Review: A Million Ways To Die In The West

Nachdem Seth MacFarlanes “TED” weltweit in den Kinos, und ganz besonders in Deutschland, wie eine Bombe eingeschlagen ist, versucht sich der Regisseur und Comedian nun an einem Western. Die Trailer versprechen zumindest einen lustigen Film, doch ist es MacFarlane auch gelungen, dieses Versprechen zu halten? Von mir gibt es nun die ungeschorene Wahrheit in Form einer Filmkritik. Viel Spaß.

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A Million Sheeps In The West

Der Schafzüchter Albert (Seth MacFarlane) ist nicht gerade der typische Bewohner des wilden Westens. Ein Softie und Feigling der sich noch nie richtig geprügelt oder einen Colt abgefeuert hat, ist in einer dreckigen Stadt wie “Old Stump” definitiv fehl am Platz. Das einzige was ihn dort hält ist seine selbstsüchtige Freundin Louise (Amanda Seyfried). Als diese ihn schließlich verlässt, ist Albert zutiefst deprimiert, bis eines Tages die wunderschöne Anna (Charlize Theron) in der Stadt aufschlägt. Sie hilft ihm dabei ein harter Bursche zu werden, damit er Louise zurückgewinnen kann. Doch Albert verliert sein Herz an Anna, was sich als großer Fehler entpuppt, da diese mit dem gefürchtetsten Banditen des Westens verheiratet ist.

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Der neue Film von Seth MacFarlane hat mich ziemlich enttäuscht. Zwar habe ich TED auch nicht besonders gefeiert, doch lag dies vermutlich auch ein bisschen an meinem Geschmack. A Million Ways To Die In The West hingegen verspielt Chancen an jeder Ecke. So sind die Promo-Materialien wie Trailer und TV-Spots zwar allesamt ziemlich lustig geworden, doch leider war’s das auch. Fast jede wirklich lustige Szene ist bereits in den Trailern zu sehen. Allein dieser Umstand ist schon genug um einem Comedy-Film in meinen Augen das Genick zu brechen, doch damit noch nicht genug. Die Story des Films ist vollgestopft mit unnötigen Beziehungsdramen, die dank Seth MacFarlanes nicht vorhandenen Schauspieler-Skills, besonders langweilig sind. Auch der Titel des Films ist ziemlich irreführend, da es nur noch eine Handvoll Todesfälle gibt, die nicht in den Trailer gespoilert wurden. Eine Millionen sind es jedoch definitiv nicht – eher zehn. Hier hätte MacFarlane so gut mit typischen Western-Klischees spielen können, doch setzt der Regisseur stattdessen lieber auf Sche*ße. Gefühlte 90 Prozent der Gags im Film stammen aus der Kategorie Fäkalhumor oder Penis. Das ist ja ab und an auch ganz lustig, aber 116 Minuten lang? Nein danke.

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Auf der positiven Seite muss ich gestehen, dass ich trotz der fatalen Mängel des Streifens, doch ein paar mal durchaus Lachen musste. So gibt es sehr lustige Cameo Auftritte und einige Witze zünden glücklicherweise dann doch. Tierfreunde dürfen sich übrigens freuen: Es gibt mehr Schafe vermutlich mit mehr Screentime, als in irgendeinem anderen Film. Was die schauspielerischen Leistungen angeht, so können zumindest einige der Nebendarsteller wie z.B. Neil Patrick Harris und Charlize Theron mit ihrer Performance überzeugen. Bösewicht Liam Neeson hingegen sollte sich lieber wieder mit Entführungen auseinandersetzen.

Fazit

Seth MacFarlanes neuer Comedy-Streifen ist ein Reinfall. Der Film verpatzt es sein Potenzial auszuschöpfen und serviert dem Zuschauer stattdessen einen Fäkalwitz nach dem anderen, mit einer Menge Beziehungsdrama als Dessert. Wer die Trailer zu A Million Ways To Die In The West gesehen hat, kennt bereits so ziemlich alle sehenswerten Szenen. Echte MacFarlane Fans, die wissen auf was sie sich einlassen, könnten vielleicht trotzdem ihren Spaß haben. Allen Anderen kann ich von einem Kinobesuch nur abraten – dafür laufen momentan zu viele gute Filme, die euer Geld viel eher wert sind.

A Million Ways To Die In The West | Kinostart: 29. Mai 2014 (Deutschland)

4.3
Schlecht

Pros

  • Sehr lustige Cameos
  • Ein paar gute Lacher

Kontras

  • Die Trailer / TV-Spots enthalten fast alle lustigen Szenen
  • Seth MacFarlane ist ein mieser Schauspieler
  • Comedy oder Liebesdrama?!
  • Zu viel Fäkalhumor / verspielte Chancen

Unser Fazit


Handlung
3
Präsentation
5
Humor
5