Gamescom 2014: Bericht plus Fotostecke

Am vergangenen Mittwoch (und den halben Donnerstag) waren Dennis und ich auf der Gamescom 2014 in Köln zu Gast. Als Langzeitbesucher – wir waren bisher jedes Jahr dort – konnten wir uns wieder einen guten Blick der Messe im Wandel verschaffen. Daher gibt es von uns an dieser Stelle wie üblich einen ganz persönlichen Eindruck, plus die übliche Fotostrecke. Viel Spaß.

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Tim und die Videospielkultur

Nachdem mich die Gamescom im vergangenen Jahr herbe enttäuscht hat, ging ich in diesem Jahr mit gesenkten Erwartungen auf die Messe. Da wir keine Lust mehr auf das Gedränge hatten, haben wir uns diesmal den Fachbesuchertag für unseren Besuch ausgesucht – ein heftiger Unterschied im Vergleich zum regulären Messetag. Die Hallen waren angenehm gefüllt und wer wollte konnte mit relativ kurzen Wartezeiten gleich loszocken – wie damals anno 2009. Wir gaben uns mit einer Runde Smash Bros. bei Nintendo zufrieden, bei der ich im Battle Tower Finale leider mächtig auf die Nase bekommen habe. Das neue Smash Bros. spielt sich eben doch etwas anders als ich es jetzt noch von Brawl gewohnt bin.

Nintendos Stand war in diesem Jahr bereits am Fachbesuchertag schon richtig gut besucht und vor allem Smash Bros., sowie Bayonetta und Splatoon lockten die Massen. Gamescom-Besucher sind übrigens noch so Goodie-geil wie eh und je. Sei es jetzt das gratis Shirt, dass exklusive Download Pokémon oder der Pikachu Papphut. Hauptsache gratis. Nachdem wir uns noch ein bisschen bei Nintendo umgesehen haben (die meisten Demos hatten wir schon im Juni angezockt) ging es weiter durch die Hallen. Erstaunlich: Bereits am Fachbesuchertag hatten wir an vielen Ständen echte Probleme uns zu verständigen – fast überall ist es höllisch laut.

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Ein paar Publisher haben für die Messe wieder einmal ganz tief in die Tasche gegriffen. So war der Blizzard Stand wie üblich riesig mit vielen Anspielstationen und ein paar coolen Statuen im Maßstab 1:1. Dennis hat sich dort natürlich sofort wohlgefühlt und sich zu den kleineren Figuren verzogen. Nachdem wir unsere Runde durch die Hallen beendet hatten, sind wir dann letztendlich im Lager der Merchandise Händler hängen geblieben. Für Sammler gab es hier ein paar echt interessante Stände – ein deutlicher Sprung nach vorne im Vergleich zum vergangenen Jahr. Besonders der Square Enix Store hatte ein paar geniale Sonderangebote, bei denen wir recht schnell unseren Geldbeutel gelockert hatten.

Gleichzeitig ist mir noch einmal bewusst geworden, dass ich mich als “Gamer” stark verändert habe: Ich spiele zwar immer noch gern und regelmäßig, doch interessiert mich die Kultur um die Videospiele mittlerweile mehr als die Spiele selbst. Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb ich an diesen Messen am Meisten die Gespräche mit den Leuten, die Cosplays und das ganze Tamtam drumrum am meisten genieße.

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Umso genialer war deshalb der Donnerstag für mich, an dem Dennis und ich extra früh noch einmal bei Nintendo aufgetaucht sind, um ein Autogramm von Shigeki Morimoto abzugreifen. Morimoto-san ist für den japanischen Entwickler Game Freak tätig, welcher seit 1996 die Pokémon Spiele für Nintendo Handhelds entwickelt. Dabei ist er einer der treibenden Köpfe hinter dem erfolgreichen Kampfsystem der Reihe und erschuf zudem das Pokémon Mew. Daher war es für uns beide eine ganz besondere Ehre als erste Fans unsere Autogramme abzuholen und zeitgleich mein Highlight der Messe.

Abschließend noch ein paar Worte zur allgemeinen Qualität der Gamescom. Im Rückblick auf die letzten Jahren hat sich eine Sache definitiv positiv entwickelt. Durch ein paar große Ankündigungen von Publishern wie Microsoft und Sony wurde die Messe in diesem Jahr wieder etwas relevanter für die Gaming-Branche. Statt aufgewärmten E3-Demos gab es in diesem Jahr tatsächlich auch ein paar Neuankündigungen zu bestaunen. Denn sind wir mal ehrlich: Wenn man wegen den endlosen Schlangen schon kaum etwas anspielen kann, sollte zumindest der Gang durch die Hallen interessant genug sein um einen Besuch zu rechtfertigen. Besonders die Retro-, Merch- und Cosplayhallen sind hier zu empfehlen. Leider waren die Hallen auch in diesem Jahr (an den regulären Tagen) wieder übertrieben voll. Ich würde mich echt wünschen, dass die Messeleitung sich hier für das nächste Jahr eine Lösung einfallen lässt.

