Review: Sin City 2 – A Dame to Kill For

Im Jahr 2005 bekamen wir eine ganz besondere Comicverfilmung serviert, nämlich Sin City von Frank Miller und Robert Rodriguez, die mit ihrem Schwarz/Weiß-Look, dem geschickten Einsatz von ein wenig Farbe und natürlich einem starken Cast ein stylisches Actionwerk erster Güte ablieferten. Diesen September ist die lang erwartete Fortsetzung Sin City 2: A Dame to Kill For endlich fertig geworden und das Geschehen soll optisch noch einmal aufgewertet werden, indem man sich coolen Comiceffekten und 3D bemächtigt. In den USA ist der Film zum Kinostart allerdings weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, zurecht?

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Inhalt

Eine dieser heißen Nächte, trocken und windstill, die Menschen dazu bringt, im Verborgenen schweißtreibende Dinge zu tun. Dwight (Josh Brolin) denkt darüber nach, wie er alles vermasselt hat und was er für nur eine gute Chance geben würde, seine Weste wieder weiß zu waschen, seinen Weg aus der gefühllosen grauen Hölle zu graben, die sein Leben gerade ist. Er würde alles dafür geben. Wenn er sich nur befreien könnte. Wenn er wieder das Feuer fühlen könnte. Nur noch ein mal.

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Zum besseren Verständnis gibt es zu Anfang erstmal eine kurze Geschichtsstunde, denn die Geschehnisse im Film spielen bis auf den Strang mit Nancy (Jessica Alba) und Hartigan (Bruce Willis) alle vor den Ereignissen aus Sin City, weshalb auch einige Charaktere wieder leben, die noch im Erstling das Zeitliche gesegnet haben. Leider gibt es in diesem Zusammenhang ein recht großes Logikloch, was besonders der lieben Nancy optisch schwer zu schaffen macht, obwohl doch Schöpfer Frank Miller persönlich auf dem Regiestuhl saß und er seine Comics eigentlich kennen sollte.

Zu seiner Entschuldigung sei aber angemerkt, dass die Story von Nancy und Hartigan so in keinem der Heftchen erschienen ist.  Generell ist die Erzählweise aber auch ein wenig nüchterner und vor allem spannungsärmer als noch im Vorgänger, was sicherlich an der Hauptstory von Dwight liegt, die die meisten Charaktere beinhaltet und die anderen Geschichten im Grunde nur Mitläufer sind. Das gilt besonders für die Story von Johnny (Joseph Gordon-Levitt) und Senator Roark (Powers Boothe), die keinen wirklichen Zusammenhang mit den anderen aufweist und das was dort angedeutet werden soll, hätte man auch nicht so ausschmücken müssen.

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Das liest sich aber jetzt wahrscheinlich schlimmer, als es im Endeffekt ist, denn neben der Story hat Sin City 2: A Dame to Kill For natürlich wieder diesen herrlichen Schwarz/Weiß-Look zu bieten und zeigt mal wieder tolle Kameraaufnahmen von Verfolgungsjagden und cool inszenierte Gedankengänge der Charaktere. Und damit der Comicstil noch mehr zur Geltung kommt, ist die bekannte Bar aus dem Erstling dieses Mal in stark animierte Nebelschwaden gehüllt und versprüht ein gewisses Flair. Aber auch andere Einstellungen sind wieder einfach klasse geworden und der Stylefaktor wurde nochmal ein wenig angehoben.

Was von der Kreativität allerdings dieses Mal nicht ganz so cool ist wie im Vorgänger, ist die Gewalt, die zwar auch hier wieder reichlich vorhanden ist, doch bis auf zwei etwas härtere Einstellungen keinen wirklichen WOW-Effekt mehr erzeugt. Aber herrlich übertrieben ist sie natürlich trotzdem, wenn auch an manchen Stellen vielleicht etwas zu viel.

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Schauspielerisch machen Alba, Rourke und Co. eine recht gute Arbeit, doch eine Person stiehlt ihnen allen die Show, nämlich Eva Green alias Ava. Den Männern der Schöpfung dürften ihre Auftritte besonders gefallen, denn wie schon im neuen 300 geizt sie nicht mit ihren Reizen und ist einfach in wirklich jeder einzelnen Einstellung ein wahrer Augenschmaus und spielt ihre Rolle nicht nur optisch perfekt. Sie ist ganz eindeutig das Highlight von Sin City 2: A Dame to Kill For, aber auch richtig gute Cameos und einige Easter-Eggs begeistern das Publikum und manche Sprüche sind einfach nur Weltklasse.

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Fazit

Wahrscheinlich haben sich Rodriguez und Miller mit Sin City 2: A Dame to Kill For ein bisschen zu viel Zeit gelassen und die Luft ist deshalb bei einigen Zuschauern ein wenig raus, obwohl der Filmstil immer noch zu überzeugen weiß, die Gewalt wieder herrlich überspitzt ist und der Cast, allen voran Eva Green, einen Kinobesuch rechtfertigt. Einzig die Stories sind ein wenig mau erzählt und einige Auftritte wirken doch arg erzwungen, aber das sollte einen Fan von härteren Comicverfilmungen sicher nicht abschrecken.

Filmlänge: 102 min, FSK: ab 18 Jahren

7.7
Gut

Pros

  • Cooler Comiclook
  • Tolle Charaktere
  • Herrlich überspitzte Gewalt

Kontras

  • Story etwas zu lasch erzählt und spannungsarm
  • Einige Logiklöcher

Unser Fazit


Handlung
6
Präsentation
9
Action
8