Review: MaKey MaKey

Vor einiger Zeit sorgte ein Kickstarter Projekt names MaKey MaKey von Jay Silver, Student beim MIT Media Lab, für Begeisterung in der IT-Gemeinde. Mit seiner kleinen Leiterplatte wollte der Student die Steuerung von Computern revolutionieren und fand bei Kickstarter sofort massenhaft Unterstützung. Die kleine Platine ermöglicht es, jeden leitenden Gegenstand in ein potenzielles Eingabegerät zu verwandeln und dass, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung von Elektrotechnik zu haben. Die Kampagne konnte mehr als eine halbe Millionen US-Dollar einfahren und seit geraumer Zeit ist der MaKey MaKey auch auf dem freien Markt erhältlich. In Deutschland bekommt ihr die kleine Open-Source Platine bei unseren Freunden von CoolStuff, die so freundlich waren uns ein Muster des Gadgets für eine Rezension bereitzustellen.

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Hardware Spielereien leicht gemacht

Das Konzept des MaKey MaKey ist ziemlich genial und hat mich von Anfang an fasziniert. Die kleine Leiterplatte besteht im wesentlichen aus einem ATMega32u4 Microcontroller welcher mit dem Arduino Leonardo Bootloader betrieben wird. Ihr versteht kein Wort? Müsst ihr auch nicht zwingend. Der MaKey MaKey ist als Plug’n’Play Gadget entwickelt worden, d.h. er funktioniert sofort, ohne jegliche Treiberinstallation. Um die Platine in Betrieb zu nehmen, verbindet ihr diese einfach per Mini USB mit eurem Rechner und der MaKey meldet sich mit einer roten LED betriebsbereit. Euer Computer sollte das Gadget problemlos als Maus / Tastatur erkennen und ihr könnt eurer Kreativität freien Lauf lassen. Falls er das nicht tut, werft einen Blick auf diese Get Started Guide.

Für den Anfang verwendet ihr am Besten die beiliegenden sieben Krokodilklemmen, von denen ihr mindestens eine mit dem Erdungs-Kontakt und euch verbindet. Im nächsten Schritt verbindet ihr eine weitere Klemme mit einem anderen Kontakt auf dem MaKey und die andere Seite des Kabels mit einem leitfähigen Objekt, ganz egal ob Wasser, Knete, Banane, Bleistift, Heizung oder eurer kleinen Schwester – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Berührt ihr nun besagten Gegenstand, fließt ein Strom und der MaKey registriert dies als Eingabe. Doch wie werden den einzelnen Kontakten nun spezielle Tasten wie die Leertaste oder die Pfeiltasten zugewiesen? Auch dazu müsst ihr keinen Finger rühren.

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Die Vorder- und Rückseite des Platine ist mit kleinen Markierungen bedruckt, die euch zeigen, welcher Kontakt, welcher Taste zugeordnet ist. Die Rückseite ist wie ein klassischer Controller bedruckt und gibt euch Zugriff auf ein Vier-Wege-Steuerkreuz, sowie zwei Buttons die vom Computer als Klick bzw. Leertaste interpretiert werden. Diese Seite ist perfekt um einen unkonventionellen Controller für simple Spiele in wenigen Minuten zu basteln. Die Vorderseite bietet deutlich mehr Kontakte und Zugriff auf Tasten wie WASD, den einzelnen Maustasten und vielen mehr.

Arduino Power Onboard

Falls euch diese Möglichkeiten noch nicht ausreichen, ist es außerdem möglich, den MaKey MaKey wie eine herkömmliche Arduino Platine zu verwenden und zu programmieren. Dazu müsst ihr euch die Arduino Entwicklungsumgebung installieren (ein gutes Tutorial zum Einstieg) und könnt direkt loslegen. Nun könnt ihr den MaKey nach Lust und Laune programmieren, um beispielsweise die LEDs des Geräts zu aktivieren, die Kontakte anderen Tasten zuzuweisen oder Floppy Laufwerke zum Musizieren zu bringen. Waren die Möglichkeiten vorher schon unbegrenzt, sind sie es jetzt erst recht! Coole Sache, oder? Die Programmierer unter euch werden in jedem Fall auf ihre Kosten kommen.

 

Fazit

Der MaKey MaKey ist ein ganz besonderes Gadget, dass sowohl Anfänger als auch IT-Profis viele tolle Möglichkeiten eröffnet mit ihrem Computer zu interagieren. Ohne jegliche Programmierkenntnisse, könnt ihr mit der Platine binnen Minuten einen Controller aus Alltagsgegenständen basteln oder den Microcontroller mithilfe von Arduino Code auf einer tieferen Ebene. Ob Programmierer, Schulkind oder die Oma im IT-Kurs für Renter – der MaKey ist ein tolles Gadget mit hohem Lern- und Spaßfaktor. Einzig und allein die Tatsache, dass sich der MaKey lediglich per USB mit dem Computer verbinden lässt, finde ich etwas schade. Stellt euch vor, ihr könntet euer Smartphone und Tablet per Bluetooth ansteuern! Wer weiß – vielleicht erscheint in Zukunft ja eine zweite Variante des MaKey, die dies ermöglicht.

MaKey MaKey | Preis: 49,95 Euro | Erhältlich bei CoolStuff.de

9
Super

Pros

  • Sehr gutes Lehrmittel / Spielzeug
  • Leicht zugänglich dank Plug & Play
  • Arduino programmierbar

Kontras

  • An USB Kabel gebunden
  • Als reines Spielzeug etwas teuer