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Keynote: Apple Watch, iPhone 6, iPhone 6 Plus und Apple Pay

Soeben hat Apple endlich die Katze aus dem Sack gelassen und neben den bereits ausführlich vorab geleakten iPhone 6 Modellen auch die sagenumwobene Apple Watch (doch nicht iWatch, hehe) vorgestellt. Ich persönlich habe leider den Anfang des Events verpennt und nur den Part mit der Apple Watch live miterlebt – soweit der Stream wollte. Für jene die ebenfalls die Uhrzeit verschwitzt oder einfach besseres zutun hatten, gibt es nun von mir eine kurze, knackige Zusammenfassung des Special Events.

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iPhone 6 und iPhone 6 Plus

Die wohl kleinste Überraschung (dank zahlreichen Leaks), aber eine der wichtigsten Ankündigungen des Abends waren die neuen iPhone Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus. Die beiden neuen iPhones kommen jeweils mit einem drastisch größeren Bildschirm: 4,7 Zoll (1334 x 750 Pixel) beim iPhone 6 und riesige 5,5 Zoll (1920 x 1080 Pixel) beim größeren Bruder dem iPhone 6 Plus. Die beiden iPhones sind nun nur noch knapp 7mm Millimeter dick, auch wenn die neue Kamera etwas über das Gehäuse heraussteht. Alles in allem erinnert das Design am ehesten an das Original iPhone aus dem Jahre 2007.

 

Im Inneren werkelt der neue A8 Chip, welcher 25% mehr CPU Leistung und 50% mehr Grafikleistung mit sich bringt und zeitgleich 50% energieeffizienter arbeitet. Zum Vergleich: Der A8 ist etwa 87x so leistungsstark wie der Prozessor des Ur-iPhone. Die Kamera nimmt bei beiden Modellen weiterhin mit acht Megapixeln auf, bietet jedoch drastische bessere Bildqualität dank einem größeren Sensor und eine 2.2 Blende. Außerdem können Zeitlupenvideos jetzt mit 240 Bilder / Sekunde aufgezeichnet werden und der Autofokus ist etwa doppelt so schnell. Das iPhone 6 Plus bekommt sogar einen optischen Bildstabilisator spendiert – ein bisher noch recht seltenes Stück Technik in Smartphones. Der M7 Sensor Chip wird vom M8 abgelöst, welcher nun ein integriertes Barometer, sowie einen Höhensensor enthält.

 

Die Akkulaufzeit der beiden Modelle ist gegenüber den Vorgängern verbessert worden und das große iPhone 6 Plus bietet laut Apple nun bis zu 16 Tage Standby Zeit. Ebenfalls neu – und lange überfällig – ist der neue NFC Chip im Gerät, welcher u.a. bei Apple Pay Verwendung findet. Dazu gleich mehr. iPhone 6 und iPhone 6 Plus wird es mit 16GB, 64GB oder 128GB Speicherplatz geben. Zur Farbwahl stehen wieder Spacegrau, Gold und Silber. Der Verkaufsstart in Deutschland ist bereits am 19. September. Die Preise beginnen ab 699€ für das iPhone 6 und bei 799€ für das iPhone 6 Plus.

Mehr Informationen zum iPhone 6 / 6 Plus auf Apple.com

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Apple Watch

Das klare Highlight der Präsentation: die langerwartete Apple Armbanduhr, in der Gerüchteküche bisher bekannt als iWatch. Apple hat es tatsächlich geschafft die Leaks bis zur offiziellen Enthüllung auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und so gab es einiges zu bestaunen, als Apple seine “Apple Watch” schließlich präsentierte. Die Apple Watch ist laut dem Unternehmen das bisher persönlichste Gadget, was man in der langen Firmengeschichte entwickelt hat. Sie bietet ein elegantes und recht unauffälliges Design, welches so manche Raffinesse mit sich bringt.

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So kommt die Apple Watch mit einer digitalen Armbanduhr Krone daher, mit dessen Hilfe sich die meisten Funktionen der Uhr bedienen lassen, ohne dabei das Display zu verdecken. Die Watch kommt nicht nur in mehreren Materialvariationen, sondern bietet dank funktionalem Design auch blitzschnell austauschbare Armbänder verschiedenster Art: Leder, Edelstahl, Sportband und einige mehr. Das Gehäuse gibt es aus Aluminium, Edelstahl und 18 Karat Gold. Jupp, Things are getting fancy. Es wird sie außerdem in zwei verschiedenen Größen geben: 38 Millimeter Höhe und 42 Millimeter Höhe. Für den passenden Arm, die passende Uhr. Zum Schutz des Displays kommt das langersehnte Saphirglas zum Einsatz. Auf der Unterseite der Uhr wird es richtig interessant: Hier findet sich ein Pulssensor, sowie die sogenannte Taptic Engine, welche haptisches Feedback auf euren Arm abgibt. Dies soll die Interaktion mit dem Gerät auf ein völlig neues Level heben und ermöglicht ein paar wirkliche coole Funktionen. So lässt sich beispielsweise der Puls eures Gesprächspartners auf eurem Arm spüren. Klingt erst einmal creepy, ist aber bestimmt eine sehr interessante Erfahrung. Auf der Unterseite wird außerdem auch der magnetische MagSafe Ladeadapter befestigt, welcher den Akku schließlich über Induktionstechnologie auflädt. Der Touchscreen der Uhr ist übrigens drucksensitiv und kann einen leichten Tap problemlos von einem festen Drücken unterscheiden.

