualisiert habt, beginnt das eigentliche Spiel.

Ihr findet euch in Reveria wieder, einer idyllischen Fantasiewelt, die jedoch derzeit von allerlei Monstern geplagt wird. Bei eurem Besuch in der Hauptstadt trefft ihr “Flutter”, einen sprechenden Schmetterling, welchen ihr vor ein paar Rowdies rettet. Dieser schließt sich euch an und ihr beginnt eurer virtuelles Leben voller Abenteuer und Seelenfrieden. Dabei bietet euch Fantasy Life eine Hauptgeschichte durch deren Fortschritt ihr stets neue Gebiete und Städte freischaltet. Diese könnt ihr dann frei erkunden und tun wonach euch der Sinn steht. Keine Lust auf die Hauptstory? Unzählige Nebenquests und und die verschiedenen Lifes halten euch eine ganze Weile bei Laune. Fast schon zu lange.

 

Denn während die Hauptstory recht uninteressant ist und eher ein bisschen Gerede nebenher darstellt, bietet das Kernspiel einen erstaunlich großen Umfang. Ich habe nun über 11 Stunden in das Spiel gesteckt und bin noch weit davon entfernt meine Klasse des Magier komplett zu meistern, obwohl ich nun fast alle Gebiete erkundet habe. In Puncto Arealen hätte es also auch ruhig noch etwas mehr sein können. Dennoch: Wer hier also alle Lifes meistern und sämtliche Quests abschließen möchte, hat bestimmt 100 Stunden Spielzeit vor sich. Mehr Zeit bräuchte man im echten Leben!

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Wie meine bescheuerte Überschrift jedoch vermuten lässt, ist das Spiel mehr als nur ein RPG. Fantasy Life bricht die Barriere zwischen Rollenspiel und Simulation – eine interessante Mischung. So gibt es Tag & Nacht Zyklen, ihr könnt euer eigenes Haus einrichten, Haustiere kaufen und praktisch tun und lassen wonach euch der Sinn steht. Einen Tag als Magier einen großen Gegner vermöbeln, die Nacht über am See angeln und am Morgen durch die Gegend ziehen und nach selteneren Erzen zu suchen.Wenn ich zwischen einem Genre entscheiden müsste, würde ich Fantasy Life allerdings sofort der Rollenspiel Abteilung zuweisen. Wieso? Trotz der klar erkennbaren Simulationselemente ist das Spiel im Kern immer noch ein Rollenspiel – wenn auch ein sehr zugängliches. Es gibt keine riesigen Skillbäume und auch die Punkteverteilung nach einem Levelaufstieg ist schnell verstanden. Selbst Spielelemente wie das Crafting von Gegenständen und Zubereiten von Essen ist schnell erlernt und wird dem Spieler in Form von Minispielen präsentiert. Die Steuerung ist ebenfalls ziemlich simpel gehalten. Fähigkeiten belegen jeweils einen Button und können ggf. auch aufgeladen und dadurch verstärkt werden.

On- & Offline mit Freunden

Im Laufe des Spiel erhaltet ihr zudem die Möglichkeit euch mit anderen Spielern zusammen zu tun und im Ko-op durch die Welt von Reveria zu streifen. Alternativ dazu steht euch auch Computergehilfen zur Seite, falls eure Freunde gerade einmal nicht online sind. Der Online-Modus, auch genannt Link-Modus, läuft übrigens im Hintergrund und kann vom Spieler jederzeit zugeschaltet werden. Es steht euch dann zudem ein Text-basierter Chat zur Verfügung, den ihr nutzen könnt um mit euren Freunden zu kommunizieren. Die Implementierung erinnert ein bisschen an den Online-Modus der Pokémon X & Y Editionen.

Die Aufmachung des Spiels passt übrigens sehr gut zum Charakter des Titels. Die Grafik ist fröhlich bunt und selbst bedrohliche Gegner versprühen immer einen leichten Charme in dieser Fantasy Welt. Abzüge gibt es für ein paar Kleinigkeiten die mir negativ aufgestoßen sind. So sind die Schatten sämtlicher Modelle einfach nur runde Kreise, was zwar Rechenleistung spart, aber bei großen Bossen ganz schön dämlich aussehen kann. Ebenfalls etwas genervt war ich von dem Soundtrack des Spiels, welcher auch noch vom renommierten Komponisten Nobuo Uematsu stammt. Diesmal konnte ich mich leider nicht besonders mit seiner Musik anfreunden, was auch daran liegen mag, dass sie extrem nervig in Schleife gespielt bzw. zurückgesetzt wird.

Fazit

Mit Fantasy Life veröffentlicht Level5 ein familientaugliches Rollenspiel, dass durch seinen Charme und der unzähligen Menge an Quests, den Spieler lange an den Handheld fesselt. Die Option des Multiplayer macht den RPG-Simulations-Mix noch interessanter, obwohl nicht alles perfekt ist. So ist die Story ziemlich zäh und lenkt eher vom sonst wirklich guten Gameplay ab. Auch an der Größe der Weltkarte hätte das Studio noch einmal arbeiten können. Im Endeffekt bleibt jedoch ein solides RPG der etwas anderen Art, dass durchaus für Dutzende Stunden Unterhaltung sorgen kann.


Fantasy Life (Nintendo 3DS) Publisher: Nintendo of Europe GmbH Erscheinungsdatum: 26. September 2014 EUR 30,70 bei Amazon.de (Partnerlink)


7.3
Gut

Pros

  • Großer Umfang für langen Spielspaß
  • Charmante Charaktere & Aufmachung
  • Lokaler & Online Multiplayer

Kontras

  • Story recht uninteressant und zäh
  • Nervige Wiederholung der Musik

Unser Fazit


Gameplay
8
Präsentation
7
Story & Umfang
7