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WWDC ’14: iOS 8, OS X 10.10 Yosemite, iOS SDK Madness

Um 19 Uhr unserer Zeit startete in San Francisco die World Wide Developer Conference 2014. In alter Tradition eröffnete Apple die Entwicklerkonferenz mit einer Keynote, bei der das Unternehmen zahlreiche neue Software enthüllte. Hier die Kurzfassung der langen, aber auch sehr beeindruckenden Präsentation.

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OS X 10.10 “Yosemite”

Nachdem OS X 10.9 “Mavericks” aus dem vergangenen Jahr sich im wesentlichen unter der Haube bewegt hat, folgt mit 10.10 Yosemite die Design-Generalüberholung, welche spätestens seit iOS 7 von Jedermann erwartet wurde. Wie schon Apple mobiles Betriebssystem, wird auch OS X 10.10 deutlich flacher, typografischer und transparenter. Optisch ähnelt das System jetzt sehr der aktuellen iOS Version, bietet jedoch zusätzlich die Option das gesamte System in einen Dark-Mode zu schalten, der sämtliche Interfaces abdunkelt – ein Feature das sich besonders an Pro User richten soll.

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Ein weiteres Highlight von Yosemite ist iCloud Drive, bei welchen es sich im wesentlichen um einen Dropbox-ähnlichen Cloud-Service handelt, auf denen Macs, iOS Geräte und selbst Windows Systeme zugreifen können – wahlweise direkt aus dem System oder auch per App, vorausgesetzt diese wurde angepasst. Safari wurde ebenfalls in seinem Interface generalüberholt und macht nun einen sehr simplen und zugänglichen Eindruck. Eine neue Tab Übersicht verbessert die Übersichtlichkeit bei vielen Tabs, durch Stapelung der Tabs für jede Webseite. Auch unter der Haube hat sich einiges getan: So wurde die Performance des Browsers drastisch verbessert um ihn vor die Konkurrenz zu setzen und Zukunftstechnologien wie “HTML5 Premium Video” wurden integriert. Letzteres ermöglicht Streaming auf VOD-Services wie Netflix ohne Plugins wie Silverlight oder Flash.

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Spotlight ähnelt nun der Mac App Alfred und präsentiert sich nun in der Mitte des Bildschirms. Sobald der Nutzer eine Suche startet, gibt Spotlight ihm direkt im Fenster Rückmeldung und Vorschau auf Dateien, Kontakte oder auch Wikipedia Artikel  Ein weiteres beeindruckendes Feature nennt sich Markup. Dabei handelt es sich um eine systemweite Notiz- und Hilfsfunktion, die es Nutzern ermöglicht, schnell Inhalte wie Bilder mit Notizen zu versehen und mit anderen Nutzern zu teilen. Mit einem neuen kostenlose iCloud Service namens MailDrop, lassen sich aus Mail bequem Emails mit bis zu 5GB großen Anhängen verschicken, die verschlüsselt auf Apples Servern zwischengelagert werden. AirDrop funktioniert nun zwischen OS X und iOS, doch dass ist nur der Anfang. Mit einem brandneuen Feature namens HandOff könnt ihr mit nur einem Tap / Klick eure Arbeit zwischen euren einzelnen Geräten “On-the-fly” transportieren und diese auf einem anderen Gerät sofort wieder aufnehmen. Super simpel. Doch es kommt noch besser: Die Interkonnektivität zwischen iOS / Macs wurde so weit erweitert, dass Nutzer nun mit nur einem Klick beispielsweise einen Instant iPhone-Hotspot zu ihrem Mac einrichten können, sowie SMS /  Telefonate über OS X führen können. Beeindruckend.

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OS X 10.10 Yosemite wird im Herbst 2014 als kostenloses Update für alle Nutzer erscheinen. Interessenten können jedoch schon im Sommer an einem offenen Beta Programm teilnehmen – etwas das bisher Entwicklern vorbehalten war. Mehr zu Yosemite findet ihr auf der offiziellen Apple OS X Seite.

iOS 8

Nachdem iOS 7 die optische Generalüberholung gebracht hat, fokussiert sich Apple mit iOS 8 nun wieder voll und ganz auf neue Features und Optimierungen. So versucht Apple mit einem neuen Tastatur-Feature namens Quicktype die Eingabe auf iOS Geräten zu beschleunigen. iOS gibt nun Wortvorschläge während der Nutzer tippt und passt dabei sogar den Schreibstil intelligent dem Kontakt an. So wird euch bei euren Business Partnern z.B. das gute Hochdeutsch angezeigt, während bei eurem besten Buddy auch der Insider-Slang in die Vorschläge rutschen kann. Das Nachrichten System wurde um zahlreiche neue Features erweitert, welche viele bereits aus IM-Apps wie WhatsApp und Facebook Messenger kennen: Audio Nachrichten, Location Sharing, verbesserte Gruppenkonversationen und einiges mehr. Sehr praktisch für Autofahrer: Sprachnachrichten können ohne einen Tap direkt vom Homescreen beantwortet werden. Es genügt das iPhone ans Ohr zu heben und zu sprechen. Allgemein gibt es mehr Interaktivität für Push Nachrichten. So können Apps den Nutzer nun direkt Eingaben in der Nachricht machen lassen, ohne das dieser die App öffnen musst. Ein oft-gewünschtes Feature!