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Dennis, der ewig Zweitplatzierte

Wie jedes Jahr im August lasse ich es mir nicht nehmen die Gamescom zu besuchen. Vielleicht aber auch nur weil ich genau gegenüber der Messehallen wohne. Da die Qualität die letzten Jahre über sehr stark abgenommen hat, ist die Nähe zur Messe wahrscheinlich auch der einzige Grund gewesen, mich in diesen Wahnsinn aus Menschenmassen zu stürzen. Letztes Jahr endete mein Besuch nach knapp zwei Stunden. Ab dem Zeitpunkt war nämlich kein vorankommen mehr möglich. Dieses Jahr war alles anders. Da Tim und ich die Gamescom am Fachbesuchertag besuchten, waren die Hallen nur dezent gefüllt.

Als Nintendo-Fanboys begannen wir natürlich am Stand des japanischen Traditionsunternehmens. Beim anschließenden Smash Duell belegte ich leider nur den zweiten Platz. Keine Qualifikation für den Battletower. Was hätte sich die zu gewinnende Medaille doch gut in meiner Vitrine gemacht. Beim zweiten Versuch dann das gleiche Ergebnis. Wieder nur den undankbaren zweiten Platz. Trotzdem hat es Spaß gemacht und ich zähle schon die Tage runter bis ich meine Wii U endlich mit der Smash Disk füttern kann. Natürlich waren auch Splatoon, Bayonetta und alle anderen Neuerscheinungen als spielbare Demos vorhanden. Zum Glück hatten wir das Antesten schon im Juni hinter uns gebracht. Für einen Fachbesuchertag waren die Anspielstationen recht gut besucht. Was mir irgendwie in den Gedanken hängen geblieben ist, war die Testversion von Sonic Boom. Hier wollte keiner der Besucher Hand anlegen und so daddelten nur die Messehostessen. Irgendwie traurig.

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Weiter ging es durch die restlichen Hallen, wo manche Publisher wahre Kunstwerke an Bühnen geschaffen haben. Andere gingen eher den Weg durch möglichst laute Elektromusik und knapp bekleidete Hostessen auf sich aufmerksam zu machen. Besonders freute ich mich darauf die Halo Master Chief Collection unter die Lupe zu nehmen. Leider war mir die Schlange dort etwas zu lang und ich ergötze mich lieber an den ausgestellten Sideshowfiguren am Blizzard Stand.

Nun folgte der Shoppingbereich. Für mich immer ein zweischneidiges Schwert. So viel cooles Merchandise auf einer riesigen Fläche und so wenig Geld auf der kleinen Karte. Also Scheuklappen auf und durch. Am Stand von Square Enix brachte dann alles nichts mehr und der Chrono Cross Soundtrack musste mit. Ein echtes Schnäppchen, wie sich nach anschließender Recherche im Internet herausstellte.

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Also weiter ins Cosplay Area. Jedes Jahr eins meiner Highlights sind die selbstgemachten Kostüme. Vorallem ist es dort, auch an normalen Tagen, noch nicht so extrem überfüllt. Von Iron Man über Feurigel bis hin zu jeder Menge Attack on Titan und Zelda Cosplays war dort für jeden etwas passendes dabei. Anschließen ging es dann zu den Zeichnern. Was diese zum Teil auf das Papier zaubern ist fast unglaublich. Ich bin in diesem Bereich schon sehr gespannt auf das nächste Jahr.

Mein absolutes Messehighlight folgte dann am Donnerstag. Extra für die Autogrammstunde mit Mew Erfinder Shigeki Morimoto, kaufte ich mir schnell noch eine kleine Figur des Pokemons Evoli. Durch zwei Stunden Wartezeit und Tims Charme (oder Jeditrick), ist es uns dann tatsächlich gelungen als erste Besucher unsere Autogramme zu bekommen. Shigeki Morimoto setzte seine Unterschrift inklusive einer kleinen Mew Zeichnung auf die Rückseite meiner Evoli Figur. Da werde ich mich bestimmt noch sehr lange dran erinnern.

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Fotostrecke – Gamescom 2014