Review: Wie der Wind sich hebt (Kaze Tachinu)

Mit Wie der Wind sich hebt (jp. “Kaze Tachinu”) startet am 17. Juli 2014 der allerletzte Kinofilm des Anime-Altmeisters Hayao Miyazaki in den deutschen Kinos. Die Legende hinter Filmen wie Chihiros Reise ins Zauberland, Mein Nachbar Totoro und Prinzessin Mononoke gibt sich noch ein letztes Mal die Ehre bevor er in den wohlverdienten Ruhestand geht. Wir hatten die Chance den Film bereits schon vor Kinostart zu sehen und ich darf euch nun verraten, ob sich der Kinogang zum neusten Ghibli Streifen auch wirklich lohnt.

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Träume, ihre Schattenseiten und die harte Realität

Der Film folgt der Geschichte von Jiro Horikoshi, welcher seit seiner Kindheit nichts sehnlicher wollte, als später mal ein Pilot zu werden. Durch seine Kurzsichtigkeit ist ihm dies jedoch nicht vergönnt und so beginnt er vom Beruf des Flugzeugingenieurs zu träumen. In seinen Träumen trifft er den Italiener Giovanni Caproni, seinerzeit der König der Ingenieure. Diese Träume stärken Jiros Verlangen den Weg des Flugzeugingenieurs einzuschlagen nur noch mehr und so beschließt er die Akademie in Tokio zu besuchen, um seinen Traum wahr werden zu lassen. Während eines Erdbeben trifft er ein Mädchen namens Naoko, welche sich zur großen Liebe seines Lebens entwickeln sollte. Doch Träume, so schön sie auch sein mögen, haben auch ihre Schattenseiten. Jiros Traum vom Bau wundervoller Flugmaschinen kommt mit einem Preis, denn zur Zeit des zweiten Weltkriegs, gab es nur eine Sorte Flugzeuge: Kriegsmaschinen. Jiro beginnt zu verstehen, dass seine Träume vom Flugzeugbau, ihm dem Glück nicht näher bringen – ganz im Gegenteil.

THE WIND RISES

Regisseur Miyazaki erzählt in Kaze Tachinu erneut von einer Welt über den Wolken, doch erwarten den Zuschauer statt Fantasy, Träume und Drama. Der neuste Film des Animationsstudio Ghibli ist wunderschön inszeniert, mit so viel Liebe zum Detail, wie man es nur es nur aus den anderen Werken Miyazakis kennt. Der Film gehört dennoch zu seinen schönsten Streifen und bezaubert den Zuschauer mit atemberaubenden Umgebungseffekten und einer sehr stimmigen Atmosphäre. Tontechnisch spielt der Film gekonnt mit der Abwesenheit von jeglicher Musik, sodass der Zuschauer die fantastische Geräuschkulisse des Films in vollen Zügen genießen kann und der melodramatisch-ernste Unterton des Films noch besser zur Geltung kommt.

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Die Geschichte des Träumers Jiro Horikoshi ist nicht aus dem Stoff gemacht der Kinder fasziniert, aber erwachsene Zuschauer zutiefst bewegen wird. Eine bittersüße Geschichte über die Schattenseiten des Lebens und unserer Träume – die traurige Wahrheit das sie nicht immer das Glück bringen, dass wir uns von Ihnen erhoffen und das Glück so flüchtig ist wie der Wind. Der letzte Film Miyazakis ist gleichzeitig auch der Beste, den Ghibli in vielen Jahren veröffentlicht hat, spricht jedoch nicht zwingend jeden Ghibli Fan gleichermaßen an, denn immerhin bewegt sich der Altmeister hier abseits seiner üblichen Fantasy-Welten. So wird der Film auf Viele sehr langatmig wirken und doch belohnt er den Zuschauer, sofern sich dieser auf Jiros Geschichte einlässt.

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Fazit

Auch wenn ich mir persönlich einen letzten Fantasy-Streifen aus Miyazakis Feder gewünscht hätte, konnte mich der letzte Zeichentrickfilm des Altmeisters überzeugen. Ein ernster Ton, eine melodramatische Handlung und eine wunderschöne Inszenierung machen es schwierig diesen Film nicht zu lieben, auch wenn er zeitweise etwas langsam in seinem Tempo ist. Miyazakis Abschied aus dem Filmgeschäft ist jedenfalls ein würdiger Abgang und bringt eine selten gewordene Form des Films zurück auf die Leinwand: ein klassischer Zeichentrickfilm für Erwachsene.

Wie der Wind sich hebt (OT: “Kaze Tachinu”, Japan 2014, Regisseur: Hayao Miyazaki, Laufzeit: 126 Minuten)

8.5
Wunderschön

Pros

  • Wunderschöne Animationen
  • Tiefgründige, dramatische Handlung
  • Ein Zeichentrickfilm für Erwachsene

Kontras

  • Fühlt sich zeitweise langatmig an
  • Zuschauer müssen sich auf den Film einlassen

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
10