Review: The Expendables 3

Mit The Expendables 3 startet am 21. August 2014 das nächste Sequel der erfolgreichen Action-Filmreihe in den deutschen Kinos. Mit Neuling Patrick Hughes hinter der Kamera möchten Stallone und sein Cast aus alten Schauspieler Haudegen die Messlatte noch einmal höher setzen. Doch ist ihnen dies trotz FSK12 Schnitt auch wirklich gelungen? Ich habe mir das neuste Abenteuer der Expendables bereits zu Gemüte geführt und darf nun auspacken.

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Expendables 3 – dem Titel leider gerecht

Im dritten Film findet sich das Team um Barney Ross (Sylvester Stallone) und Lee Christmas (Jason Statham) in einer heiklen Lage wieder. Conrad Stonebanks (Mel Gibson), ehemaliges Gründungsmitglied der Söldnertruppe, schwerer Kriegsverbrecher und eigentlich für Tot gehalten, taucht plötzlich wieder auf und macht den Expendables das Leben schwer. Nachdem Stonebanks ein Mitglied der Expendables niederschießt, erkennt Ross endlich, dass die Söldner einen tödlichen Lebensstil führen. In Sorge um seine Truppe löst er diese auf und macht sich auf die Suche nach neuem Blut, um Stonebanks ein für alle Mal das Handwerk zu legen.

“Expendable” – auf Deutsch heißt das soviel wie “entbehrlich” oder “überflüssig”. Mit dem dritten Film hat es Stallone (leider) geschafft, diesem Titel gerecht zu werden. Nachdem das erste Sequel an den Kinokassen in den USA alles andere als abräumte, warf man das Konzept der brutaleren-actionreicheren-abgedrehteren Fortsetzung über den Haufen und strebte stattdessen eine jugendfreundliche Fassung zugunsten der Einnahmen an. Ein fataler Fehler. Um das Ziel eines FSK12 Ratings zu erreichen, wurde der Film extrem schnitten und zensierenden Winkeln gefilmt. Wenn es also schon keine Kämpfe für Erwachsene zu sehen gibt, sehen dann wenigstens die Effekte etwas aus? Leider nicht. Auch hier merkt man, dass am Budget gespart wurde. Die hitzige Atmosphäre alter Action-Klassiker der 80er / 90er vermisst man hier vergeblich. Nachdem wir im zweiten Expendables mit Over-the-top Action, einem riesigen Cast und flachen, selbstironischen Sprüchen bei Laune gehalten wurden, versagt der dritte Film in diesen Punkten fast durchgehend. Zwar gibt es erneut ein paar sehr interessante Neuzugänge wie Wesley Snipes und Harrison Ford, doch gehen deren ambitioniert geplante Charaktere schnell unter.

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So bekommt Snipes Charakter “Doctor Death” eine große Einführung zu Beginn des Films, spielt er dann plötzlich aber kaum noch eine Rolle. Schauspiel-Schwergewicht Ford spielt mit “Max Drummer” die Ersatzrolle für Bruce Willis “Mr. Church”, bekommt dabei jedoch ähnlich wenig Screentime ab. Geradezu lächerlich ist der Auftritt von Jet Li. Dieser hat im Film genau einen Satz zu sagen (Nein, nicht “I am Groot”) und ist keine fünf Minuten auf der Leinwand zu sehen. Das unterbietet sogar sein “Cameo” in Expendables 2 und lässt vermuten, dass er nur für Ticketverkäufe in seinem Heimatland China angeheuert wurde. Sehr schade.

Während die alten Action-Haudegen viel zu wenig Zeit auf der Leinwand bekommen, gibt es für andere Darsteller definitiv zu viel. Die “Next-Gen” Expendables werden unter anderem gespielt von Kellan Lutz und Ronda Rousey. Ihre Rollen in diesem Film sind jedoch so überflüssig und uninteressant, dass mir nicht einmal einer ihrer Namen im Gedächtnis geblieben ist. Mit ihnen erhalten außerdem zwei weitere der größten Sünden des Films ihren Einzug: Zum einen wird auf der Rekrutierungstour von Barney Ross im Minutentakt der Kontinent gewechselt – Goodbye, Überblick! – und zum anderen ist das Skript wirklich dialoglastig. Kein Witz!

Die Neulinge der Söldertruppe beim Karaoke ...

Die Neuzugänge der Söldertruppe beim Karaoke …

Für jede Minute Kreuzfeuer in diesem vermeintlichen Action-Vorzeigestreifen, gibt es mindestens eine weitere Minute mit belanglosen Dialogen, Guylove und alten Kriegsgeschichten. Dabei nimmt der Film sich selbst viel zu ernst und setzt zu oft auf Drama bzw. die emotionale Reaktion des Zuschauers. Diese blieb bei unserem Screening nicht nur aus, sondern wurde stattdessen nicht selten mit gelangweiltem Gähnen quittiert. Sorry Sly, aber hier hast du die Suppe versalzen.

Der nervigste Neuzugang ist übrigens Antonio Banderas, welcher Zeile um Zeile Schwachfug von sich gibt – ungebremst. So viel Aggressionen hatte ich nicht einmal bei Jar Jar Bings entwickelt, auch wenn andere Zuschauer seine Rolle wohl tatsächlich lustig fanden. Mein persönliches Highlight des Films war ganz klar Mel Gibson. Seine Darbietung als Conrad Stonebanks sticht definitiv hervor. Gibson hat die perfekte Ausstrahlung für einen badass Antagonisten und spielt seine Rolle auch wirklich gut. Daumen hoch!

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Fazit

Crash and burn. In Expendables 3 ist bei der Produktion fast alles schief gelaufen, was bei einem Action-Streifen dieses Kalibers schief laufen kann. Misslungene Effekte, viele langweilige Dialoge und ein schlechtes Drehbuch. Neue Cast-Mitglieder wie Mel Gibson, Harrison Ford und Wesley Snipes bringen zwar frischen Wind in das Franchise, bekommen jedoch zu wenig Aufmerksamkeit um wirklich glänzen zu können. Gleiches gilt für die meisten Veteranen der Reihe, darunter auch Schwarzenegger und Lundgren. Diehard-Fans der Reihe werden vielleicht ihren Spaß haben, alle anderen leihen sich lieber die Vorgänger noch einmal in der Videothek aus. Diesem Film mangelt es einfach an Unterhaltung – und Jet Li.

4.3
Expendable

Pros

  • Gute Performance von Mel Gibson
  • Einige Szenen zünden dann doch

Kontras

  • Erzwungenes FSK12 Rating verstümmelt die Action-Szenen
  • Zahllose, ermüdende Dialoge
  • Nicht genügend Screentime für die Veteranen

Unser Fazit


Handlung
4
Präsentation
4
Action
5