Review: Planet der Affen – Revolution

Vorfreude, so sagt man, ist die schönste Freude. Im Fall von Planet der Affen: Revolution muss man sagen, dass bei uns von BluGadgets die Vorfreude noch vom Film übertroffen wurde – und zwar gewaltig. Wenn sich gleich in einer der ersten Sequenzen die Affen lautlos durch die Baumwipfel im Wald schwingen, spätestens dann weiß man, dass man sich nicht annähernd genug darauf gefreut hat. Am 7. August also kommt das Sequel zu Planet der Affen: Prevolution ins Kino und während der Filmtitel einen Buchstaben verloren hat, hat der Film selbst nur dazugewonnen.

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Zehn Jahre nachdem das ALZ-113 Virus freigesetzt wurde, sind die meisten Menschen der Affen-Grippe erlegen und die Affen leben friedlich vor sich her. Aber es kann der frömmste Affe nicht in Frieden leben, wenn der böse Nachbar es nicht will – denn natürlich sind nicht alle Menschen tot und was braucht der Mensch zum Glück? Strom! Ausgerechnet in der Nähe der Siedlung der Affen unter der Führung von Caesar (Andy Serkis) steht ein Kraftwerk. Auf dem Weg durch den Wald dahin, trifft eine kleine Gruppe von Menschen auf die Affen. Ist man sich auch nicht auf Anhieb symphatisch, so schafft es Malcolm (Jason Clarke) Caesar davon zu überzeugen, dass man den Affen nicht ans Fell will. Doch sind nicht alle Menschen besonnen und einsichtig, dass das Virus vom Mensch geschaffen wurde, wird gern vergessen, und dann gibt es noch Koba (Toby Kebbell), den Affen aus dem Versuchslabor, der den Menschen aufgrund seiner Erfahrungen zutiefst misstraut und sie hasst.

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Zur Geschichte muss man nicht viel sagen, nicht nur um Spoiler zu vermeiden, sondern weil die Geschichte nicht das Besondere an diesem Film ist. Genaugenommen ist sie sogar etwas arg vorhersehbar, aber zum einen stört das überhaupt nicht und zum anderen ist sie atemberaubend umgesetzt. Echte Schauspieler + reale Drehorte + falsche Affen ergeben hier einen Film, bei dem sehr schnell vergisst, dass die Affen, um es mal salopp zu sagen, aus dem Computer stammen.

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Um Caesar, Koba, Blue Eyes, Maurice und die anderen Affen so fotorealistisch erscheinen zu lassen, betrieb man nicht nur ungeheuren Aufwand, man ging auch neue Wege. Wieder wurde mit der Performance-Capture-Technologie gearbeitet, bei dem die Bewegungen und Mimik eines Schauspielers digital umgewandelt werden, nur wurde diesmal nicht im Studio, sondern direkt vor Ort gedreht, u.a. in den Wäldern um Vancouver, Kanada. Als wäre das nicht schon komplex genug, wurde auch direkt in 3D aufgenommen. Die harte Arbeit der Schauspieler und des Teams von WETA Digital, die auch für Gollum aus Der Herr der Ringe und dem Hobbit verantwortlich sind, hat sich ausgezahlt. Das Ergebnis ist so überzeugend, dass man nicht eine Sekunde daran zweifelt, dass Caesar sprechen kann. Wirklich nicht eine. Was nicht bedeutet, dass jetzt ununterbrochen geredet wird. Im Gegenteil, abgesehen von einer kurzen Nachrichtensequenz, wird in den ersten 20 Minuten erstmal nichts (laut) gesagt.

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Apropos Caesar, der Anführer der Schimpansen wird hier wieder von Andy Serkis (Gollum) gespielt und wer genauer hinsieht, der wird seine Mimik hinter der digitalen Maske erkennen. Soviel zu den Stimmen, die sagen, dass Performance-Capture ja keine richtige Schauspielleistung sei. Auch die Leistung von Toby Kebbell als Koba ist beeindruckend. Er ist nicht einfach nur ein “böser Affe”. Überhaupt wird hier nicht in schwarz-weiß Charakterisierung geschwelgt. Affe gut und Mensch schlecht, so einfach ist es nicht – wie Caesar und Malcolm lernen müssen. Die menschlichen Figuren sind lange nicht so interessant wie die Affen, aber die Schauspieler liefern durchweg gute Darstellungen ab, darunter Gary Oldman, Keri Russell und Kirk Acevedo (manchen bekannt als Charlie Francis aus Fringe).

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Es geht in Planet der Affen: Revolution nicht nur um den Kampf zwischen Mensch und Affe, sondern auch um Familie. Was bedeuten Familie und Zuhause und wie weit darf man gehen, um beides zu schützen? Affe tötet nicht Affe, ist nicht einfach nur ein Motto, dass auf ein Kissen gestickt ist. Interessant ist hier auch, wie das Zuhause aller, nämlich die Erde, aussieht. Die Natur holt sich das Land vom Mensch zurück und das sieht nicht etwa phantastisch aus, sondern realistisch – nicht zuletzt dank der intensiven Recherchen, die betrieben wurden, bevor man die neue Welt entwarf.

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Fazit

Planet der Affen: Revolution ist nicht nur ein technisch beeindruckender Film: er ist trotz vorhersehbarer Geschichte spannend, mit beeindruckenden Figuren, mit denen man mitfühlt, bildgewaltig, musikalisch perfekt untermalt, mit ordentlichem 3D und einer wirklich gut getroffenen düsteren Atmosphäre. Und wem das alles noch nicht reicht, um sich auf den Film zu freuen, dem sei gesagt: reitende Affen!

OT: Dawn of the Planet of the Apes, Filmlänge: 127min, FSK: ab 12 Jahre

9.5
Affenstark

Pros

  • Fotorealistische Affen
  • Geniale Bilder
  • Perfekte Musik
  • Gute Synchro

Kontras

  • Story vorhersehbar

Unser Fazit


Handlung
9
Präsentation
10