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Wie auch OS X Yosemite bietet iOS 8 eine nahtlose Anbindung an das neue iCloud Drive, welches eine sehr simple Dropbox-ähnliche Datei-Umgebung zwischen allen euren Geräten schafft. Schon vorab viel gemunkelt: Health. Dabei handelt es sich um eine neue Fitness-Zentrale, welche euch einen Überblick über alle eure körperlichen Werte wie Gewicht, Schlaf, Blutdruck uvm. bietet. Gefüttert wird Health mit Daten von Dritthersteller Apps und Zubehör, wobei der Nutzer zu jeder Zeit regulieren kann, welche App auf welche Werte zugreifen darf. Auch an Familien wurde diesmal gedacht: Mit Family Sharing können Familien ihre Einkäufe und Mediendateien aus iTunes / dem App Store miteinander teilen. Besonders praktisch für Eltern ist dabei, dass Kinder nun über den Familien Account einkaufen können. Bei jedem Einkauf wird dabei eine Push Nachricht an die Eltern geschickt, die den Vorgang genehmigen müssen, bevor der Kauf abgeschlossen wird.

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Mit iCloud Photo Library möchte Apple die traditionelle Foto-Verwaltung umkrempeln. Der neue Cloud-Service bietet Nutzern die Möglichkeit, ihre Fotos in der Originalqualität in der Cloud zu speichern und abzurufen. Neue iCloud-Tarife (20GB für 0,99$ / Monat, 200GB für 3,99$) machen dieses Unterfangen sogar wirklich bezahlbar. In Sachen Business lernt iOS 8 auch so einiges dazu. Unternehmen können die Geräte ihrer Mitarbeiter nun ganz leicht mit allem nötigen Out-of-the-box vorkonfigurieren: E-Mail, Kalender, Kontakte, Apps – alles. Auch die bereits erwähnten neuen Spotlight und HandOff Funktionen aus OS X Yosemite finden natürlichen ihren Weg in iOS 8.

iOS 8 erscheint im Herbst und unterstützt alle Geräte ab dem iPhone 4S. Entwickler können ab heute auf die Beta zugreifen.

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App Store, iOS SDK & Swift Programmiersprache

So viele Consumer Features iOS 8 auch bringen mag, den Entwickler bringt es noch viel mehr. Mit iOS 8 erweitert Apple den App Store um viele nützliche Features für Entwickler: In Zukunft gibt es App Previews nicht nur in Form von Fotos, sondern auch Videos werden möglich sein. Auch können Entwickler ihre Apps bald in Bundles verkaufen und neue Features wie Trending Search zeigen den App Store Nutzern aktuelle Lieblinge im Store. Besonders cool: Apple bietet ab sofort auch die Möglichkeit, Beta Versionen an ausgewählte Nutzer via App Store zu verteilen.

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Noch viel fantastischere Änderungen gibt es für das Entwicklerkit (SDK): Apps können ab sofort mit Erweiterungen anderer Apps sprechen und so z.B. als Sharing Funktion oder Dienst in anderen Apps ausgerufen werden. Jepp, dass heißt es gibt endlich Sharing Features für beliebige Apps. Auch mit großer Freude aufgenommen, wurde die Ankündigung von App Widgets im Notification Center. Doch es kommt noch besser: Entwickler können nun eigene Tastaturen a la Swift entwickeln, auf Touch ID per API zugreifen, und mit einem neuen Framework namens HomeKit, dass eigene Haus steuern. Passendes Zubehör vorausgesetzt, könnt ihr also schon bald mit Siri den Rollo runterlassen. Ein Framework namens CloudKit nimmt den Entwicklern die Mühe ab, eine Server-Applikation für ihre App zu schreiben und das Framework Metal lässt die Grafik Performance in die Höhe schnellen. Bis zu 10x schnellere Renderzeiten in 3D-Spielen ermöglichen es Entwicklern, Konsolengrafik auf die iOS Plattform zu bringen. Firmen wie EA demonstierten während der Präsentation live ihre Engines (z.B. Frostbite, Unreal 4) unter iOS 8 mit schockierend guten Ergebnissen.

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Abschließend enthülle außerdem eine brandneue Programmiersprache namens Swift. Diese wurde Spezial für OS X und iOS Entwicklung bei Apple entwickelt und ermöglicht es den iOS Entwicklern dieser Welt, traditionellen Objective-C Code mit einer frischen, modernen Programmiersprache zu kombinieren. Sie zeigt Entwicklern u.a. sofortige Ergebnisse und ist sehr zugänglich. Die Details gibt es bei Apple zum nachlesen.

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