 

Alle diese Funktionen kommen zusammen in der Software, welche auf iOS basiert und vom speziell für die Watch entwickelten S1 Chip angetrieben wird. Die Apple Watch ist für ein harmonisches Zusammenleben mit einem iPhone ausgelegt und greift so u.a. auf dieses zurück wenn es um WiFi- und GPS-Daten geht. Das Interface wurde von Grund auf neu für die Uhr entwickelt und basiert auf einer Art App Wolke. Entwickler können Apps speziell für die Watch entwickeln – ein entsprechendes Entwicklerkit ist bereits auf dem Weg. Funktional liegt der Fokus der Uhr in erster Linie auf Kommunikation und Fitness. So hilft euch die Uhr mit vielen nützlichen Funktionen, euren Körper in Schuss zu halten und versucht zum Sport zu motivieren. Auch die Kommunikation möchte Apple neu erfinden und ermöglicht so nicht nur die bereits erwähnte Übertragung des Pulsschlags, sondern auch weitere Kommunikationsmethoden wie eine Doodle Funktion, Walkie Talkie Features, personalisierte Emojis und mehr. Viele Features des iOS Systems dürft ihr nun auch direkt am Handgelenk genießen: Siri, Gespräche, Nachrichten, Maps – die üblichen Verdächtigen eben. Bevor wir es vergessen: Ja, die Apple Watch kann auch die Uhrzeit anzeigen! Dazu gibt es zum Launch ein gutes Dutzend digitaler Ziffernblätter, von der klassischen Analoguhr bis hin zu Mickey Maus. Drittentwickler werden hier sicherlich schnell für reichlich Nachschub sorgen.

 

Wer sich wundert, wie Apple sein Gerät so lange geheim halten konnte: die Produktion der Uhr scheint noch nicht begonnen haben und die Veröffentlichung wurde ebenfalls erst für Anfang 2015 angesetzt. Die Preise für die Uhr sollen bei 349 US-Dollar beginnen, abhängig von der gewählten Edition bzw. den Materialien. Eine stolze Hausnummer, obwohl ich einen solchen Preis für das neue Edel-Gadget bereits vermutet hatte. Weitere Details wie die Auflösung des “Retina Displays” der Uhr und die Akkulaufzeit sind noch unklar. Ich gehe jedoch davon aus, dass der Akku etwa einen Tag Strom liefern dürfte. Mein erster Eindruck: Durchdachtes Design, spannende Features, vermutlich ein geniales Gadget – aber auch wahrscheinlich kein Must Have. Es bleibt also spannend im Bezug auf die Apple Watch.

Mehr Informationen zur Apple Watch auf Apple.com

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Apple Pay & iOS 8 Release

Das dritte Highlight der Präsentation war Apple Pay. Der vorerst US-exklusive Bezahldienst greift auf die NFC Chips in Apple Watch und iPhone 6 / 6 Plus zurück. Als Kunde bezahlt man einfach indem man das Gerät auf ein Apple Pay Terminal im Laden hält und die Zahlung per TouchID autorisiert. Abgerechnet wird das Ganze dann über eure Kreditkarte, welche in Passbook hinterlegt sein muss. Für die Staaten hat Apple bereits ein paar richtig große Partner für sich gewinnen können, darunter Unternehmen wie McDonalds, Staples, Toys’r’us, Starbucks und Subway. Zum Launch sollen rund 22.000 Stellen Apple Pay akzeptieren.

Abschließend noch eine wichtige Info für alle Besitzer von iOS Geräten: Am 17. September wird iOS 8 für alle unterstützten Geräte veröffentlicht und wird natürlich auf den neuen iPhones direkt vorinstalliert sein. iOS 8 übernimmt größtenteils den Look der Vorgängerversion, bringt jedoch zahlreiche geniale Features mit sich, die Macs und iOS Geräte noch näher zueinander bringen.

[via Blogtogo]